Rosenheimer Landwirtschaftsschüler weltweit mit Praktikas unterwegs

Kanada, Schweiz, Neuseeland, Argentinien und Sibirien: die Route einer Weltreise? Nein, dies waren die Stationen, die beim Informationsabend zum Auslandspraktikum an der Landwirtschaftsschule Rosenheim vorgestellt wurden.

Bereits bei der Ankunft in der neuen Aula konnten die Besucher Bilder über riesige Schlepper, Felder bis an den Horizont und Kühe, soweit das Auge reicht, betrachten. Eingeladen waren junge Leute, die Interesse an einem landwirtschaftlichen oder hauswirtschaftlichen Auslandspraktikum haben. Landwirtschaftsdirektor Georg Baumgartner und Ausbildungsberater Karl Huber freuten sich über das zahlreiche Interesse an diesem Thema. Beide waren sich einig, dass die beste Werbung für ein solches Praktikum der Bericht ehemaliger Auslandspraktikanten ist.

So traten die Zuhörer die Weltreise an: Wir beginnen in Kanada. Tobias Löw und Matthias Göttsberger berichteten von ihrer Praktikumsfarm, wo die durchschnittliche Ackergröße über 200 Hektar beträgt und eine ihrer Hauptaufgaben tagelanges Mähdrescherfahren war. Ganz andere Größenordnungen lernte Therese Berghammer bei ihrem Hauswirtschaftspraktikum in der Schweiz kennen: der gesamte Betrieb umfasste ca. 20 Hektar und das Einkommen kommt aus dem Weinbau, der Gastwirtschaft und dem „Hoflädli“, in dem die eigenerzeugten Produkte aus der Mutterkuhhaltung vermarktet werden. Zum Kennenlernen der Milchviehhaltung in Neuseeland nahm sich Christian Seidinger 7 Monate Zeit. Hier blieb aber auch genügend Raum, um die touristischen Höhepunkte der Insel zu erkunden. Sibirien und Argentinien waren die Ziele von Michael Höhensteiger, beides Länder mit riesigen Flächen und mit heimischer Landwirtschaft hier in Bayern nicht vergleichbar. Interessant aber das Fazit des Referenten: „Es ist spannend eine andere Kultur kennenzulernen, andere Größenverhältnisse, aber ich bin froh, dass ich auf einem Betrieb im Landkreis Rosenheim zuhause bin.“

Wie klappt es nun mit dem Auslandspraktikum, an wen muss ich mich wenden, wenn ich Interesse habe? Dazu gab Hermann Knall vom Bay. Bauernverband Auskunft. Voraussetzung ist ein Berufsabschluss in der Landwirtschaft bzw. Hauswirtschaft. Dazu gehören natürlich auch die notwendige persönliche Motivation und eine positive Grundhaltung gegenüber dem Gastland. Bei Fragen zum Auslandspraktikum in diesem Bereich unterstützt der Bauernverband die jungen Leute gerne.

Georg Baumgartner appellierte an die anwesenden Eltern den jungen Leuten den Freiraum für diese Lebenserfahrung einzuräumen. Es erweitert den Horizont eines jeden einzelnen, denn wie es ein Referent des Abends ausdrückte: „Daheim bin ich noch mein ganzes Leben lang“.

Foto: Die Auslandspraktikanten (von links) Christian Seidinger, Therese Berghammer, Michael Höhensteiger, Matthias Göttsberger und Tobias Löw mit Hermann Knall vom BBV (Bildmitte), Georg Baumgartner (links) und Karl Huber (hinten rechts) vom AELF Rosenheim

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg