Sozialdienst Katholischer Frauen hatte 1.861 Ratsuchende – JHV in Prien

Gut 100 Personen in Mitarbeiterverhältnis, als Honorarkräfte und als Ehrenamtliche sind im Verein Sozialdienst Katholischer Frauen (SkF) Südostbayern organisiert. Ihre stille und wichtige Hilfe wird von 12 Dienststellen aus gesteuert. Neben der Beratung, Begleitung und Unterstützung von Frauen und Familien in Problem- und Konfliktsituationen vor, während und nach einer Schwangerschaft gibt es aktuell weitere Projekte. Bei der Versammlung im Katholischen Pfarrheim in Prien wurde als neues Projekt die Teilzeitberufsausbildung „MEINE CHANCE“ vorgestellt.Bei ihrer Begrüßung zur Jahres-Informationsversammlung sagte Christa Sammüller als 1. Vorsitzende des SkF Südostbayern, dass sich ständig neue Herausforderungen ergeben. Im Berichtsjahr 2015 waren 20 Prozent aller Beratungen in Zusammenhang mit Asylsuchenden, hierzu wird von den Fach- und Einsatzkräften viel Wissen über unterschiedliche Kulturen und Religionen gefordert zumal in der Regel große Sprachprobleme bestehen. Der Beratungsbedarf für die SkF-Kräfte hat sich seit 2013 um ein Viertel erhöht, im Vorjahr waren es 1.861 Leute, die Rat suchten und ein Jahr zuvor waren es 1.646. „Bisheriges dürfen und wollen wir aber nicht vernachlässigen, denken wir nur an die Situation von Alleinerziehenden, für die wir gerade in unseren Regionen kaum bezahlbaren Wohnraum finden können“. In der Präventations-Gruppe Traunstein konnten in 61 Treffen 733 Schülerinnen und Schüler aus den Grund-, Mittel- und Realschulen des Landkreises Traunstein erreicht werden. „Junge Leute wissen heute viel von den Medien, aber oft haben sie nur wenig Kenntnis über ihre eigenen körperlichen Entwicklungen“, so Frau Sammüller, die noch darauf hinwies, dass es als niederschwellige Kontaktform auch Online-Beratungshilfen gibt. Bisher 16 Frauen und Männer haben sich beim Chiemgauer Projekt „Rückenwind“ bereit erklärt, durch Schulungen und ehrenamtlich Familien im Alltag bei schwierigen Situationen Unterstützung zuteil werden zu lassen. 41 Frauen und 50 Kinder konnten im Jahr 2015 im Frauenhaus Rosenheim Zuflucht und Hilfe finden, insgesamt 156 Frauen mussten aufgrund der begrenzten Kapazitäten abgewiesen und auf andere Möglichkeiten der Hilfe verwiesen werden. „71 der Leute, die ins Frauenhaus kommen, stammen aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein und 63 Prozent bleiben länger als zwölf Wochen“, so die Vorsitzende die und noch an die Nachbetreuung erinnerte: „Im Rahmen der Nachfürsorge hatten wir 157 telefonische und 98 persönliche  Termine, die Beratung wegen häuslicher Gewalt ohne Aufnahme in das Frauenhaus war 328 mal telefonisch und 32 mal persönlich erforderlich. Die Interventionsstelle Traunstein-Berchtesgadener Land arbeitet eng mit 11 Polizei-Inspektionen sowie weiteren Kooperationspartnern zusammen. In den SkF-Spielstuben in Prien und Freilassing (dort seit 25 Jahren) kümmern sich acht pädagogische Fachkräfte um Kleinkinder bis drei Jahre und sie sorgen damit mit ihrer sozialen Kompetenz für eine Entlastung der Eltern. Die Integration von Flüchtlingskindern sowie das Finden von qualifizierten Fachkräften sind einige der aktuellen Herausforderungen des Vereins. Einen umfangreichen Finanzbericht konnte Waltraud Hertreiter vermelden. Dank staatlicher Unterstützung und vor allem aufgrund vieler Spenden sind die Finanzverantwortlichen zu einer zufriedenstellenden Ertragslage gekommen. Die Entlastung der Vorstandschaft nach dem Prüfbericht der Steuerkanzlei Nothaft nahm aus den Reihen der Mitglieder Irmgard Feßler aus Prien vor.

Iris Hinkel als Geschäftsführerin von SkF Südostbayern mit Sitz in der Priener Schulstraße stellte das neue Projekt „Meine Chance“ für eine Teilzeit-Berufsausbildung vor. „Frauen ohne Ausbildung, mit abgebrochenen Schulbesuchen und steigende Armut veranlassen uns, in die Ausbildung junger Leute zu investieren. Die zu 100 Prozent vom Bayerischen Staat unterstützte Aktion wurde in Aschaffenburg, Nürnberg und Rosenheim begonnen. „Nach den bisherigen Anfragen haben wir hier einen größeren Bedarf als erwartet, es haben sich schon viele Frauen gemeldet, die kein Netzwerk haben, aber die die Betreuung ihrer Kinder sichern wollen“, so Iris Hinkel.

Foto: Hötzelsperger – von links: Aufgrund 15jähriger Dienst-Treue konnte 1. Vorsitzende Christa Sammüller Ehrungen vornehmen und Blumen verteilen. Diese gab es für Sabine Lugauer (Leiterin der Beratungsstelle Rosenheim), Katharina Oberländer (Frauenbüro Rosenheim), Annemarie Oderndorfner und Karin Wiegand (beide Beratungsstelle Rosenheim) und Iris Hinkel von der Geschäftsstelle des Skf e.V. Südostbayern in Prien.

Nähere Informationen: www.skf-prien.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg