Wirtschaftsministerin Aigner stellt Rosenheim glatte Eins aus

„Starke Kommunen: Starke Wirtschaft“ – Wirtschaftsministerin Aigner stellt Rosenheim glatte Eins aus

Rosenheim. Bayerns Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie Ilse Aigner hat am Abend im Ballhaus mit den Oberbürgermeister- und Landratskandidaten Gabriele Bauer und Wolfgang Berthaler über das Thema „Starke Kommunen – Starke Wirtschaft“ diskutiert. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Journalistin Katja Voigt.

Was eine starke Kommune in Stadt und Landkreis Rosenheim ausmacht, stellte der CSU-Kreisvorsitzende Klaus Stöttner klar heraus: Rosenheim pflege seine mittelständischen und familiengeführten Unternehmen. „Die Finanzkrise im Jahr 2008 hat viele Firmen in Deutschland stark getroffen. Auch in Rosenheim ging die Finanzkrise nicht spurlos an den Betrieben vorbei. Allerdings mussten keine Mitarbeiter entlassen werden“, erklärte Stöttner. Dies zeige, wie stark die wirtschaftliche Struktur in Stadt und Landkreis Rosenheim sei.

Eine glatte Eins in Schulnoten stellte der Region Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner aus. „Die Kraft der Wirtschaft in der Region hat immer etwas mit der Person zu tun, die an der kommunalen Spitze steht. Es ist aber auch wichtig, dass man die Firmen in den Kommunen willkommen heißt“, beschrieb Aigner den wichtigen Zusammenhang zwischen einer starken Kommune und einer starken Wirtschaft.

Jüngst zeigte sich im Zukunftsatlas 2013 wie hoch das weitere Entwicklungspotential von Stadt und Landkreis Rosenheim ist. Unter 402 kreisfreien Städten nimmt die Stadt Rosenheim derzeit Rang 58 ein, der Landkreis Rang 59. „Wir sind damit deutschlandweit unter den ersten 15 Prozent der entwicklungsstärksten kreisfreien Städten. Das heißt, dass wir uns in den vergangenen Jahren gut aufgestellt haben. Dies gilt es in den nächsten Jahren zu halten und weiter auszubauen“, erklärte Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.

Wichtig hierbei sei jedoch auch die verfügbare Fläche. „Mit 37 Quadratkilometern gehört die Stadt Rosenheim zu den kleinsten kreisfreien Städten. „Umso wichtiger ist es, attraktive Gewerbeflächen anbieten und mit weiteren Standortvorteilen wie z.B. fast beliebig großen Datentransferraten über die städtische Kabelgesellschaft komro punkten zu können“, sagte Bauer. „Wenn es nicht mögliche ist, Unternehmen am Standort Rosenheim notwendige Erweiterungsflächen zu bieten, kämpfen wir gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises darum, diese Unternehmen wenigstens in der Region Rosenheim zu halten. Auch davon profitiert der Wirtschaftsraum insgesamt. Kirchturmdenken wäre hier völlig fehl am Platz“, so die Oberbürgermeisterin.

Für eine starke Wirtschaft müssten sich die Kommunen aber auch für die Arbeitnehmer einsetzen. Günstiger Wohnraum war dabei ein Stichwort. „Die Immobilienpreise hängen entscheidend vom Flächenangebot und der Bautätigkeit ab. Hier brauchen wir ein Umdenken in der Stadt: Wir werden offensiver werden müssen, wenn wir nicht den Wegzug gerade junger Leute ins Umland provozieren wollen“, mahnte Bauer. „Wir sind eine Region, in der die Menschen gerne leben. Deshalb müssen wir auch preisgünstige Wohnungen, zum Beispiel für Fachkräfte und Studenten schaffen. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit einigen anstehenden Projekten hier bereits Akzente setzen können“, erklärte das Stadtoberhaupt.

Einer starken Wirtschaft sind jedoch nicht nur gesunde Wohnstrukturen zuträglich, auch eine gesunde und gute Infrastruktur ist immens wichtig, wie der Landratskandidat Wolfgang Berthaler betonte. Grundsätzlich sei die Infrastruktur im Landkreis sehr gut. Zudem stünden drei wichtige Projekte, darunter die Rosenheimer Westtangente, die bereits im Bau ist, der Ausbau der A8 als wichtige Nord-Süd-Achse und der Bau der Brennerzulaufstrecke durch das Inntal an, so Berthaler weiter.

Ziel sei hier jedoch, für einen guten Lärmschutz zu sorgen, so Berthaler: „Wir müssen uns die erhöhten Verkehrsströme, die auf uns zukommen werden, so angenehm wie möglich gestalten. Deshalb fordere ich zum Beispiel für den Bau der Brennerzulaufstrecken den Tiroler Standard (die Bahnstrecken werden in Tunnel gelegt, eingehaust oder abgesenkt gebaut) ein, damit wir und auch alle anderern Bürgerinnen und Bürger in unserer schönen Region noch leben können“, erklärte der Landratskandidat. Dazu hätten bereits erste Vorgespräche stattgefunden. Nachfolgend müsste der Dialog mit den gut 40.000 Bürgern im Inntal gesucht werden.

Neben einer starken Infrastruktur dürften aber auch die beiden Bereiche Tourismus und Gesundheit nicht vernachlässigt werden. So sei das Ziel, laut Wirtschaftsministerin Aigner, „noch mehr Menschen nach Bayern zu locken“. „Wir haben mit der Marke Bayern ein unglaubliches Potential, das sollten wir ausnutzen“, erklärte Aigner.

Berthaler gab der Wirtschaftsministerin Recht: „Gerade im Tourismusbereich müssen wir Synergieeffekte nutzen, indem wir mit anderen Tourismusregionen wie Traunstein und Miesbach kooperieren. Das kann unserer Region nur gut tun!“ Einer dieser Effekte sei, gemeinsam Werbung für eine größere Region als das Chiemsee-Alpenland zu machen, um national und auch international wettbewerbsfähig zu bleiben. An dieser Stelle plädierte Berthaler für die geplante Fusion des Chiemsee-Alpenland-Tourismusverbandes mit dem Chiemgau Tourismusverband in Traunstein.

Doch auch die Gesundheitsbranche ist in Rosenheim ein großer Wirtschaftsfaktor, fügte Oberbürgermeisterin Bauer an: „Erst kürzlich wurden wir von Bayerns Umwelt- und Gesundheitsminister als ´Gesundheitsregion Bayern´ ausgezeichnet. Darauf können und müssen wir mit einer weiteren Stärkung unserer Versorgungs-Infrastrukturen aufbauen. Deshalb investieren wir alleine bis 2018 insgesamt 30 Mio. EUR in den 8. Bauabschnitt.“

 

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg