Waldeigentümer sollen Entscheidungsfreiheit behalten – Anhörung im Bundestag

Am kommenden Montag (9. November) findet im Deutschen Bundestag eine Öffentliche Anhörung zur Neugestaltung der Hofabgabeklausel statt. In dem Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte (ALG) wird jeder Waldeigentümer verpflichtet, bei Erreichen des Rentenalters seinen Wald zu verkaufen, auf 9 Jahre zu verpachten oder dauerhaft stillzulegen, wenn es keine Erben gibt. Sonst gefährdet er seinen Rentenanspruch. Gegen diese Klausel spricht aus Sicht der Waldeigentümer, … … dass
– es für den Wald keinen klassischen Pachtmarkt gibt, da die Bewirtschaftung – von der Baumpflanzung bis zur Holzernte – über lange Zeiträume und damit über Generationen erfolgt.
– die Stilllegung von Flächen der nachhaltigen Bewirtschaftung entgegensteht. Ein gepflegter Wald ist die Voraussetzung für dessen Vitalität. Er trägt als Kohlenstoffsenke zum Klimaschutz bei und steht außerdem für die Schaffung von Beschäftigung.
– Waldeigentümer auch jenseits des Renteneintritts für ihren Wald Verantwortung übernehmen können, insbesondere wenn sie in Forstbetriebsgemeinschaften zusammengeschlossen sind.
Daher fordert der Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, Philipp Freiherr zu Guttenberg, die forstlichen Betriebsflächen aus diesem Gesetz herauszunehmen und den Waldeigentümern im Sinne der nachhaltigen Waldbewirtschaftung die Entscheidungsfreiheit zu lassen. Denn bei einer Verpachtung besteht immer die Gefahr einer Übernutzung der Bestände durch den Pächter. Kurzfristige Gewinnerzielung aber steht einer langfristigen und nachhaltigen Forstwirtschaft entgegen. Zudem, so zu Guttenberg, sei es sozial nicht zu rechtfertigen, dass langjährige Beitragszahler der Rentenversicherung nicht in den Genuss ihrer Rentenansprüche kommen. „Die Fortführung der Nutzung darf sich nicht negativ auf den Rentenbezug auswirken.“
Zu Guttenberg: „Die Waldeigentümer sind ein Pfeiler im ländlichen Raum. Sie sorgen für dessen nachhaltige Bewirtschaftung und binden künftige Generationen an ein Leben außerhalb der Metropolen.“ Die Waldeigentümer fordern daher, dass dieses Gesetz an die Realität der Waldbewirtschaftung angepasst wird. „Für die Waldeigentümer ist die Hofabgabeklausel ein alter Zopf, der nicht mehr benötigt wird“, so der AGDW-Präsident.

www.waldeigentuemer.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg