Stimmungsvolle Fackelwanderung im Eichental

Am vergangenen Freitag trafen sich die Teilnehmer der Fackelwanderung der PriMa vor dem Heimatmuseum am Priener Christkindelmarkt mit Judith Schmidbauer, um sich im Advent auf den Weg zu machen. Jeder bekam von ihr eine Fackel in die Hand gedrückt. An der Feuerschale im Kräutergarten auf dem Marktplatz wurden erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier und schließlich 17 Lichter entzündet. Wunderschön anzusehen war es, wie sich die Gruppe im Schein der Fackeln Richtung Ortsrand bewegte. Als sie die Prienbrücke überquert hatten, hielt die Wanderführerin plötzlich inne. Sie öffnete ihre Tasche und holte einen grauen Socken der mit einem roten Band zugeschnürt war hervor. „Dieser Socke steht sinnbildlich für Amerika. Traditionell wird dieser von den Kindern an den Kamin oder das Treppengeländer gehängt. Nachts, wenn alle schlafen füllt Santa Claus die Socken mit Geschenken“, erklärte Schmidbauer und verteilte an jeden der sichtlich überraschten Teilnehmer einen Socken. Immer kleiner wurden die Lichter vom Ort und verloschen schließlich ganz als sie den Pfad hinter ins Eichental betraten. Mit der Dunkelheit senkte sich auch die Stille über die Wandergruppe, besinnlich ging es weiter bis zur zweiten Station. Auf Höhe des Spielplatzes überreichte Schmidbauer an jeden Einzelnen eine weiße Kerze und fuhr fort, „in Schweden wird der 13. Dezember besonders gefeiert. Ein weiß gekleidetes Mädchen, die Lussibrud, trägt einen Kranz mit brennenden Kerzen auf dem Kopf und weckt die Schlafenden zum Frühstück. Übersetzt bedeutet ihr Name die Leuchtende.“ Nachdem jeder seine Kerze in den Socken gepackt hatte setzte sich die Gruppe wieder in Bewegung. Am Wasserrad angekommen hörte man plötzlich aus der Dunkelheit heraus die Melodie von „Stille Nacht, Heilige Nacht“ auf einer Trompete gespielt. Als die letzten Klänge des Weihnachtsliedes verebbt waren, ging die Reise für die Anwesenden weiter nach Holland. Dort wird ein großes Familienfest am 5. Dezember gefeiert, der heilige Sinterklaas. Bekleidet mit Bischofsmantel, Bischofsmütze und weißen Handschuhen reitet er auf einem Schimmel über die Dächer und bringt Geschenke durch den Schornstein in die Häuser. An dieser Stelle gab es auch für die Fackelträger wieder eine kleine Überraschung, die Socken wurden mit Orangen und Nüssen befüllt. Die Weihnachtsbräuche in England brachte Judith Schmidbauer den Wanderern an der vierten und letzten Station näher. Schmunzelnd hielt sie einen Mistelzweig über die Köpfe der Teilnehmer. „Kann mir jemand sagen was das bedeutet?“ fragte die PriMa-Mitarbeiterin. „Küssen“, hörte man eine Stimme verlegen aus der Gruppe. „Ja das auch“, sagte Schmidbauer lachend, „der Mistelzweig und die Stechpalme sind typische Weihnachtssymbole in England. Sie stehen für das Immergrün, wie bei uns der Tannenzweig.“ Der einstündige Spaziergang war nicht nur eine abenteuerliche Fackelwanderung durch das Priener Eichental, sondern bot auch einige spannende Geschichten über die Weihnachtsbräuche in der Welt. Und wer weiß – vielleicht hat man in den nächsten Jahren noch Gelegenheit, weitere Länder und ihre Traditionen zum Fest der Liebe kennenzulernen.

Weitere Informationen erhält man im Tourismusbüro Prien, Alte Rathausstraße 11 oder unter Telefon +49 8051 6905-0 und www.priener-christkindlmarkt.de.

Andrea Aschauer

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