Trauerfeier für Eberhard Schuhmann in Bernau – Aussergewöhnliche Leistungen für bayerische Schützen, Bernau und Vereine

Die große Kirche „St. Laurentius“ von Bernau konnte die Anzahl der Trauernden bei weitem nicht fassen, als der nach schwerer Krankheit im Alter von 70 Jahren verstorbene Eberhard Schuhmann seinen letzten Erdenweg begann. Rund 50 Standarten und Fahnenabordnungen prägten das Bild im Gotteshaus sowie auf dem Friedhof und sie waren beredtes Zeugnis vom außergewöhnlichen ehrenamtlichen Schaffen im Leben des Verstorbenen. Eberhard Schuhmann ist ein großer Verlust für seine Familie, für das Schützenwesen und für Bernau – so der Tenor der Nachrufe.Das Requiem wurde mit Weisen von Bernauer Alphornbläsern eröffnet und von zwei Jugendfreunden von Eberhard Schuhmann in Konzelebration gefeiert. Monsignore Karl Ellmann, ein gebürtiger Bernauer kannte Schuhmann aus der gemeinsamen Ministrantenzeit, der Geistliche ist nach langjähriger Tätigkeit in Teisendorf nunmehr in der Schwesternseelsorge in der Oberpfalz tätig. Ruhestandspfarrer Valentin Tremmel aus Obing war von 1958 bis 1961 in Bernau als Kaplan und auch er war über das Ministranten- und Schützenwesen mit Schuhmann verbunden. Die Geistlichen erinnerten, dass Schuhmann zwei Tage vor seinem Tod noch am Heilig Abend das Weihnachtsevangelium in traditioneller Weise in der Familie hören wollte. In den Lebenserinnerungen wurde wachgehalten, dass Eberhard Schuhmann im Kriegsmonat März 1945 zur Welt kam und im Nachruf der Klassenkameraden wurde gesagt, dass der junge Eberhard schon sozial eingestellt und friedensstiftend war. Schuhmann erlernte nach der Volksschule in Bernau den Beruf eines Kaufmanns, was ihm nach der Hochzeit mit seiner Ehefrau Christl bei der Übernahme des Textilgeschäfts von seinen Adoptiv-Eltern zugute kam. Bürgermeister Philipp Bernhofer sagte in seinem Nachruf: „Eberhard Schuhmann hat sich über seine Heimatgemeinde hinaus verdient gemacht. Sein Tod bedeutet momentanen Stillstand in unserem Gemeinwesen“. Schuhmann war 23 Jahre Mandatsträger als Gemeinderat und davon fünf Jahre als Dritter Bürgermeister in Bernau, anschließend half er dem Gemeinwesen noch als Marketing-Manager, als Zivilschutzberater und als Motor der Gemeindezeitung „Bernauer“. Hierfür und für vieles mehr erhielt der die Bundesverdienstmedaille durch den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler und er erhielt auch die Bernauer Bürgermedaille.

Oberbayerns Bezirksschützenmeister Alfred Reiner aus Erdweg sprach von einer tiefen Betroffenheit bei den Sportschützen. „Das Ehrenmitglied des Bayerischen Sportschützenbundes und der Ehren-Bezirksschützenmeister begann seine Schützen-Laufbahn 1963 beim heimatlichen Eichet-Schützenverein und als Pressesprecher des Schützengaues Chiemgau-Prien. 2008 übernahm er das Amt des Schützenmeisters im 150.000 Mitglieder starken Sportschützenbund Oberbayern und schon bald war er in Gremien und Arbeitskreisen des Bayerischen Sportschützenbundes (BSSB) vertreten. Dort setzte er sich für eine saubere und christliche Ausübung des Sports ein. Besonders freute er sich über gute Leistungen, wenn es bei der Jugend im Lichtgewehr-Schießen um den von ihm gestifteten Eberhard-Schuhmann-Pokal ging“. Wie Bezirksschützenmeister Reiner weiter sagte, war Schuhmann Vorbild, wenn es darum ging, das Ehrenamt und das Familienleben in Einklang zu bringen. Zuletzt war Schuhmann bei der Organisation bei der Weltmeisterschaft der Sportschützen in Hochbrück im Einsatz, dabei verstand er es, den Teilnehmern innerhalb des Rahmenprogramms seine Chiemseer Heimat näher zu bringen. Die Schützen kamen mit ihren Fahnen sogar aus Salzburg, Tirol und Südtirol als Zeichen der Verbundenheit.
Christian Glas vom Bayernbund dankte namens des Kreisverbandes Rosenheim und des Landesverbandes für das aktive Wirken von Eberhard Schuhmann für die bayerische Heimat und für die vom Bayernbund vertretenen Werte. Als Alt-Bürgermeister, Gauschützenmeister und Freund sprach Klaus Daiber namens aller örtlicher Organisationen und Vereine einen Nachruf. Dabei erinnerte Daiber an viele Mitgliedschaften, Funktionen und Leistungen von Eberhard Schuhmann, so war er 44 Jahre beim Gewerbeverein Bernau und Initiator des Laurenzi- und Advent-Marktes, seit 1970 kamen durch soziale Vereinsmaßnahmen bis heute 180.000 Euro zustande, die ihm mit zu verdanken sind, er war dabei als die Kranken- und Bürgerhilfe gegründet wurde, er half bei der Wasserwacht und beim Förderverein Wasserrettung Chiemsee, er organisierte 1988 drei Groß-Container-Hilfs-Lieferungen nach Uganda, er begleitete von 1992 bis 1994 die von ihm zusammengestellten Hilfstransporte nach Kroatien, seit 1966 gehörte er der örtlichen Feuerwehr an, weitere Mitgliedschaften und Ämter hatte er bei den Trachtenvereinen Bernau und Hittenkirchen, bei den Edelweiß-Schützen, bei der Bernauer Volksbühne (1965 bis 1983 sogar als aktiver Mitspieler), beim Veteranen- und Reservistenverein, beim Verkehrsverein (dem er bis zur kürzlich erfolgten Auflösung noch ein gutes Finanzpolster verschaffte), beim TSV Bernau, beim VdK Bernau sowie bei den Gebirgsschützenkompanien Bernau und Prien. „Besonders charakteristisch für sein Wirken war sein 37 Jahre dauernder Nikolausdienst, dessen gesamten Erlöse er caritativen Zwecken zukommen ließ“, so Klaus Daiber der seinen langjährigen Weggefährten als lebenslustig, hilfsbereit und verlässlich bezeichnete. Insbesondere seine Familie mit Ehefrau Christl, drei Kindern und zwei Enkelkindern sowie seine beiden Brüder mit ihren Familien haben einen großen Halt verloren. Auf Wunsch von Eberhard Schuhmann erklang vor dem Leichenhaus und vor dem Gang der Urne an das Familiengrab der von der Musikkapelle Bernau unter der Leitung von Albert Osterhammer intonierte Tölzer Schützenmarsch.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Trauerfeier für Eberhard Schuhmann in Bernau

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg