Sympathischer Gaufest-Start in Unterwössen

Ein Salut von den Gebirgsschützen, ein ausreserviertes, voll besetztes Festzelt zum Tag der Vereine und Betriebe, ein sympathischer Start mit den Trachtenkindern und ein gelungener Bieranstich -das stand gestern Abend für die Eröffnung der Festwoche des 80. Gaufestes des Chiemgau Alpenverbandes. Es ist zugleich das Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen des ausrichtende Trachtenvereins D‘Achentaler, Unterwössen. Strahlender Sonnenschein am gestrigen Abend dazu ein paar leichte Regentropfen schufen über dem Tor zum Festgelände einen wunderschönen Regenbogen als die vielen 100 Festgäste, schmuck herausgeputzten Dirndln und schneidige Mannsbilder, zum Festzelt kamen. Dort am Eingang begrüßte sie der Salut der Gebirgsschützenkompanie Wössen/Achental mit Böllern und Kanone. Es dauerte schon einige Zeit, bis jeder seinen Platz im Zelt gefunden hatte und dann ging‘s los. Vier Unterwössner Trachtenkinder schlenderten durch das Festzelt zum Gang der großen Bühne an der Stirnseite des Hauptzeltes. Ihr Gespräch, über die Lautsprecheranlage übertragen, drehte sich um rote und blaue Oberschenkel aus den angestrengten Proben der letzten Tage. Ein Dirndl zeigte sich noch schwindlig vom Dran. Sie hofften auf gute Ergebnisse beim Preisplattln. Doch auf der Bühne angekommen meinte eine von ihnen “Schauts euch des amoi oo da herinn, wias zugeht“, zeigte sie über das weite Festzelt, „wia sich alle Leut g’freun!“ Darauf käme es doch an, zog das Dirndl ihr Fazit und erntete den kräftigen Beifall des Festzeltes. Nach einem Chor aus Trachtenkindern, musikalisch begleitet von anderen, begrüßte der Schirmherr Ludwig Entfellner die Gäste, darunter Altbundespräsident Dr. Horst Köhler und den Vorstand des Chiemgau Alpenverbandes Miche Huber. Entfellner stand sichtlich noch unter dem Eindruck der geleisteten Arbeit und Proben der letzten Wochen. Er sparte nicht mit Hochachtung vor der Leistung der Unterwössner Trachtler und zeigte sich beeindrucket wie die Generationen jede auf seine Weise und selbständig zum Fest beigetragen habe. All diese Motivation, dieser Einsatz eines ganzen Dorfes begreife er bis jetzt noch nicht so recht. Entfellner wurde aber auch Ernst vor dem Hintergrund der letzten Ereignisse in München, Deutschland und Frankreich. „Lasst Euch nicht rausbringen“, gab er mit auf den Weg. Er schloss mit den besten Wünschen für ein großes Fest. Assistiert von der Brauerei gelang ihm darauf ein Bieranstich zu dem deren Juniorchef Maximilian Sailer bescheinigte „wunderbar hingehauen“.

Nach dem „O’zapft ist“ traten Kinder, Jugend und Aktive des Vereins und der Patenverein zur Musik der Musikkapelle Wössen mit Dirigent Martin Nieß auf.

Das umrahmte die Rede des Unterwössner Trachtenvorstandes Reinhard Kurz-Hörterer. Der erinnerte sich noch einmal an eigene Zweifel in den letzten Wochen als schlechtes Wetter die Aufbauarbeiten erschwerte und verzögerte. Eine enorme Arbeitsleistung der Vereinsmitglieder und die hervorragende Unterstützung aller Ortsvereine lasse ihn heute sagen: „Mia san fertig worn.“Sein „Vergelt’s Gott“ kam sichtlich vom Herzen.

Kurz-Hörterer erinnerte mit einigen Worten an die Gründung und die Geschichte des Trachtenvereins. Vor dem Hintergrund wäre der aktuelle Vereinsausschuss mit allen Mitgliedern unwahrscheinlich stolz das Jubiläum und das Gaufest „mit euch allen feiern zu dürfen“.

Bericht und Bilder: Ludwig Flug

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg