Volkstrauertag in Prien

gedenkt besonders Bürgerkrieg in Syrien und Flüchtlingsopfern von Lampedusa

Prien    (hö) – Mit einem Ökumenischen Gottesdienst sowie mit Blasmusik, Gebirgsschützen und Ortsvereinen und mit einer Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal beging die Marktgemeinde Prien den diesjährigen Volkstrauertag. Hauptthemen der Gebete und des Gedenkens waren der Bürgerkrieg in Syrien und die Flüchtlingsdramen auf der Insel Lampedusa. Zweite Bürgermeisterin Renate Hof erinnerte in ihren Worten an die Bedeutung des Gedenktages und sagte: „Krieg, Gewalt und Volkstrauertag sind nicht von gestern“.

Bei der kirchlichen Feier in der Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ erinnerten Monsignore Bruno Fink und Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth von der Evangelischen Kirchengemeinde sowie einige Vertreter des Volkes an Dramen der Gegenwart. Seit dem Bürgerkriegsbeginn in Syrien, einem Land mit 20 Millionen Einwohnern, hat es dort 100.000 Tote gegeben und Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht und fürchten um das nackte Überleben. Die kleine, neun Kilometer lange, schmale und 9.500 Einwohner zählende Insel Lampdusa südlich von Sizilien und nahe des afrikanischen Landes Tunesien nahm im Jahr 2003 rund 3.000 Flüchtlinge auf. Allein im  Monat März des Jahres 2011 waren es dann bereits 6.000 Flüchtlinge und in diesem Jahr kamen bisher insgesamt über 50.000 Kinder, Frauen und Männer nach Lampedusa. Hoffnungslos überladene Boote und allein im Oktober 390 Tote dürfen fast 70 Jahre nach Friedensbeginn in Deutschland nicht zum Wegschauen verleiten, so die Redner. Monsignore Fink bezeichnete den Volkstrauertag als Versöhnungstag und rief dann zu Spenden für das seit über 50 Jahren bestehende und weltweit Not lindernde Werk MISERIOR auf.

„Volkstrauertag ist nicht nur ein Tag der Toten, sondern auch der Lebenden“

Schweigend und voran mit der Musikkapelle Prien unter der Leitung von Stefan Reinbrecht voraus zogen die Priener mit ihren Fahnenabordnungen zum Kriegerdenkmal. Dort dankte Zweite Bürgermeisterin Renate Hof vor allem den Jüngeren, die Kriege nur aus den Geschichtsbüchern kennen, für ihr Kommen. „Für die meisten von uns blieben und bleiben die Kriege fremd, deswegen ist der heutige Tag für uns Auftrag, um wachsam zu bleiben. Der Volkstrauertag ist nicht nur ein Tag der Toten, sondern auch ein Tag der Lebenden“, so Renate Hof, die in ihrer Ansprache Papst Franziskus mit den Worten zitierte: „Krieg ist immer eine Niederlage der Menschheit“. Zum Frieden von heute sagte die Bürgermeisterin: „Frieden fängt im Kleinen an,  tragen wir deshalb Verantwortung für unser Land, vor allem jetzt und aktuell vor der Kommunalwahl“. Zum Gedenken an die Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Natur-Katastrophen legte Renate Hof zusammen mit den Gemeinderäten Michael Anner junior und Hans Jürgen Schuster einen Kranz an der Gedenkstätte am Marktplatz nieder. Für den Trachtenverein Prien, die Gebirgsschützenkompanie, die in starker Besetzung auch für den Ehrensalut sorgte, die Feuerwehr Prien, die Königlich Privilegierte Feuerschützengesellschaft, den VdK, die Landsmannschaften der Sudetendeutschen und Schlesier, den Rauchclub sowie für die Krieger- und Soldatenkameradschaft unter dem Kommando von Vorstand und Ehrenbürger Michael Anner senior legten Klaus Löhmann und Klaus Kollmannsberger vom GTEV Prien ebenfalls einen Kranz nieder. Nach einer Schweigeminute zog der festliche Zug mit Blasmusikweisen zurück zum Ausgangspunkt, dem Gasthof Lindenhof.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Volkstrauertag in Prien a. Chiemsee

Nähere Informationen:  www.prien.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg