Trachtler aus den drei niederbayerischen Gauen waren bei Papstaudienz zugegen

Alle Wege führen nach Rom. Dieser geflügelte Ausspruch wurde Wirklichkeit beim Trachtlerausflug der drei niederbayerischen Gaue Dreiflüsse-Trachtengau Passau, Trachtengau Niederbayern und Bayerischer Waldgau, der von Alois und Regina Haydn organisiert wurde. Für 144 Reisende begann der Ostermontag zeitig in der Früh. Noch zu nachtschlafender Zeit (3 Uhr) setzten sich die drei Reisebusse in Bewegung, um die aus allen Himmelsrichtungen stammenden Trachtler einzusammeln. Vorbei an den noch schneebedeckten Gipfeln der Chiemgauer Berge ging es über den Brenner auf die italienische A1, die „Strada del Sole“. Brixen, die Bischofsstadt Bozen, Trient und Verona tangierend machte man sich erstmals mit dem Land bekannt. Staunend sahen die gut gelaunten Trachtler die in voller Blüte stehenden Obstbäume, die weitläufigen Weinberge und imposanten Burgenanlagen an sich vorbeiziehen. Die gut 1000 Kilometer waren mehrmals unterbrochen durch Kaffeepausen, bei denen man sich regenerieren konnte. Auf einem Parkplatz kurz vor dem Ziel spielten die mitfahrenden Musiker zum Tanz auf und das turbulente Geschehen diente als bevorzugtes Fotomotiv für die anwesenden Japaner. Zur Abendessenszeit erreichte man schließlich die „ewige Stadt“ und nahm in den ausgewählten Hotels Quartier ein. Das erste anvisierte Ziel der Trachtler war am Dienstag die schönste Kirche Roms. Von den insgesamt 400 Kirchen Roms sind die Hälfte der Muttergottes gewidmet. Sankt Paul vor den Mauern, eine der vier Papstbasiliken Roms, beherbergt das Grab des heiligen Paulus. Hier und auch vor den anderen Kirchen musste man wegen der Terrorgefahr umfangreiche polizeiliche Kontrollen über sich ergehen lassen. Die Stadtbesichtigung mit Führung durch das „Antike Rom“ führte weiter über die Via Appia (erste Straße Roms) zu der ältesten Papstkirche San Giovanni im Lateran, die dem Apostel Johannes geweiht ist. Zu der nahen Kapelle Sancta Sanctorum (Heiligste Kapelle) im ersten Stock führte die Heilige Treppe, die die Gläubigen knieend emporsteigen. Santa Maria Maggiore ist bekannt für das „Schneewunder“. Wie die Führerin erklärte, sei hier in der Nacht des 4. August im Jahr 352 im brütend heißen Sommer Schnee in der Form eines Grundrisses für die Kirche gefallen, was zum Bau der Basilika geführt hat. Weitere Stationen waren das Kolosseum und das Forum Romanum.  Nachdem alle Mitreisenden im Hotel ihr Festtagsgewand angelegt hatten, begab man sich in die Kirche Santa Maria della Pietá auf dem Campo Santo Teutonico, um mit Bischof Franz-Peter Tebartz- van Elst, der schon in Passau und Regensburg gewirkt hat, Gottesdienst zu feiern. Begleitet von der Stubenmusik der D‘Horibergler Alkofen sangen alle inbrünstig die Waldler-Messe, die diese heiligen Hallen sicher noch nicht gehört hatten. In seiner bewegenden Predigt sprach der Bischof über die Bedeutung der Tradition der Tracht, die in der globalen Welt immer wichtiger wird. „Tracht ist kein Überziehen von Gewohnheiten, sie geht oder vergeht nicht mit der Zeit, sondern macht den österlichen Menschen erkennbar.“ Zum Dank überreichte ihm Regina Haydn ein Fass Bier und einen Präsentkorb. Der Abend klang aus mit einer Lichterfahrt und Spaziergang zu den schönsten Plätzen der italienischen Hauptstadt: Piazza Venezia, Najaden- und Trevi-Brunnen. Bei der Spanischen Treppe (die leider derzeit wegen Renovierung gesperrt ist) führte man sehr zur Freude der Passanten einige Volkstänze auf. Der dritte Reisetag stand im Zeichen der Papstaudienz auf dem Petersplatz, an der man auf Vermittlung von Dr. Ronny Raith, der in Rom Kirchenrecht studiert hatte, teilnehmen durfte. Mit Tausenden von Pilgern und Menschen aus aller Welt erlebten die Trachtler hautnah die sympathische Aura und das Charisma von Papst Franziskus. Nach dem Segen erklang noch die Bayernhymne. Ein bewegendes Erlebnis war es vor allem für Alois und Regina Haydn, die als Ehrengäste auf der Tribüne Platz nehmen durften und sogar für ein kurzes Gespräch mit ihm Gelegenheit hatten. Als Präsent überreichten sie ein wertvolles Arma-Christi-Kreuz und Bier. Am Nachmittag waren die etwas unheimlichen Domitilla-Katakomben und die Sommerresidenz des Papstes, Castel Gandolfo in den Albaner Bergen, sehenswert. Das Abendessen wurde bei Musik und geselligem Beisammensein in einem urigen Weinlokal in Frascati eingenommen.  Früh aufstehen hieß es am Donnerstag, denn der Petersdom, das Zentrum des Christentums und größte Kirche der Welt, wurde erkundet. Einige nutzen die Möglichkeit, die Kuppel des Petersdoms (551 Stufen) zu besteigen, um einen Blick über ganz Rom zu erhaschen. Weiter führte der Spaziergang mit Führung durch Rom zur Piazza Navona, Pantheon, Engelsburg und Engelsbrücke. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung.  Abschied nehmen von Rom war am Freitag angesagt, als man sich nach Assisi aufmachte. Neben der Kirche Maria degli Angeli in Porziuncola beeindruckte vor allem die Doppelkirche San Francesco, die aus zwei übereinander gebauten Kirchen besteht und über dem Grab von Franz von Assisi errichtet wurde. Die malerische Altstadt lockte zu einem Bummel durch die Geschäfte und Einkehr in den zahlreichen Cafés. Am Abend sorgte ein weiteres geselliges Beisammensein auf dem Marktplatz mit spontanen Musik- und Tanzdarbietungen für einen gelungenen Tagesabschluss. Auf der Heimfahrt am Samstag wurde noch in Kiefersfelden eingekehrt und eine kurze Reise-Nachlese getroffen. Trotz straffem Programm war die Reise für alle eine wunderbare Erfahrung voller besonderer Eindrücke und schöner Erinnerungen. Es braucht sicherlich seine Zeit, um all das zu reflektieren, was die niederbayerischen Trachtler in Rom erlebt und erfahren haben. Das Bier für Papst und Bischof wurde dankenswerter Weise gesponsert von den Brauereien Hacklberg Passau und Falter-Bräu Regen. (krp)

Bildunterschrift zu ko-krp-Romreise Trachtler 2016-1:                                                                                                            Spontan wurden auf dem Parkplatz die Instrumente ausgepackt und das Tanzbein geschwungen.

Bildunterschrift zu ko-krp-Romreise Trachtler 2016-2:                                                                                                            Der weißblaue Himmel lachte über der Romfahrt der niederbayerischen Trachtler.

Bildunterschrift zu ko-krp-Romreise Trachtler 2016-3:                                                                                                            Der berühmte Trevi-Brunnen war ein beliebtes Fotomotiv (im Bild Waldgau-Vorsitzender Andreas Tax mit Frau Sandra).

Bildunterschrift zu ko-krp-Romreise Trachtler 2016-4:                                                                                                            Monumentale Baukunst wurde im Petersdom sichtbar.

Bildunterschrift zu ko-krp-Romreise Trachtler 2016-5 oder 6:                                                                                                            Warten auf Papst Franziskus. Um gute Plätze bei der Audienz zu bekommen, musste man schon früh auf den Beinen sein.

Bildunterschrift zu ko-krp-Romreise Trachtler 2016-7 oder 8:                                                                                                           Musik und Tanz auf dem Platz der Spanischen Treppe amüsierte die Trachtler und die umstehenden Passanten.

Bildunterschrift zu ko-krp-Romreise Trachtler 2016-9:                                                                                                            Organisatorin Regina Haydn kam die Aufgabe zu, sich bei Bischof Tebartz-van Elst für den schönen Gottesdienst zu bedanken.

Bildunterschrift zu ko-krp-Romreise Trachtler 2016-10:                                                                                                            Papst Franziskus während der Audienz.

Bildunterschrift zu ko-krp-Romreise Trachtler 2016-11:                                                                                                            Keine Gnade kannten auch im „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“ die Sicherheitsbeamten mit den Trachtlern.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg