Vernissage in der Bernauer RathausGalerie

Nach dem großen Erfolg und der positiven Resonanz auf die erste Kunstausstellung im November letzten Jahres, konnte bereits die zweite Ausstellung des Bernauer KunstKreises im wieder zu einer Galerie erweiterten Rathaus eröffnet werden. Das Motto dieses Mal lautet „Bernauer Landschaft im Focus“ und zeigt eine Reihe von Gemälden aus den Schätzen des Rathausarchivs.Bürgermeister Philipp Bernhofer schilderte in seiner Begrüßung, wie er vor einigen Jahren – damals noch als Gemeinderatsmitglied und Kulturreferent – zum ersten Mal im Alten Rathaus mit den vielen Gemälden in Kontakt gekommen sei. Er dankte dem KunstKreis, die Kunstschätze der Gemeinde in den eigenen Räumen für die Öffentlichkeit zu präsentieren.

Kulturreferentin Michaela Leidel, schilderte den Ablauf, wie es zu dieser neuen Ausstellung gekommen sei. Beim Abhängen der letzten Ausstellung habe sie gegenüber Mitgliedern des Kunstkreises erwähnt, dass die Gemeinde eine Kunstsammlung besitze, die aus Schenkungen, Nachlässen oder Aufkäufen stammen. Sofort entstand das Interesse diese Bilder anzusehen und für die Öffentlichkeit zusammenzustellen. Entstanden ist eine Ausstellung, die das Augenmerk, den Focus, auf die Landschaft um Bernau wirft. Im Zentrum steht dabei eine neu gestaltete Installation, die mit den Bildern und dem Thema Bernau korrespondiert.

Marah Strohmeyer-Haider, die Initiatorin des Bernauer KunstKreises, freute sich über den regen Zuspruch bei dieser Vernissage und dankte der Gemeinde, dass der Verein die Möglichkeit erhalten habe, die Kunstschätze aus dem Rathausarchiv zu sichten und für diese thematische Ausstellung verwenden zu dürfen. Es sei schön, Gemälde von Sieck, von. Hötzendorff, Seyring und eine Reihe eher unbekannter Maler in der Hand zu haben. Der KunstKreis wollte aber auch etwas Eigenes zeigen und so haben die Künstler auf einen alten Entwurf von ihr zurückgegriffen und ihn in gemeinsamen Gesprächen zu dem weiterentwickelt, was er heute ist: Eine Installation mit dem Thema „Dialog der Elemente“. Nachbarn halfen mit alten Holzplanken aus, alle 15 Mitglieder sammelten Erde und Wasser und ordneten es in Glas-Stelen an. „Für alle Beteiligten sei dies ein spannendes Unterfangen gewesen,“ so Strohmeyer-Haider. Für die sehr teuren Stelen konnte dann noch ein Privatsponsor gefunden werden und die Künstlergruppe konnte sich an die endgültige Arbeit machen.

Dorothee Tielemann, eine der beteiligten Künstlerinnen, erläuterte dann den Besuchern die Installation. Die 1,2 Meter hohen, gefüllten Glas-Stelen stehen auf einem alten Holzsteg, der aus Felden stammt. Er symbolisiert das Element Holz und erinnert an die vielen Bäume, die auch heute noch die Chiemgauer Landschaft prägen. Steine auf dem Steg sind das Symbol für die Felsen, die man auf vielen Chiemgaugemälden findet. Die Erde in einer der Glas-Stelen wurde an verschiedenen Orten in und um Bernau eingesammelt und steht für die fruchtbare Landschaft. Das farblich verschiedene Element Wasser, das in kleine Flaschen abgefüllt wurde, stammt aus Quellen und Bächen der Umgebung und dem Chiemsee. Federn stellen das Element Luft dar und erinnern an die Vielfalt von Vögeln, die durch die Lüfte ziehen und am Chiemsee ein wahres Vogelparadies vorfinden. Das spirituelle Feuer, das in vielen Kirchen und Kapellen des Chiemgaus zu spüren ist, wird durch Kerzen, Votivkerzen und Bibeln ausgedrückt. Biergärten und Wirtshäuser gehörten schon immer zur Landschaft des Chiemgaus. Sie werden durch Hopfenblüten und Bierflaschen in der letzten Glas-Stele symbolisiert. Die Besucher der Vernissage schlenderten anschließend interessiert durch die Gänge und zeigten sich begeistert für die Ausstellung und das Thema. Bei Häppchen und Getränken kam man auch mit den Künstlerinnen des KunstKreises ins Gespräch. Umrahmt wurde die Vernissage von Franz Weingartner auf seiner Ziach, der – passend zur Ausstellung – ebenfalls aus Bernau stammt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 4. November 2016 während der normalen Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen.

Bericht und Bilder: Georg Leidel

Bildunterschrift: Kulturreferentin Leidel und Bürgermeister Bernhofer ließen sich von Marah Strohmeyer-Haider und Dorothee Tielemann die Entstehung der Stelen-Installation erklären

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg