Sachrang-Preis für Wolfgang Bude mit Buchvorstellung

„Seit 1978 als Sachrang Teil der Gemeinde Aschau wurde, hat sich Wolfgang Bude erfolgreich dafür eingesetzt, dass wichtige Themen der Sachranger Heimatgeschichte wieder ins Bewusstsein gekommen sind“, so Georg Antretter bei der Verleihung des Sachrang Preises 2015 an Wolfgang Bude im Alten Schulhaus. „Das Zusammenwachsen der einzelnen Orte zur großen „Priental“ Gemeinde war sein großes Anliegen“. Budes langjähriger Weggefährte Klemens Unger, Kulturreferent der Stadt Regensburg hielt die Laudatio. „Landesausstellung 2008 auf Schloss Hohenaschau, das Müllner Peter Gedenkjahr 1993 mit der neuen Ausstellung, das preisgekrönte Tourismusprojekt „Urlaub zwischen König und Kaiser“, das Müllner Peter Museum in Sachrang, die Gründung und Führung des Heimat- und Geschichtsvereins und die rekordverdächtige Gesamtchronik von Aschau in 24 Bänden – Wolfgang Bude hat sich konsequent und nachhaltig für die Kultur- und Heimatgeschichte und damit auch für die Identität des Prientales eingesetzt in einer Qualität, Originalität und Nachhaltigkeit, die weit über die ehemalige Herrschaft Hohenaschau hinaus strahlt“. Wolfgang Bude habe als Leiter der Tourist Info Aschau mit dem Kulturtourismus eine ganz neue Sparte im Tourismusgeschäft belebt. Durch seine Arbeit brachte er gezielt zahllose interessierte Gäste in die Region und schuf damit ungezählte Arbeitsplätze. Er konnte sich in die Menschen hinein versetzen und ergründete, was die Gäste interessieren könnte; das lieferte er ihnen dann in vollem Umfang und zeigte, wie die Menschen früher lebten und wie das Leben unter der Burg von Hohenaschau in früheren Jahrhunderten ablief. Er habe damit den Tourismus in der Region nicht verwaltet, wie viele andere, sondern gestaltet und mit immer neuen Facetten versehen. „Der beste Freund ist immer noch der Erfolg und damit kann man arbeiten im Priental und darüber hinaus“. Mit Kulturtourismus im besten Sinne habe er das Priental mit Sachrang und Aschau überregional zum Begriff gemacht und an der zeitgemäßen Vermittlung des Wirkens des Müllner Peter von Sachrang maßgeblich mitgewirkt.

Wolfgang Bude ist der dritte Preisträger des Sachrang Preises. Der Preis wurde von Robert Huber gestiftet und bisher an das Sachranger Musikerehepaar Margit Süß und Hansjörg Schellenberger (2010), sowie den Sachranger Dorfladen (2012) verliehen. Das Preisgeld in Höhe von 2000 Euro übergab Wolfgang Bude an den Aschauer Heimat- und Geschichtsverein.

Wolfgang Bude stellte im Erkersaal der Alten Schule sein neuestes Buch über „Max Hickl, der Lehrer von Stein“ vor. Mit der Person des legendären Lehrers an der Zwergschule von Stein inmitten der ehemaligen Gemeinde Sachrang beschäftigt sich Bude schon seit vielen Jahren. Zum Jubiläum der Schule 1987 stellte er eine erste Ausstellung zusammen. Nach weiteren Recherchen und der Übernahme von über 1000 Foto-Glasplatten aus dem Nachlass von Max Hickl wurde nun ein Buch von über 200 Seiten mit knapp 300 Abbildungen daraus. Zusammen mit dem gleichnamigen Enkel von Max Hickl erzählte er den zahlreichen Besuchern in der Sachranger Schule allerlei aus dem Leben des ersten Hauptlehrers von Stein. Das Buch bringt dem Leser die Geschichte zwischen 1908 und 1927 und das Leben der einfachen Menschen im Priental näher. Der Schulweg für die Kinder aus den entlegenen Weilern ins Dorf war bis zu sieben Kilometer lang, die Straße war ein zerfurchter, etwas breiterer Feldweg. Selten verirrt sich eine Kutsche in das abgelegene Gebirgstal, es gibt dort keine Elektrizität, kein Telefon, kein Radio, kein Motorrad oder Auto. Baron von Cramer-Klett baute zusammen mit der Gemeinde Sachrang 1907 direkt neben der Straße und dem Prienfluss ein neues Schulhaus für eine siebenklassige Volksschule. Hier erhält der Rosenheimer Max Hickl seine erste Stelle und zieht als 25-jähriger aufs Land. Seine Aufgeschlossenheit gegenüber neuesten technischen Errungenschaften, seine Verbundenheit mit der Bevölkerung und sein vorbildlicher Dienst an der Gemeinschaft erinnern unwillkürlich an Peter Huber, den Müllner Peter. „Hickl und seiner Fotoleidenschaft verdanken wir einen Bilderschatz, mit dem er dem Leben und Wirken der Menschen in den weit verstreuten Weilern und Einöden des engen Tales ein fotografisches Denkmal setzt“. Für seine Verdienste erhielt Hickl die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Sachrang. Das Buch ist in Asdchau beim Heimat- und Geschichtsverein, in der Tourist Info und bei den üblichen Verkaufsstellen erhältlich.

Bericht und Bilder Heinrich Rehberg

 

Andrea Aschauer

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