Regensburger Bischof Voderholzer sprach bei 20. Frauenwörther Gesprächen

Das Thema „Christliche Identität zeigen“ war Mittelpunkt der 20. Frauenwörther Gespräche, die der Wirtschaftsbeirat Bayern (Bezirk Berchtesgadener Land/Traunstein) gemeinsam mit dem Bund Katholischer Unternehmen (BKU) in der klösterlichen Aula auf der Fraueninsel für rund 120 Gäste veranstaltet hatte. Diesjähriger Referent war H. H. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer.

Bei den Willkommensgrüßen freute sich Dr. Albert Gresser als Vorstand der BKU-Diözesangruppe München und Freising, dass unter den Ehrengästen Gerd vom Hövel (zusammen mit dem damaligen Priener Bürgermeister Lorenz Kollmannsberger Initiator der jährlichen Veranstaltung) war und auch Heribert Späth gekommen war, der bei den ersten „Frauenwörther Gesprächen“ als Präsident des Deutschen Handwerks Referent war. Seither kamen alle Jahre hochrangige Persönlichkeiten, unter ihnen S.K.H. Otto von Habsburg, Erzbischof Dr. Reinhard Marx und Alt-Kanzler Helmut Kohl. Weitere Ehrengäste waren bei der heurigen Zusammenkunft Pater Christoph Wolf als geistlicher Betreuer des BKU und Pfarrer Thomas Tauchert aus Traunreut, in der dortigen Pfarrei „Zum Heiligsten Erlöser“ war Bischof Voderholzer einige Zeit als Kaplan tätig. In ihrem Grußwort sagte Äbtissin Johanna Mayer OSB, dass in der Gemeinschaft des Konvents auf der Insel Frauen versuchen in christlicher Identität nach den aus dem 6. Jahrhundert stammenden Regeln des Heiligen Benedikt zu leben. „Danke Herr Bischof, dass Sie gekommen sind und uns ihre Gedanken schenken“ – mit diesen Worten übergab die Äbtissin das Wort an Dr. Rudolf Voderholzer, der als geborener Münchner die Hochschule der Jesuiten besuchte und der bis 2015 Professor für Dogmatik in Trier war ehe er als 78. Bischof von Regensburg zu dessen „Erstem Beter“ wurde. In seinem Vortrag ging der ehemalige Direktor des Instituts Papst Benedikt XVI auch auf die aktuellen Geschehnisse von Regensburg ein. Dort haben sich im Dom 50 Asylanten eingefunden, um ein Bleiberecht zu erzwingen. „In solchen Spannungs-Situationen wird von uns christliche Identität ganz besonders gefordert“, so das Mitglied der Kongregation der Glaubenslehre im Vatikan. „Was im Leib die Seele ist, das sind in der Welt, in der Gesellschaft und im Volk die Christen“ – dieses Zitat aus der frühen Christenzeit und aus dem zweiten Jahrhundert ergänzte der Bischof mit dem Satz: „Ihr seid das Salz und das Licht der Erde“ aus der Bergpredigt von Jesus. Gemeint war damit, dass die Christen nicht nur für sich selbst da sind, sondern ebenso wie Salz und Licht eine dienende Funktion haben. Ein zweites Kapitel widmete der Referent dem Sonntag und der Feier des Auferstehungstages und er sagte hierzu: „Christsein lebt von der besonderen Gestaltung des Sonntags, treten wir für eine positive Füllung des Sonntags ein, um der Aushöhlung des Sonntagsschutzes wirksam entgegentreten zu können“. Die Sonntagskultur – so der Bischof weiter- müssen Christen mit Händen und Füßen verteidigen, damit sie im Rahmen der Globalisierung und im internationalen Wettbewerb nicht unter die Räder kommt. „Wer den Sonntag verkommen lässt, darf sich nicht wundern, wenn ihm die christliche Identität zwischen den Fingern zerrinnt“, so der Bischof, der als dritten Schwerpunkt seines Vortrags auf das gehandicapte Leben einging. „Christen haben eine außerordentliche Sensibilität für schwache, kranke, bedrohte, manipulierte und schutzbedürftige Menschen, denn Christen gelten als Pioniere in sozial-caritativen Tätigkeiten“. Weiters sagte der Geistliche: „Christen sollen Identität und klarte Kante zeigen; jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes, unabhängig von seiner Hautfarbe, seiner Herkunft und seiner sexuellen Orientierung hat jedes Geschöpf eine unzerstörbare Würde“. Starker Applaus der Zuhörer war Dank und Anerkennung für die offenen Worte des Regensburger Bischofs. Anschließend stellte er sich noch verschiedenen Fragen, die Diskussion wurde von Bayernbund-Landesvorsitzendem Adolf Dinglreiter geleitet. Ein besonderer Dank galt Dr. Michael Elsen, dem BKU-Vorsitzenden vom Bezirk Berchtesgadener Land/Traunstein für die mustergültige Organisation der Jubiläums-Veranstaltung auf der Fraueninsel, die mit einer Heiligen Messe im Münster (mit Andrea Wittmann an der Orgel) sowie mit einem Abendessen beim Klosterwirt zu Ende ging. Den Erlös aus den Tagungsbeiträgen der Teilnehmer übergab Dr. Elsen an die Äbtissin, um die Neuanschaffung von Sitzgelegenheiten in der vor kurzem sanierten Chorkapelle zu unterstützen.

Fotos:  Hötzelsperger – Eindrücke von den 20. Frauenwörther Gesprächen

Gruppenbild von links: Dr. Albert Gresser (BKU), Dr. Jürgen Hofmann (Wirtschaftsbeirat), Dr. Michael Elsen (BKU), Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, Äbtissin Johanna Mayer und Adolf Dinglreiter (Bayernbund)

 

 

 

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg