Volkstanzgruppe „Einigkeit“ aus Brasilien zu Besuch beim Verein der Bayern in Berlin

Überraschend hat sich letzte Woche eine deutsche Volkstanzgruppe aus Südbrasilien beim „Verein der Bayern in Berlin“ ein Stelldichein gegeben. Sie nennen sich die „Original Einigkeit Tanzgruppe“ und sind aus Curitiba, der Hauptstadt des südbrasilianischen Bundesstaates Paraná.

Es ist die Tanzgruppe der deutschen Thalia-Gesellschaft, die 1882 im Süden Brasiliens von deutschen Einwanderern gegründet wurde. Neben Tänzen aus den deutschsprachigen Ländern Deutschland, Schweiz und Österreich werden in dieser Gesellschaft auch Sport und weitere kulturelle Aktivitäten gepflegt.
Berlin war einer der Zielpunkte auf der Europa-Tournee, welche die Tanzgruppe aufgrund seines 25-jährigen Bestehens unternommen hat. Die Tournee begann auf dem Münchner Oktoberfest. Danach ging es über Berchtesgaden, Nürnberg, Bamberg, und Leipzig nach Berlin. Nach Hamburg und Amsterdam findet dann die Reise in Paris ihren krönenden Abschluss, evtl. sogar mit einem Schuhplattler auf der Champs-Elysées.
Wir arrangierten einen gemeinsamen Tanzabend im Zollpackhof, dem „Augustiner“ an der Spree, in der Berliner City. Der Geschäftsführer Benjamin Groenewold stellte hierfür extra seine neu erbaute Remise zur Verfügung. Aus Leipzig kommend, überraschten uns die Gäste mit Ihrer wunderschönen Bayerntracht. Der Leiter der Volkstanzgruppe, Marcos von Müller, dessen Großvater aus Leipzig stammt, wies darauf hin, dass während der gesamten Tournee ausschließlich bayerische Tracht getragen wird, schließlich steht die Reise auch im Zeichen des „Oktoberfestes“. Ansonsten tritt die Tanzgruppe, je nach den landesspezifischen Tänzen, auch in der zugehörigen Landestracht auf. D.h. sie haben nicht nur verschiedene deutsche Trachten, sondern auch welche aus der Schweiz und Österreich in ihrem „Kleiderschrank“.
Nach einigen gegenseitigen Tanzvorführungen wurde nahezu den ganzen Abend gemeinsam in stimmungsvoller Atmosphäre getanzt. Unser Siegi an der Steierischen konnte auch die Gäste zu ihren Tänzen souverän musikalisch begleiten. Daneben trugen Alphornklänge zur Bereicherung des deutsch-, bzw. bayerisch-brasilianischen Brauchtumsabend bei. Auch wenn nur wenige der Gäste der deutschen Sprache mächtig waren, so konnte man sich doch zum Teil in Englisch oder mittels Dolmetscher gegenseitig sehr gut verständigen. Mit einer herzlichen „Obrigado“ (Vergelt’s Gott auf Portugiesisch) und einer Einladung unseres Vereins nach Brasilien verabschiedeten sich die Gäste zu später Stunde. Sicherlich bleibt dieser Tanzabend allen Beteiligten noch lange in angenehmer Erinnerung.

Bericht und Bilder: Helmut Amberger, Verein der Bayern in Berlin

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg