Waldeigentümer setzen mit Kanzlerbaum Zeichen für Freiheit und Frieden

AGDW-Präsident Philipp Freiherr zu Guttenberg übergibt Weihnachtsbaum an Bundeskanzlerin / 13 Meter hohe Fichte stammt aus Nordrhein-Westfalen / Zu Guttenberg: „Mit nachhaltiger Forstwirtschaft tragen wir zum Klimaschutz bei und produzieren den ökologischen Rohstoff schlechthin“. Ein Weihnachtsbaum schmückt wieder die Vorderseite des Bundeskanzleramtes. Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde gestern – Donnerstag – von dem Präsidenten der AGDW – Die Waldeigentümer, Philipp Freiherr zu Guttenberg, gemeinsam mit Dr. Philipp Freiherr Heereman, Vorsitzender des Waldbauernverbandes Nordrhein-Westfalen,  eine 13 Meter hohe Fichte übergeben. „Mit diesem Baum wollen wir in diesen eher unruhigen politischen Zeiten ein Zeichen setzen für unsere Werte: für Freiheit und Frieden, für Bodenhaftung und Standfestigkeit, für Offenheit und Verwurzelung“, sagte zu Guttenberg. Anlässlich der Baumübergabe gratulierte der AGDW-Präsident der Bundeskanzlerin herzlich zu ihrem zehnjährigen Jubiläum und wünschte ihr weiterhin viel Kraft und Entschlossenheit.

Der Weihnachtsbaum, den die Bundeskanzlerin als ein „besonders schönes Exemplar“ bezeichnete, wird dem Kanzleramt in diesem Jahr bereits zum 14. Mal von den Waldeigentümern gestiftet. „Das ist eine wunderschöne Tradition, weil sie uns nicht nur an die Adventszeit erinnert, sondern auch daran, dass Nachhaltigkeit und generationenübergreifendes Handeln unsere Tradition in Deutschland ausmachen“, sagte Angela Merkel. „Schließlich sind wir das Land, in dem die nachhaltige Forstwirtschaft erfunden wurde.“ Zu Guttenberg übergab der Bundeskanzlerin – wie bereits in den vergangenen Jahren – zudem eine Schachfigur aus Holz. Dieses Mal war es ein schwarzer Turm.

In diesem Jahr kommt der Baum aus Nordrhein-Westfalen, aus einem Privatforstbetrieb aus der Landeshauptstadt Düsseldorf. Diese Fichte ist rund 40 Jahre alt, wiegt etwa zwei Tonnen und stammt aus der nachhaltigen Forstwirtschaft. „Nachhaltigkeit ist das Grundprinzip unserer Forstwirtschaft in Deutschland, das auf einem Gleichgewicht zwischen Ökologie und Ökonomie basiert. In Nordrhein-Westfalen ist uns neben der Holznutzung und dem Artenschutz die Erholung der Bevölkerung besonders wichtig. Mit dem Grundprinzip der Nachhaltigkeit sorgen wir dafür, dass unser Wald mit dem Menschen in einem guten und vitalen Zustand ist“, sagte Dr. Philipp Freiherr Heereman, der als Vorsitzender des Waldbauernverbandes in dem Bundesland lebt, das die höchste Bevölkerungsdichte und den höchsten Anteil an Privatwaldfläche aufweist.

Angela Merkel bekräftigte, dass sie auf den Wert des Eigentums und die Waldeigentümer vertraue, die unseren Wald gut erhalten und für sich und ihre Nachkommen pflegen würden. Schließlich sei der Wald auch ein Wirtschaftsfaktor. AGDW-Präsident zu Guttenberg hatte anlässlich der Baumübergabe auf die wirtschaftliche Stärke des Clusters Forst und Holz mit einem Umsatz von rund 180 Milliarden Euro und gut 1,1 Millionen Beschäftigten hingewiesen und den vielfältigen gesellschaftlichen Beitrag herausgestellt, den die rund 2 Millionen Waldeigentümer in Deutschland leisten. „Mit unserer nachhaltigen Forstwirtschaft produzieren wir den ökologischen Rohstoff schlechthin und tragen gleichzeitig zur Absenkung der Treibhausgasemissionen bei“, sagte zu Guttenberg mit Blick auf die UN-Klimakonferenz in Paris, die am kommenden Montag (30. November) beginnt. Rund 52 Millionen Tonnen CO2 würden in Deutschland pro Jahr im Wald gespeichert, und gerade Holzprodukte seien in besonderem Maße klimafreundlich. Wald, Holz und die nachhaltige Forstwirtschaft, die gerade im außereuropäischen Ausland als Vorbild betrachtet wird, müssten in der klimapolitischen Debatte daher eine größere Rolle einnehmen, so zu Guttenberg.

„Freiheit, Eigentum und Eigenverantwortung haben in Deutschland zu Wachstum und Innovationsfähigkeit geführt“, sagte der AGDW-Präsident. „Diese Fähigkeiten müssen wir uns erhalten und verknüpfen mit Bodenhaftung und Standfestigkeit.“ Sich in diesem Spannungsfeld zu bewegen, sei auch für die rund 2 Millionen Waldeigentümer eine Herausforderung. Zu Guttenberg: „Allerdings geschieht dies in dem Bewusstsein, dass unsere Werte Bestand haben und sich auch heute wieder bewähren.“

Für den Hintergrund:

Der Kanzlerbaum

–          Die Fichte für den Ehrenhof des Kanzleramts ist rund 13 Meter hoch, gut zwei Tonnen schwer und hat rund 2,5 Millionen Nadeln.

–          Sie stammt aus dem Forstbetrieb Heltorf in Düsseldorf, der eine bewirtschaftete Fläche in der Größe von rund 2300 Hektar zählt. Ein Standbein ist der Verkauf von Weihnachtsbäumen an Kirchen, Gastronomie und Privathaushalte. Darüber hinaus leistet der Forstbetrieb eine Vielzahl von gesellschaftlichen Beiträgen: darunter die Pflege von Park und Wald für Erholungsuchende, Naturschutzleistungen usw.

–          Der Forstbetrieb ist seit 2001 PEFC-zertifiziert. Das PEFC („Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“) ist eine Art Wald-TÜV, ein internationales Zertifizierungssystem, bei dem sich sowohl Waldbesitzer wie auch Unternehmen zertifizieren lassen können. Diese Zertifizierung steht für nachhaltiges Wirtschaften, das sich an ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien orientiert. In Deutschland sind zwei Drittel der Landeswaldfläche zertifiziert, derzeit über 7.300.000 Hektar. www.pefc.de

Die AGDW

–          Die AGDW – Die Waldeigentümer vertritt als Dachverband für 13 Landesverbände die Interessen der über zwei Millionen privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer in Deutschland. Denken und Handeln des Verbandes orientiert sich an den drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales.

–          Die Waldeigentümer sehen in der verantwortungsvollen Nutzung des Waldes die Grundlage für dessen Schutz und Sicherung als Lebens- und Wirtschaftsraum.

–          Der Verband ist Mitglied im Zentralverband der Europäischen Waldbesitzer (CEPF). www.cepf-eu.org

www.waldeigentuemer.de

Andrea Aschauer

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