Chiemgauer Reisebericht über Ukraine-Reise am 8. Juni in Wildenwart

Wildenwart/Chiemgau (hö) – Zu einem Lichtbilder- und Informationsabend laden die Vorsitzenden vom Chiemgauer Helferkreis für die Diözese Ternopil in der Ukraine ein. Der Vortrag beginnt am Mittwoch, 8. Juni im Pfarrheim „Christkönig“ um 19.30 Uhr, hierzu ist die gesamte Bevölkerung eingeladen. Nähere Informationen erteilt Kathi Schmid, Vorsitzende vom Helferkreis, Telefon 08032-5578.

Fotos: Bilder-Eindrücke vom Besuch der Chiemgauer in der Ukraine

Reisebericht über die Fahrt in die Ukraine vom 6.-12. Mai – Vortrag am 8. Juni in Wildenwart

Eine Abordnung des „Helferkreises für die Diözese Ternopil/Ukraine e.V.“ nahm mit  9 Personen an der Reise in die Ukraine teil anlässlich einer Einladung zur Einweihung eines kleinen Betriebes in Hnylo Wody, einem kleinen, schwer zugänglichen Ort in der Westukraine, ca. 10 km vom Wallfahrtsort Zarvanytsja entfernt.

Am Sonntag nach dem Gottesdienst in der Wallfahrtskirche in Zarvanytsja und einem gemeinsamen Mittagessen fand um 16 Uhr die Einweihungsfeier der Produktionsstätte für Wareniky – kleine gefüllte Maultaschen – in Hnylo Wody statt. Vorbei an riesigen Getreide-, Mais- und Rapsfeldern erreichten wir pünktlich den kleinen Ort mit ca. 500 Bewohnern. Bischof Semenjuk begann mit einer Andacht unter Anwesenheit der gesamten Dorfbewohner, Bürgermeister Danylo Buhai, Abgeordneten des Landes sowie der beiden Priester des Ortes – der ukrainisch-katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche.

Im Anschluss bedankten sich der Bischof, der Bürgermeister des Ortes sowie die Abgeordneten bei allen, die mitgeholfen hatten, dieses Unternehmen aufzubauen, besonders bei Pfarrer Firman, der der Initiator dieses Projektes war, der sich um die Finanzierung kümmerte und letztlich auch für die Abnahme und den Verkauf der Wareniky sorgen wird. Großer Dank galt den Helfern aus Bayern. Mit dem Erlös aus dem Verkauf beim Christkindlmarkt auf der Fraueninsel im Jahr 2014 konnte unser Verein zur Verwirklichung dieses Projektes ein gutes Stück beitragen. Herr Tischner  als Sprecher des  Vereins gratulierte zu dem gelungenen Werk und überreichte als Erinnerung an den besonders für die Bevölkerung wichtigen Tag ein von Toni Diwischek, einem Mitglied des Helferkreises, gemaltes Aquarell, das den Chiemsee, die Chiemgauer Berge sowie die Fraueninsel als Gründungssitz des  Helferkreises zeigt. Der Abgeordnete versprach übrigens in seinem Grußwort, dass die Straße nach Hnylo Wody, die in einem erbärmlichen Zustand ist, baldmöglichst ausgebaut werden soll.

Nach dem offiziellen Teil konnte die Produktionsstätte besichtigt werden. Das  Haus wurde mitten im Ort erbaut. Alle Räume waren sehr sauber, die benötigten Maschinen und auch die Einrichtung in Edelstahl waren tadellos, zum Teil gebraucht aber noch gut in Schuss. Auch der große Kühlbereich sowie die Außenanlagen waren gelungen. Hoffen wir, dass der  kleine Betrieb, der jetzt 5 Arbeitsplätze bietet und bald bis 12 Plätze aufgestockt werden soll, ein Erfolg für den Ort und die dort lebenden Menschen wird, und dass dem Wegzug der jungen Generation Einhalt geboten werden kann bzw. dass damit vielleicht ein kleiner Anfang gemacht werden konnte.

Pfarrer Firman und der Bürgermeister luden alle Gäste zu einem Empfang in die Räume des Hauses. Dort gab es wie üblich ein großes Buffet mit Fleisch, Wurst, Gemüse, Salaten und natürlich Warenikis, gefüllt mit Fleisch, Quark oder Kartoffeln, dazu Sauerrahm und gedünstete Zwiebeln. Einfach ein Gedicht!! Die Dorfbewohner durften ebenfalls Wareniki probieren, dazu gab es Kwas – ein süßes Getränk aus vergärtem Brot ohne Alkohol. Das Motto unseres Vereins –  Hilfe zur Selbsthilfe –  heißt, Unterstützung zu geben wo nötig und möglich, den Einheimischen aber die Verantwortung nicht abzunehmen.

Die Bewohner von Hnylo Wody leben von dem, was sie selber erzeugen können. Es gab bis jetzt keinen einzigen bezahlten Arbeitsplatz für die Dorfbewohner. Die  Einnahmen bestanden aus dem Verkauf ihrer landwirtschaftlichen Produkte auf dem Markt. Jetzt haben sie die Möglichkeit, ihre Produkte wie Getreide, Kartoffeln, Quark etc. an Ort und Stelle verarbeiten zu können.

Weitere Informationen sowie Eindrücke über die gesamte Reise gibt es am Mittwoch, den 8. Juni ab 19.30 Uhr im Pfarrheim in Wildenwart. Alle Interessierten sind dazu ganz herzlich eingeladen.

 Auskünfte dazu erteilen gerne die Vorsitzenden des Vereins Kathi Schmid, Tel. 08032-5578 und Fritz Tischner, Tel. 08032-988123.

 

 

 

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg