Professor für Bayerische Kirchengeschichte zum Insel-Dom auf Herrenchiemsee

Andrea Aschauer —  25. März 2016
Foto: Prof. Dr. Manfred Heim, Professor für Bayerische Kirchengeschichte an der LMU München

Foto: Prof. Dr. Manfred Heim, Professor für Bayerische Kirchengeschichte an der LMU München

Vor 800 Jahren wurde das Bistum Chiemsee gegründet. Zur Geschichte des Bistums, zum Chiemsee und zur Zukunft des vormals kirchlichen Gebäudes auf Herrenchiemsee konnten wir mit Prof. Dr. Manfred Heim von der LMU ein Gespräch führen. Seit 30 Jahren befasst sich der geborene Münchner Dr. Manfred Heim und Professor für Bayerische Kirchengeschichte mit dem Insel-Dom auf Herrenchiemsee. „Dessen Schicksal ist mir im Laufe der drei Berufs-Jahrzehnte und durch einen umfassenden Beitrag vor zehn Jahren so richtig ans Herz gewachsen, so dass ich mich außerordentlich freue, wenn zum 800jährigen Jubiläum der Gründung vom Bistum Chiemsee der Verein der Freunde von Herrenchiemsee zusätzlich aktiv geworden ist“, so Prof. Heim, der des weiteren betont, dass die Interessen und Ziele des 1961 gegründeten Vereins bei jeder Gelegenheit unterstützt werden sollten, denn das Bistum Chiemsee hat eine überragende Bedeutung für die Region sowie für die dortigen Arbeitsplätze und für die gesamte Infrastruktur. „Bei einem Gespräch vor einigen Jahren mit Kardinal Friedrich Wetter waren wir uns einig, dass der damalige Papst Joseph Ratzinger als Bayer das Bistum Chiemsee wieder installieren sollte – aber das war natürlich nur ein Wunschdenken und nicht ganz ernst gemeint“. Ernst spielt jedoch mit, wenn Prof. Dr. Manfred Heim an die zukünftige Nutzung des Insel-Domes denkt. „Der Insel-Dom kann dem Chiemgau ein eigenes Gepräge verleihen, bleiben Sie bitte dran, damit die Pionierleistungen des Freundeskreises von Herrenwörth auch belohnt werden“, so Manfred Heim. Welche Form der Nutzung sollte der Insel-Dom bekommen? Auf diese Frage antwortet der Professor mit klaren Vorstellungen: „Der Dom wird sicherlich keine geistliche Institution mehr werden, aber er soll und kann ein kultureller Ort werden, der sich in die großen Sehenswürdigkeiten in Bayern einreiht“. Damit schielte der Professor auf die jüngsten Besucherstatistiken der Bayerischen Schlösser- und Seen-Verwaltung, der zufolge das Neue Schloss Herrenchiemsee ganz vorne mit Hunderttausenden von Besuchern mit dabei ist. „Der Insel-Dom als Konzert-Raum und als Raum der Begegnungen der Kulturen sowie als Erinnerungsstätte sind allesamt denkbar für den weltweit besonderen Bau, den Fachleute aufgrund seiner See-Lage und wegen der Bistums-Verbundenheit mit Salzburg als unvergleichbares Konstrukt bezeichnen“. Das Bistum Chiemsee war allein schon deshalb einzigartig, weil der damalige Erzbischof Eberhard II. von Salzburg nicht nur ein sehr enges Verhältnis zu Papst Innozenz III. hatte und die Lehensabhängigkeit vom Chiemsee besiegeln konnte. „Das war und ist kurios und bemerkenswert gewesen und das sollte deshalb auch guter Grund dafür sein, den Insel-Dom wieder ins historische Gedächtnis zu rücken“ – so Prof. Heim, der die Verwirklichung der zukünftigen Insel-Dom-Nutzung nicht nur als Vereinsziel sieht, sondern auch als große historische Aufgabe für die bayerische Politik und für den gesamten Chiemgau-Raum. „Meine Unterstützung haben Sie allemal!“ – so der Geschichts-Professor von der Ludwig-Maximilians-Universität in München an seine Freunde in Prien sowie am und auf dem Chiemsee.

Nähere Informationen: www.kaththeol.uni-muenchen.de

Andrea Aschauer

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