Trauerfeier für Priener Original Walter Gerlmayer

Mit dem Tod von Walter Gerlmayer ist die Gemeinde Prien um ein bekanntes Original ärmer geworden – dies zeigte sich bei den Trauerfeierlichkeiten für die im Alter von 89 Jahren verstorbene Persönlichkeit. Beim Wortgottesdienst in der Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ erinnerte Gemeindereferent Werner Hofmann  daran, dass Gerlmayer bei seiner Großmutter aufwuchs, nach schwerer Kindheit eine Schusterlehre begann und 1944 als Siebzehnjähriger zur Wehrmacht eingezogen wurde. Nach dem Krieg war er viele Jahre Schaffner bei der Deutschen Bahn, gründete eine Familie mit drei Kindern, half seiner Frau Maria viele Jahre bei der Führung der Gaststätte Schützenhaus im Priener Eichental und war im Ruhestand noch einige Jahre stimmgewaltiger Stegwart für die Chiemsee-Schifffahrt auf der Herreninsel. Die musikalische Gestaltung der Trauerfeierlichkeiten in der Kirche und auf dem Friedhof übernahmen eine Gruppe des Priener Gospelchores, Prof. Johannes Fischer an der Orgel und ein Enkel des Verstorbenen auf der Geige. Den Trauerzug im  Friedhof führten Priener Blasmusikanten an. Die Musik war ein Leben lang für Walter Gerlmayer von hoher Bedeutung. Sein Können und seine Stimme stellte er ungezählte Male der Liedertafel, dem Kirchenchor Bernau, dem Bauerntheater, den Preaner Buam, dem Trachtenverein Prien sowie weiteren Vereinen und Veranstaltern zur Verfügung. Gerne gehört bei Volksmusik- und Hoagascht-Veranstaltungen wurde er als humorvolles Gebirgsschützen-Duo zusammen mit Ekkehard Schwimmbeck. An ein erfülltes Leben und an viele Beiträge für das gesellschaftliche Leben durch Walter Gerlmayer erinnerten die Nachrufe bei der Urnenbeisetzung. Ludwig Feßler, Senior-Chef der Chiemsee-Schifffahrt dankte dem ehemaligen Stegwart für seine Zuverlässigkeit und Freundlichkeit. 55 Jahre war Gerlmayer Mitglied beim Eisenbahnerverein Rosenheim, daran erinnerte Peter Dagg. Walter Jänicke sagte Dank für 50 Jahre Mitgliedschaft beim Rauchclub Prien. Otto Dauer senior von den Priener Feuerschützen hob die Verbindung zum ehemaligen Schützenwirt hervor, der sich auch bei der Neuanschaffung der Vereinsfahne verdient gemacht hatte. Über 50 Jahre war Gerlmayer auch dem Trachtenverein Prien verbunden. Wie  stellvertretender Vorstand Klaus Löhmann sagte, stellte sich Gerlmayer mehrmals als Wirt bei der Herbergssuche und beim Krippenspiel zur Verfügung. 57 Jahre gehörte Gerlmayer der Krieger- und Soldatenkameradschaft an, dafür sprach Vorstand Georg Fischer junior ein herzliches „Vergelt´s Gott“. Großes Engagement bescheinigte auch Franz Fritz junior vom Priener Bauerntheater dem Verstorbenen, der dieser Gemeinschaft 61 Jahre angehörte. Als treuen Sänger würdigte Hans-Jörg Decker vom Bernauer Kirchenchor Walter Gerlmayer und Hautmann Rudi Holthausen dankte seinerseits für die Priener Gebirgsschützen, deren Mitglied Gerlmayer  seit 1967 war und deren Weihnachtsfeiern und Maiandachten er gerne volksmusikalisch verschönerte. Zum Lied vom guten Kameraden schoss die Gebirgsschützenkompanie einen dreifachen Ehrensalut und die sechs anwesenden Ortsvereins-Fahnen senkten sich zum letzten Gruß. Mit einem von seinem Sohn Hans und dessen Frau gesungenen Lied ging die Trauerfeier zu Ende.

 

  • Foto:  Hötzelsperger – Walter Gerlmayer (bei einem Hoagascht in Wildbichl)
  • Sterbefoto Walter Gerlmayer

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg