Wikingerschiff vom Samerberg in Rosenheimer Lokschuppen

In der Ausstellung im Lokschuppen  „Wikinger!“  ist auch ein Objekt aus der näheren Umgebung Rosenheims nämlich vom Samerberg zu sehen. Es ist ein Wikingerschiff aus Steinzeugton geformt, mit schönen Schildern versehen, von Helga Bauer aus Hartbichl bei Grainbach. Gebrannt ist dieses über 50cm lange Schiff bei 1240°C (Weißglut). Glasiert wurde es mit Achenmühler Seeton, einem heimischen Rohmaterial. Dieser Ton entstand beim Abschmelzen des Inngletschers vor ca. 12.000 Jahren durch feinste Abriebe der Steine, die er bis vom Ötztal her transportierte.

Beim Bau der Speckbacher Leiten in Achenmühle wurde dieser Ton abgetragen. Er schmilzt bei einer Temperatur von etwa 1200°C.

In ihrem Haus hat Helga Bauer auch noch eine ganze Wikinger Schiffsflotte geformt, aus Freude

an der eleganten Form der Schiffe und am spannenden Gestalten von Drachenköpfen am Schiffsbug.

Wie kommt es nun, fragt man sich, daß eine Samerbergerin sich für Wikingerschiffe begeistern kann? Dazu muß man ihre Biographie kennen.: Die 75jährige wurde in Aschau/Chiemgau geboren,lebte bis 1950 in der Holledau, bevor die Familie 1951 aus beruflichen Gründen nach Hamburg zog.

Ihr Werk-und Zeichenlehrer im Gymnasium war ein Wikingerfan. Bei ihm erfuhr sie viel über die Wikinger und deren künstlerischen Gestaltungsstil. Auch wurden bei ihm Wikinger-Modellschiffe aus Holz gebaut.

1967 heiratete sie dann Konrad Bauer von Hartbichl, so wurde sie eine Samerbergerin. Bis heute hat sie Freude an der eleganten Form und an den interessanten Drachenköpfen der Wikingerschiffe.

Informationen über den Achenmühler Seeton siehe:

Robert Darga:“Auf den Spuren des Inn-Chiemsee-Gletschers“ S.73f, ISBN 978-3-89937-103-1

Fotos: Wikingerschiffe in der Rosenheimer Ausstellung

 

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg