Rückgang der Kuren: Bayerischer Heilbäder-Verband ruft zur Präventionsstudie auf

Andrea Aschauer —  18. März 2016
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Foto: Der Vorsitzende des Bayerischen-Heilbäder-Verbandes Klaus Holetschek und die Leiterin der Studie, Prof. Dr. Dr. Angela Schuh vom Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung (IBE) der Ludwig-Maximilians-Universität München

Der Bayerische Heilbäder-Verband hat Menschen mit Beschwerden am Muskel-Skelett-System und mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems dazu aufgerufen, an einer Präventionsstudie des Verbandes teilzunehmen. „Wir möchten es den Krankenkassen schwarz auf weiß geben: eine mehrwöchige Kur in einem bayerischen Kurort oder Heilbad ist besser als die ambulante Therapie am Wohnort“, sagte der Vorsitzende des Verbandes Klaus Holetschek. „Denn nach wie vor lehnen Krankenkassen einen Kurantrag meist mit der Begründung ab, dass nicht alle Möglichkeiten vor Ort ausgeschöpft sind.“  Die Studie wird vom Lehrstuhl für Public Health und Versorgungsforschung (IBE) der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt und vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit aus den Mitteln des Bayerischen Gesundheitsministeriums gefördert.

Geplant sind rund 500 Teilnehmer. „Wir werden damit untermauern, dass Kuren eine nachhaltige Wirkung haben“, so Holetschek. „Deshalb werden wir im Lauf der Studie auch zwölf Monate nach der Kur oder der Therapie am Wohnort bei den Patienten nachfragen, wie es ihnen geht. Je besser eine Kur wirkt, umso schwerer werden es die Krankenkassen in Zukunft haben, die Kur abzulehnen.“  Mit dem Aufruf reagiert der Verband auf die neuesten Fallzahlen, die einen dramatischen Rückgang bei den ambulanten Vorsorgeleistungen belegen. Nach Angaben der zuständigen Kurärztlichen Verwaltungsstelle Westfalen-Lippe wurden 2015 bundesweit nur mehr knapp 46.000 ambulante Vorsorgeleistungen abgerechnet. Das ist halb so viel wie im Jahr 2009 und gerade noch ein Fünftel der Zahl aus dem Jahr 2000. Mitte der 90er Jahre gab es bundesweit sogar rund 900.000 ambulante Vorsorgeleistungen. In Bayern gab es 2015 knapp 20.000 Kuren, im Jahr 2000 waren es noch über 100.000.

Zusätzliche Voraussetzung für eine Teilnahme an der Studie ist, dass die Teilnehmer eine ambulante Vorsorgeleistung nach § 23 Absatz 2 SGB V beantragen werden oder sie beantragt haben, und der Bescheid noch nicht vorliegt. Außerdem muss die Kur an einem bayerischen Kurort durchgeführt werden. Über die Aufnahme in die Studie entscheidet das Ergebnis eines Eignungsfragebogens, den die Interessenten vom Bayerischen Heilbäder-Verband zugeschickt bekommen und der von der Ludwig-Maximilians-Universität ausgewertet wird.

Im Studienverlauf werden die Teilnehmer bis zu fünfmal zu bestimmten, vorher festgelegten Zeitpunkten innerhalb eines Jahres schriftlich befragt. Wer sich für eine Teilnahme an der Studie interessiert, sollte sich beim Bayerischen Heilbäder-Verband melden, telefonisch unter der kostenfreien Service-Nummer 0800 5876783 oder per E-Mail an gs@bayerischer-heilbaeder-verband.de. Auch im Internet sind alle wichtigen Informationen unter www.bavaria-studie.de abrufbar.

 

Andrea Aschauer

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