Trauerfeier für Simon Blank („Simmerl“ ) vom „Mesnerwirt“ in Urschalling

Andrea Aschauer —  26. Mai 2015
Simon Blank

Simon Blank

Urschalling (hö) – Eine große Trauergemeinde, die das kleine Kirchlein St. Jakobus bei weitem nicht fassen konnte, fand sich zur Trauerfeier für Simon Blank aus Urschalling ein, der im Alter von 77 Jahren verstarb. Der „Simmerl“, als der der Mesnerwirt von Urschalling weitum bekannt war, war eine Wirte-Persönlichkeit seit er zusammen mit seiner Frau Erika 1972 den kleinen landwirtschaftlichen Hof umgebaut hatte. Dem gelernten Heizungselektriker gelang es damals, für seine Familie mit zwei Söhnen und einer Tochter eine neue Existenz aufzubauen. Die Familie Blank war seit 1913 im Besitz des Hofes, der seit dem 17. Jahrhundert nachweisbar ist und der damit zu den ältesten Höfen in der Gemeinde zählt. Der „Simmerl“ führte den „Mesnerwirt“ (der Name entstand, weil das Haus sich verpflichtete, der Kirche den Messwein zu liefern) mit der ihm eigenen, urbayerischen Art und mit einem unverwechselbaren Humor.

Im Jahr 2000 übergab er die Führung des Gasthauses an seinen Sohn Andreas, war aber bis weiterhin noch mithelfend im Wirtshaus präsent. Bei der kirchlichen Feier erinnerte Pfarrer Klaus Hofstetter zu Beginn seiner Predigt an seine erste Begegnung mit Simon Blank. „Als ich mich mit einem Grüß Gott als neuer Pfarrer vorstellte, freute er sich sehr. Auch wenn ich noch ein paar mal bei ihm im Gasthaus zu Besuch war, das von ihm gewünschte Gespräch über Gott und die Kirche haben wir leider nicht mehr ausmachen können“, so der Pfarrer, der weiter sagte: „Kirche und Wirtshaus gehören in Bayern zusammen, hier in Urschalling ist das noch stimmig“, so Pfarrer Hofstetter der passend zur Berufung des Verstorbenen noch Jesus wie folgt zitierte: „Bei uns den Christen soll es nicht so sein wie bei denen, die machtgierig sind: wer groß sein will, soll euer Diener sein und wer der Erste sein will, soll der Sklave sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben“. Mit „Pfiadi Gott, Simmerl“ beendete der Pfarrer das Requiem, das vom Priener Gospelchor musikalisch gestaltet wurde. Die Priener Gebirgsschützen ehrten Simon Blank als ihren ehemals aktiven und langjährigen fördernden Kameraden mit der Anwesenheit ihrer Fahnenabordnung.

Andrea Aschauer

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