Söllhubener Rupert Rothmayer heuer erstmals auf der Seelachen-Alm im Brünnstein-Gebiet

Drei Jahre war Rupert Rothmayer Almerer auf den Hochriesalmen, heuer war er erstmals in der Wendelsteingruppe auf der Seelachen-Alm nahe dem Brünnstein. Bei einem sommerlichen Abschiedsbesuch dieser Tage (Almabtrieb ist in der Regel oder spätestens am Michaeli-Tag 29. September) erzählte uns der vormalige Banker und aus Söllhuben stammende Trachtler einige Veränderungen in seinem Almleben. Bereits bei seinem ersten Almsommer auf der Hochries spürte Rupert Rothmayer einige eigene, innere Veränderungen, unter anderem machte er damals das bemerkenswerte Zitat „Zeit ist hier heroben keine Zeit!“. Diese Erkenntnis hatte sogar über die Almzeit Nachwirkungen, denn nach dem ersten Alm-Aufenthalt kehrte er heim und „entsorgte“ seinen Fernseher, den er für sich nicht mehr brauchte. Um auf den Almen überhaupt Dienst tun zu können, bedarf es bestimmter Voraussetzungen und Fertigkeiten. Rothmayer hat vor seinem ersten Sommer auf der Alm einen Grundlehrgang zur Rinderhaltung absolviert und seither hat er alle Jahre bei den Almlehrkursen des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern in Bad Feilnbach teilgenommen. Auf der Seelachen-Alm hat er 65 Jungrinder und neun Rösser zu betreuen, unter den Rössern ist auch eine Haflinger-Stute mit Hengstfohlen, die erst heuer bei der Haflinger Weltausstellung in Ebbs gezeigt wurden. Eine Zither hat sich der Volksmusikfreund auf die Alm mitgenommen, aber zum Erlernen und Üben hat er in diesem Jahr gar keine Zeit gefunden. Der Almerer war viel im Gelände unterwegs, Zaunrichten und Schwenden galt es ständig im Auge zu behalten und darüber hinaus war in und auf der Alm auch immer was zu tun. Aber weniger, weil so viele Leute kamen (Seelachen-Alm hat keine Bewirtung, nur den almüblichen Ausschank), sondern weil es immer Aufgaben gibt, damit der almerische Versorgungs-Dreiklang „Wasser, Holz und Zaun“ passt. Auf die Frage, ob es auf der Seelachen-Alm einen Glockenstreit wie in der Schweiz gibt, kann Rupert Rothmayer nur schmunzeln. „Eine schwache Untersuchung mit 5,5 Kilogramm schweren Glocken – einfach ein Unding, das nicht zu unseren Almen, Viehern und unseren viel leichteren Glocken passt“.

Insgesamt ist Rupert Rothmayer glücklich über das zwar einfache, aber gute Leben auf der Alm, heuer besonders durch viele Sonnentage und Gott sei Dank noch mit ausreichender Wasserversorgung. Wenn auch noch ein bisschen Zeit auf der Alm bleibt, so freut sich Rupert Rothmayer doch auf eine gesunde Heimkehr mitsamt dem Vieh zum Monatsende. Ob er nächstes Jahr wieder auf eine Alm geht? Auf diese Frage will er sich jetzt noch nicht festlegen, erst einmal wieder ins Tal und zur Familie und dann wird in Ruhe überlegt.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von Almerer Rupert Rothmayer auf der Seelachen-Alm am Brünnstein im Wendelsteingebiet.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg