Stellungnahme des Bayerischen Rundfunks zur Debatte im Bayerischen Landtag zum Thema Volksmusik im BR

Der Bayerische Rundfunk trägt wie wenige andere öffentlich-rechtliche Sender in Europa zur Identität seines Sendegebiets bei und ist eine unverzichtbare Klammer für Zusammenhalt, Geschichts- und Heimatbewusstsein in allen Landesteilen des Freistaats.• Der Bayerische Rundfunk betrachtet Volks- und Blasmusik als wesentlichen Teil der bayerischen Kultur und Identität. Die Pflege von Brauchtum, Heimat- und Geschichtsbewusstsein ist für uns eine erstklassige Verpflichtung. In seinen Programmen räumt der BR der Volks- und Blasmusik sowie Heimat- und Brauchtumsthemen traditionell einen hohen Stellenwert ein. Anders als vielfach dargestellt zieht sich der BR auch nicht aus der Volks- und Blasmusik zurück, sondern baut diese Klangfarbe in seinem Gesamtprogramm aus und investiert trotz aktueller Sparzwänge sogar mehr Geld in die Volksmusik als je zuvor: Mit „BR Heimat“ hat der BR vor gut einem Jahr (2. Februar 2015) eine neue Radiowelle eigens für die Volks- und Blasmusik sowie Geschichten aus und über Bayern geschaffen. Volksmusikfreunde bekommen dort 24 Stunden täglich ihre Lieblingsmusik zu hören, statt, wie bisher, nur 50 Minuten werktags auf Bayern 1. Die Sendezeit speziell für Blasmusik hat sich mit BR Heimat sogar mindestens vervierfacht.

Wie die Hörerzahlen und -reaktionen zeigen, kommt dieses neue Angebot sehr gut an: Mit mehr als 110.000 Hörern am Tag (Tagesreichweite) hat sich BR Heimat in nur einem Jahr zum erfolgreichsten Digitalprogramm des Bayerischen Rundfunks entwickelt. Mit seinem 24-Stunden-Angebot schafft BR Heimat überdies mehr Möglichkeiten, Menschen an Volksmusik und Brauchtumsthemen heranzubringen, als dies bisher über die Volksmusikstunde auf Bayern 1 der Fall war. Auch für die Freunde der Laienmusik ist auf BR Heimat viel mehr Platz und Sendezeit als auf den bisherigen Programmplätzen. Zudem wird der BR auch weiterhin als Medienpartner der Volksmusik in Bayern unterwegs sein, um Veranstaltungen aufzuzeichnen.

• Der Bayerische Rundfunk räumt dem Ausbau von DAB+ einen hohen Stellenwert ein und investiert massiv in die Verbesserung der Netzabdeckung: Schon jetzt ist das DAB+ Angebot des BR für 96,2 Prozent der Einwohner Bayerns mobil und im Außenbereich zu empfangen, bayerische Autobahnen sind zu 99 Prozent versorgt, und 81,1 Prozent der Einwohner haben Empfang im Gebäude. Das Digitalradio-Sendernetz wird mit Hochdruck weiter ausgebaut. Bis 2020 sind jährlich zehn weitere Sendeanlagen eingeplant, der Versorgungsgrad wird damit kontinuierlich weiter steigen. Der Verkauf von Digitalradios konnte im Übrigen dank intensiver Informationsmaßnahmen des BR und vieler Partner aus Privatfunk, Industrie und Handel bereits spürbar gesteigert werden. So war Ende letzten Jahres bereits jedes dritte in Bayern verkaufte Radiogerät ein Digitalradio.

BR Heimat ist aber nicht nur mit einem Digitalradio über DAB+ in Bayern empfangbar, sondern europaweit auch via Satellit und weltweit im Internet. BR Heimat steht auch allen Kabelnetz-betreibern in Deutschland zur Verfügung, es wird teilweise im Digitalkabel weiter verbreitet – und ist über die App „radioplayer“ mit jedem Smartphone zu hören.

• Auch im analogen Programm bietet der Bayerische Rundfunk viel Platz für bayerische Themen – ganz nach dem im Rundfunkgesetz verankerten Auftrag, der „Eigenart Bayerns gerecht werden“. So wird Bayern 1 auch künftig das BR-Hörfunkprogramm bleiben, das ausführlich und intensiv über Bayern und aus allen Regionen des Freistaats berichtet – sei es in den Kurznachrichten zur vollen und halben Stunde und den einstündigen Magazinsendungen aus jeweils fünf bayerischen Regionen ab 12.05 Uhr oder im zweistündigen „Bayernmagazin“ ab 17.05 Uhr, mit Informationen und Berichten aus ganz Bayern. Bayern 2 wiederum bietet weiterhin rund zehn Stunden pro Woche Volksmusik und bayerisches Brauchtum – im „Heimatspiegel“ etwa, der musikalisch eher traditionell orientiert ist, in der Sendung „Heimatsound“, wo Volksmusik neu oder modern interpretiert wird, im Bayerischen Feuilleton sowie den Sendungen „Bayern – Land und Leute“ und „Musik für Bayern“. Auch Bayern 3 und B5 aktuell haben vielfältige bayerische Themen im Programm.

Das Bayerische Fernsehen hat ebenfalls mehrere Sendereihen, die sich mit Volksmusik beschäftigen: Von den „Musikantentreffen“, „Musi und Gsang im Wirtshaus“, oder den „Wirtshaus-musikanten“ über „Z’am rocken“, „Zsammg’spuit“ und „Bayern Burgen Blasmusik“ bis hin zu „Unter unserem Himmel“. Sogar die Panoramabilder aus Bayern am Morgen sind unterlegt mit Volksmusik aus Oberbayern – in der Regel über sechs Stunden pro Woche. Themen aus Bayern sind über alle Genres hinweg (Unterhaltung, Serie, Kabarett, Dokus und Information) Bestandteil des BR Fernsehprogramms (u.a. München Tatort, Franken-Tatort, München 7, Hubert und Staller).

Im Übrigen baut das Bayerische Fernsehen die Berichterstattung aus Bayern ab April aus:
Die Hauptausgabe der „Rundschau“ erhält mit künftig 30 Minuten doppelt so viel Sendezeit wie bisher, die vorrangig mit bayerischen Themen gefüllt werden soll. Gleichzeitig verstärkt der BR sein regionales Korrespondenten-Netz. Damit entspricht der BR dem Wunsch seines Publikums nach noch mehr Information sowie mehr Inhalten aus allen Landesteilen des Freistaats.
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Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg