Versammlung bei der Feuerwehr in Aschau

„Die Beschaffung einer Drehleiter für die Feuerwehr Aschau bleibt das große Ziel der Einsatzkräfte und die Notwendigkeit muss in der Öffentlichkeit immer wieder angesprochen werden“, erklärte Kommandant Michael Hofmann in seinem Bericht bei der Jahreshauptversammlung der Aschauer Feuerwehr im Gasthof Klause in Bach.

„Mein Eindruck: Die Verwaltungsspitze im Aschauer Rathaus ist der Auffassung, der Brandschutz sei ein notwendiges Übel und die Feuerwehrführung wird durch übermotivierte Fachleute besetzt!“ Bürgermeister Peter Solnar verwies in seiner Antwort darauf, dass das Problem Drehleiter in der Vergangenheit in der Verwaltung und im Gemeinderat umfassend bearbeitet wurde und das Gremium am Ratstisch letztlich zu einem anderen Ergebnis und zu der Entscheidung gekommen sei: „Eine Drehleiter ist nicht notwendig“. Sollte es neue Erkenntnisse zur Notwendigkeit der Beschaffung einer Drehleiter geben, dann werde das im Rathaus wieder ergebnisoffen bearbeitet.

„Die Aschauer Feuerwehr wurde im vergangenen Jahr 52 mal (Vorjahr 60) alarmiert“, erklärte Kommandant Hofmann in seinem peniblen Jahresbericht, „zehn Mal mussten wir zu Bränden ausrücken, fünf Einsätze galten Personen in Not und Gefahr, leider konnten wir dabei zwei Personen nicht mehr helfen. Bei drei Tierbergungen halfen die Einsatzkräfte unter anderem einer Schlange in die Freiheit und ebenso einem Hirsch, der sich unentrinnbar in einem Drahtnetz verfangen hatte. 23 technische Hilfeleistungen, darunter zehn Verkehrsunfälle, forderten die ganze Palette der Einsatzausbildung von den Feuerwehrleuten ab. Zehnmal leisteten sie Sicherheitsdienst für die gesamte Dorfgemeinschaft.

617 (824) Einsatzstunden waren für diese 52 Alarmierungen zu verzeichnen, dazu kamen 750 Übungsstunden; weitere 100 Stunden waren Maschinisten und Atemschutzgeräteträger bei Lehrgängen auf Landkreisebene eingesetzt, 30 Stunden stand der Brandcontainer für die Einsatzkräfte zur Verfügung. Bei diesen 1497 Stunden Dienstzeit wurden die MTA Lehrgänge sowie die Wartungs- und Pflegearbeiten im Feuerwehrhaus und rundherum nicht einberechnet. Alleine die 1497 Einsatz- und Übungsstunden ergäben einen kalkulatorischen Wert von 52400 Euro, so Kommandant Hofmann, das leisteten die Aschauer Feuerwehrleute „für ein Dankeschön oder auch keins“.

Gerhard Knickenberg erhielt die Ärmelstreifen für 30-jährigen aktiven Dienst in der Feuerwehr, Lorenz Hofmann für zehn Jahre aus der Hand von Kommandant Michael Hofmann und Bürgermeister Peter Solnar. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung wurde Christian Rucker in die aktive Mannschaft verpflichtet. Bastian Andrelang, Lukas Kraus und Jakob Hündl junior wurden zum Feuerwehrmann befördert, Max Fischer zum Oberfeuerwehrmann. Tobias Brinkmann und Thomas Heinl erhielten die Streifen des Oberlöschmeisters, der stellvertretende Kommandant Fabian Schneikart ist ab sofort Hauptlöschmeister.

Viel Arbeit steckten die Führungskräfte in die Beschaffung des neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs 20 (HLF 20), im Juli 2016 wurde es bei der Firma Rosenbauer bestellt, voraussichtlich im Juli 2017 wird es ausgeliefert und im Oktober ist die große Fahrzeugweihe vorgesehen.

„Die Aschauer Feuerwehr ist im Dorf ständig präsent“, stellte Vorstand Franz Scheck in seinem Jahresbericht fest. Er dankte allen Mitgliedern für ihre Arbeit, sowie allen Gönnern und Spendern des Vereins; „der Verein nahm an allen Veranstaltungen in Aschau und rund ums Dorf teil, beteiligte sich an der Primiz unseres Mitglieds Philipp Werner und am Gründungsfest der Wildenwarter Feuerwehr“. Der Verein erhielt großzügig Spendengelder aus dem gesamten Gemeindebereich, die – wie von den Spendern gewünscht – sofort wieder in die Ausstattung der Aktiven investiert wurden. „Die Aschauer haben in den vergangenen Jahren beim Hochwasser gesehen, was ihre Feuerwehr leisten kann und wollen mit ihrem Geld dabei helfen, dass es noch besser geht“. Scheck und Bürgermeister Solnar bedankten sich bei den Aschauern, für diese schnelle und unbürokratische Förderung der dorfeigenen Einsatzkräfte. Der Rathauschef lobte als Dienstherr der Feuerwehr den Feuerwehrverein auch für die Übernahme der Kosten von Ausrüstungsgegenständen und Material. Die Aschauer Vereinsführung sei immer bestrebt, die Ausrüstung und Ausbildung der aktiven Wehr auf dem neuesten Stand der Feuerwehrtechnik zu halten. „Unsere beiden Feuerwehren sind gut ausgestattet, beim Ehrenamt darf man nicht sparen“. Der Bürgermeister dankte für die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Sachrang und grenzüberschreitend mit der Tiroler Feuerwehr vom Niederndorferberg, sowie vor allem für die Jugendausbildung. „Wir bedanken uns für die Präsenz der Feuerwehr im täglichen Leben, ein Leben im Dorf ist ohne die Feuerwehr nicht möglich!“

 

Bericht und Foto: Heinrich Rehberg – (von links: Kommandant Hans-Michael Hofmann – Bürgermeister Peter Solnar – Lorenz Hofmann – Fabian Schneikart – Gerhard Knickenberg)

Gerhard Knickenberg erhielt die Ärmelstreifen für 30-jährigen aktiven Dienst in der Feuerwehr, Lorenz Hofmann für zehn Jahre aus der Hand von Bürgermeister Peter Solnar sowie der beiden Kommandanten Michael Hofmann und Fabian Schneikart.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg