Weihnachtsbrief der Chiemgauer Rumänienhilfe

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Rumänienhilfe, ein bisschen Freude, ein bisschen Friede. Das wäre doch schon was in unserer Zeit, in der sich doch viele Menschen ernsthaft Gedanken um die Zukunft machen. Fragen über Fragen – wer kennt die Antwort? Die Politiker ganz offensichtlich nicht, mögen sie noch so viele „Gipfeltreffen“ abhalten! Jedoch Gott hat alles in seinen Händen. Schon bei Jeremias 15,20 können wir den Zuspruch des Herrn lesen: „Verzage nie, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir!“ Und bei Lukas im 2. Kapitel lesen wir; “ Der Engel verkündet eine große Freude für alle“, nicht nur für einige Auserwählte, diese Freude wird allem Volk widerfahren. Wir müssen diese Freude, die der Engel verkündigt, nur richtig begreifen und Jesus, den Retter in unserem Leben willkommen heißen. „Welt ging verloren, Christ ist geboren.“ Das, meine lieben Freundinnen und Freude gilt uns allen. Gehen wir liebevoll miteinander um, denn nur wenn wir Gutes tun und liebevoll miteinander umgehen verändern wir die Welt zum Guten. Daran sollten wir uns immer wieder erinnern.

Dieser Brief soll Euch daran erinnern, was im vergangenen Jahr von unserem Freundeskreis dank Eurer Hilfe geleistet wurde. Unsere gemeinsame Rumänienhilfe hat selbst nach über 25 Jahren immer noch seine Daseinsberechtigung. Obwohl Rumänien seit 2007 zur Europäischen Union gehört, ist die Not bei vielen Menschen nicht geringer geworden und unsere Hilfe immer noch dringend notwendig. In einigen mehr im Westen gelegenen Regionen hat sich dank der westlich orientierten Industriebranchen und billiger Produktionskosten einiges zum Besseren verändert, jedoch in weiten Gebieten im Süden und Osten mussten viele Betriebe schließen, was Arbeitslosigkeit und Armut nach sich zog. Ganz besonders der ländliche Raum leidet weiter unter großer Armut. Das soziale Netz ist so großmaschig, dass die meisten Menschen, welche Hilfe dringend benötigen, einfach durchfallen. Wohin die nicht unerheblichen Gelder aus Brüssel verschwinden ist ziemlich unklar, denn Korruption und staatliche Misswirtschaft sind leider immer noch tief verwurzelt, sie reichen bis in die obersten Etagen. Ganz aktuell ist die Nachricht, dass der Regierungschef Victor Ponta mit seinem ganzen Kabinett nach massivem Protest aus der Bevölkerung zurückgetreten ist. Ob sich damit grundlegend etwas ändern wird? Tatsache ist, dass viele junge, motivierte Menschen resignieren und der Heimat für immer den Rücken kehren. Zurück bleiben alte, kranke und arme Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind.

Wir unterstützen mit unseren Geld- und Sachspenden soziale Einrichtungen für Arme und Bedürftige. Auch Einrichtungen für Kinder sind in unserm Focus. In diesem Jahr konnten wir wieder 12 große LKW, das sind 145 Tonnen, mit verschiedensten Hilfsgütern auf den Weg schicken. Dafür will ich mich bei den vielen Spendern ganz herzlich bedanken. Doch damit diese Hilfstransporte auch an die vorgesehen Orte kommen, benötigen wir notgedrungen nicht unerhebliche Geldspenden. So haben wir dafür in diesem Jahr ca. 18.000 € für Transporte ausgegeben. Ohne Eure großherzigen Geldspenden wäre das niemals möglich.

In der weit im Osten des Landes liegenden Stadt Piatra Neamt halfen wir in diesem Jahr einer christlichen Gemeinde mit 10.000 € Geldspenden, damit das Sozialzentrum für arme Menschen fertig gestellt werden konnte. Darüber hinaus schickten wir noch fünf LKW mit verschiedensten Hilfsgütern dorthin. In dieser Einrichtung bekommen bedürftige und alte Menschen, die am Existenzminimum leben eine warme Mahlzeit. Ebenso werden Kinder aus armen Familien – meist kommen sie aus Romafamilien – mit Essen versorgt. Sie bekommen Hilfe bei den Schularbeiten und werden den Tag über betreut, damit sie von der Straße weg sind. Für arme kranke Personen, die keine finanziellen Mittel haben um zum Arzt zu gehen, wurde noch eine Krankenstation eingerichtet, in der auch kostenlos Medikamente abgegeben werden.

In Alba Iulia helfen wir dem Diakonieverein unter der Leitung von Pfarrer Wagner vor allem mit den Kleidertransporten, die immer noch sehr begehrt sind, denn durch die Verwertung kann diese Einrichtung Großartiges leisten. Gegen ein sehr geringes Entgelt werden diese Waren verkauft und mit dem Erlös vor Ort Projekte der Diakonie mit finanziert. Es geht dabei um den Erhalt eines Behindertenzentrum, in welchem derzeit 50 behinderte Menschen leben und wohnen. Sie werden dort menschenwürdig versorgt, gepflegt und auch betreut. Soweit es möglich ist werden sie in der Förderstätte auch gefördert. In der Pflegestation der Diakonie werden alte und kranke Menschen aufgenommen und können dort einen menschenwürdigen Lebensabend verbringen. Dies alles wäre ohne Hilfe von außen einfach nicht möglich, denn aus dem Geld, das vom Staat kommt, kann nur ein kleiner Teil der Personalkosten bezahlt werden. Es ist dies eine vorbildliche Einrichtung, die jedoch ohne fremde Hilfe nicht existieren könnte.

Die meisten von Ihnen wissen es ja. Von Anfang an haben wir Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen im Sommer auf eine mehrtägige Kinderfreizeit geschickt, damit sie aus ihrer tristen Umgebung herauskommen und mit anderen Kindern eine nette Gemeinschaft haben, in der ihnen auch von Gott etwas erzählt wird. In diesem Sommer schickten wir die Kinder aus dem von uns betreuten Kinderheim „Casa Ray“ in Dobreni zusammen mit Kindern aus besonders armen Familien, insgesamt 40 an der Zahl, in eine wunderschöne Gebirgsgegend des Landes bei Targu Mures. Dort konnten sie sich mit engagierten Jugendleitern in einer fröhlichen Gemeinschaft bei Spiel und auch Sport erholen und kleine, jedoch unvergessliche Abenteuer erleben. Dass wir diese schönen Tage mit 6.000 €  finanzieren konnten, dafür will ich allen Spendern im Namen der Kinder von ganzem Herzen danke sagen.

Neben Geldspenden schicken wir zu diesem Heim auch verschiedenste Sachen, darunter auch gut erhaltene Fahrräder die wir gespendet bekamen. Unter Anleitung der Betreuer wurden die Fahrräder wieder top hergerichtet und so hat nun jedes Kind sein eigenes Fahrrad worüber sie sich sehr freuen.

Schon seit einiger Zeit unterstützen wir mit Euren Spenden auch Kinder aus Bergbauernfamilien in der Bukowina. Das ist eine, weit im Norden, an der Grenze zur Ukraine liegende wunderbare Landschaft. Doch der Weg der Kinder zur Schule ist bei vielen lang und beschwerlich, insbesondere im Winter. Sehr früh müssen auch bei Dunkelheit, müssen sich die Kinder auf den Weg machen, denn bequeme Schulbusse gibt es dort nicht.

Nicht wenige dieser Kinder hätten das Zeug um nach der Hauptschule das Gymnasium zu besuchen und auch zu studieren, müssen jedoch darauf verzichten, weil dazu den Eltern das Geld fehlt.

Um auch diesen Kindern eine Zukunft zu ermöglichen haben wir an der Schule in Argel in Zusammenarbeit mit dem Schulleiter das Projekt der Schülerpatenschaften ins Leben gerufen. Der Bus in die nächste Stadt zum Gymnasium, die Schulbücher oder auch die Unterkunft am Studienort ist finanziell für viele Eltern dieser begabten Schüler nicht zu bewältigen. Mit monatlich 50 € ist hier schon viel geholfen. Bitte gebt diesen Kindern die Change durch Bildung aus der sonst vorprogrammierten Armut herauszukommen. Es ist eine gute Investition!

Seit Anfang unserer Hilfe vor 25 Jahren packen Schulkinder aus unserem Raum für Kinder in Rumänien Weihnachtspäckchen. Es ist mir eine große Freude, dass sich diese Tradition nun schon so viele Jahre erhalten hat. Zwar kann ich es nicht genau sagen, doch wenn man hochrechnet, dann kommen im Laufe dieser Jahre immerhin mehr als 115.000 Päckchen zusammen, mit denen wir den Kindern in Rumänien immer eine große Freude bereiten konnten. Dass die Geschenke auch wirklich zu den Kindern kommen, dafür stehe ich mit meinem kleinen Helferteam ein, das sich jedes Jahr die Zeit nimmt, um die Geschenke persönlich den Kindern in die Hand zu geben. Die glücklich strahlenden Augen der Kinder und auch die Dankbarkeit der Eltern kann man nicht beschreiben, sie sind für uns jedoch das schönste Weihnachtsgeschenk.

Zum Schluss will ich mich noch bei allen Spenderinnen und Spendern, den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die immer, wenn ich sie brauche zur Stelle sind, ganz herzlich bedanken, denn ohne Euch ginge gar nichts. Es ist viel mühevolle Arbeit nötig, bis die Waren sortiert und in die Bananenkarton gepackt sind. Oft gilt es dann für die Lademannschaft noch am Abend, nach dem wohlverdienten Feierabend hier in Ramsau bis in die Nacht hinein die LKWs zu beladen. Da fließt oft der Schweiß in Strömen. Nur mit dieser wunderbaren Gemeinschaft und mit Gottes Hilfe ist dies alles möglich.

Nähere Informationen Hans Alt, Telefon 08072-3193

Andrea Aschauer

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