Volksmusikfreuden im Bayerischen Wald

Unverfälschte Volksmusik, wie sie seit Generationen im Bayerischen Wald daheim ist, gehegt und gepflegt wird, erklang am letzten Oktober-Samstag in Lam. Der Heimat- und Volkstrachtenverein „D´Ossabuam“ durfte diesmal Gastgeber des traditionellen Hoagartns des Bayerischen Waldgaues sein.

Vorsitzender Xaver Greiner freute, sich unter den Besuchern im leider nicht ganz voll besetzten Post-Saal zahlreiche Abordnungen benachbarter und befreundeter Trachtenvereine begrüßen zu können. Ein herzliches Grüß Gott galt zudem der Vorstandschaft des Waldgaues und auch die drei Bürgermeister der Marktgemeinde ließen sich den waidlerischen Heimatabend nicht entgehen. Gemeindeoberhaupt Paul Roßberger freute sich, dass die Veranstaltung Station in Lam macht und wünschte allen viel Freude an der schönen Musik.
Der Hoagartn des Bayerischen Waldgaues lebt vom Herzblut des Musikreferenten-Paares Hermann und Ingrid Hupf, von deren Liebe und Begeisterung für waidlerische Volksmusik. Vom Publikum im Hotel Zur Post bekamen die Hupfs an diesem Abend einmal mehr die Bestätigung, dass sie ein gutes Händchen bei der Auswahl der Gruppen und Lieder bewiesen haben.
Mit Charme und Witz und natürlich singend führten Ingrid und Hermann Hupf in das Programm ein und stellten die beteiligten Gruppen kurz vor – „S´gfreit uns, dass´heit kemma seids“. Zum Moderator Franz Mothes meinten sie: „An Schmatzer hama a dabei. Dem fällt meistens glei ebbs Spaßigs ei“. Der so Vorgestellte war eingangs überzeugt, dass der Herrgott ein Waidler sein muss, „weil sonst hätt er unsere Hoamat net so schee erschaffen“.
Die „Hirmoblosn“, sechs Musikanten aus Bischofsmais, spielten zünftig auf und ließen auch ihre Stimmen erklingen. Schöne Saitenmusik boten die sieben Frauen und Männer der Gruppe „Vielsaitigkeit“. Das Regental Gsangl ist in der Region bestens bekannt und wurde auch diesmal mit Zither und Gitarre begleitet. Die jungen Geschwister Binder erfreuten mit Akkordeon und Steirischer und bewiesen, dass sie nicht nur musizieren, sondern auch singen können. Schließlich und endlich trugen die vier gestandnen Mannsbilder der Arnbrucker Sänger zu dem wunderbar harmonischen und gleichermaßen abwechslungsreichen Programm bei. Zwischendurch animierten die Musikreferenten das Publikum dazu, einen Titel mitzusingen. Die Lieder zeugten von großer Liebe zum Bayerischen Wald, Bescheidenheit und einem tief verwurzelten Gottvertrauen.
Franz Mothes strapazierte mit zahlreichen Anekdoten und Witzen die Lachmuskeln der Zuhörer, sorgte jedoch auch das eine oder andere Mal für Nachdenklichkeit, wenn er die heutige Gesellschaft kritisch beleuchtete. Als Pfarrer Ambros Trummer etwas später zum Hoagartn erschien, begrüßte er den Herrn Hochwürden als „Bischof vom Wingai“. Der Kirchgang sei früher so etwas wie eine Lebensversicherung gewesen, „weil dahoam sterm d´Leit und net in da Kircha“. Er gestand, erst einmal in Lam gewesen zu sein, und das war in der Kirche. „Heit bin i der von mir hochverehrten Moastabaun Liesl ins Gäu ganga“, erklärte er und warb gleichzeitig für ihr gerade erschienenes Büchlein mit Mundartgedichten und dem Titel „Af Weihnacht´n zou“. Die Bücher fanden im Übrigen zu späterer Stunde reißenden Absatz.
Der 2. Gauvorsitzende Adolf Breu aus Grafenwiesen bedankte sich im Namen des erkrankten Vorstand Andreas Tax bei allen Sängern und Musikanten, die den Anwesenden ein paar schöne Stunden bereitet haben. Das Publikum betätigte dies postwendend mit einem kräftigen Applaus. Ein herzliches Vergelt´s Gott sagte er allen Besuchern sowie dem Musikreferentenpaar Hermann und Ingrid Hupf für die Organisation. „Sagt´s es all jenen, die nicht da waren weiter, wie schön es war“, appellierte Breu an die Anwesenden.
Eine Überraschung gab es am Ende für Gauschriftführerin Regina Pfeffer. Ingrid Hupf bedankte sich mit einem kleinen Präsent herzlich bei ihr für die immerwährende Hilfe bei der Planung und Durchführung: „Man braucht sich mit seinen Fragen oder Bitten nur vertrauensvoll an die Regina wenden und sie erledigt es. Auf sie ist Verlass.“

Bericht und Bilder: Astrid Fischer-Stahl/Regina Pfeffer

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg