Priener Ölberg-Christus vor Verfall gerettet – Palm-Samstag Rückkehr zum Marktplatz

Ehrenamtliches Engagement, handwerkliches Geschick sowie eine enge Verbundenheit zu Heimat und Kirche treffen bei Paul Panzer, dem Ehren-Oberleutnant der Priener Gebirgsschützen in mehrfacher Weise zusammen. Schon oft machte sich der pensionierte Maler daran, Weg-, Haus- und Friedhofskreuze in Prien und der weiteren Umgebung unentgeltlich zu restaurieren.

Die neueste Herausforderung für das Mitglied des Priener Trachtenvereins ist die Wiederherstellung des Ölberg-Christus, der auf dem Priener Marktplatz nahe des Kriegerdenkmals hinter Gittern einen angestammten Platz hat.

Als vor einigen Monaten dieser fast lebensgroße Christus von kirchlichen Fachleuten begutachtet worden war, da war das Ergebnis, dass die im Kircheneigentum befindliche Figur nicht viel wert ist. „Kirchenmalerisch war der Christus ohne große Bedeutung, biologisch war er höchst angeschlagen zumal das Werk komplett verwurmt war“, so Paul Panzer von der offiziellen Untersuchung. Der festgestellte Wurm hatte den gesamten Corpus befallen, nur ein Teil des Strahls auf dem Kopf hat gehalten. So entschloss sich Paul Panzer in Abstimmung mit den örtlich für kirchliches Gut Zuständigen, dem Christus wieder zu neuer Stabilität und zu frischem Glanz zu verhelfen. Doch schon beim ersten Transport-Kontakt durch Kirchenpfleger Paul Mehlhart und seinem Helfer Markus Stocker zeigte sich die Brüchigkeit des Objektes und es fiel eine Hand ab. Der Christus wurde als erstes zur Pfarrkirche „Christkönig“ nach Wildenwart gebracht, dort war eine Orgel-Begasung geplant und zu dieser Aktion wurde der Priener Christus hinzugenommen. Mit verschiedenen Kunststoffen wurden die Wurmlöcher wieder verfestigt, der Zusammenbau bis zum Sockel erfolgte unter anderem mit stabilisierendem Polyester. Alsdann kam Sepp Kirner aus Rimsting, Nachfolger von Paul Panzer als Oberleutnant bei den Priener Gebirgsschützen ins Spiel. Er beteiligte sich zusammen mit Bad Endorfs Zweitem Bürgermeister Wolfgang Kirner an der Ehrenamts-Aktion in Form einer Eisenteil-Einarbeitung zur Stabilisierung der 165 cm hohen Christus-Figur. Rund 30 Kilogramm Eisen wurden von Sepp und Wolfgang Kirner gestiftet. Während deren Vorbereitungen mit den Eisenteilen erledigte Paul Panzer seinerseits verschiedene Arbeitsschritte wie Abbrennen, Schleifen, Grundieren, Wurmlöcher Verspachteln, nochmals Grundieren, einen neuen Farbaufbau schaffen und zuletzt die abgebrochene Hand wieder anfertigen. Die letzten Arbeiten werden bis zum Palmsamstag vormittag am Priener Marktplatz erfolgt sein, wenn die Christus-Kapelle neu gemalert und das Eisengitter wieder frisch gestrichen worden ist. „Der Ölberg-Christus soll nicht nur selbst wieder stark und strahlend sein, er soll auch einen herausgeputzten Platz haben“, so Paul Panzer, der insgesamt rund 115 Stunden in dieses Vorhaben einschließlich der Kapelle für „Gottes Lohn“ steckte. Hinzu kommen noch die Arbeitsbeiträge seiner Gebirgsschützen-Kameraden und von Seiten der Kirche, so half der vormalige Kirchenpfleger Sepp Stöttner bei Hand- und Spanndiensten. An den Materialkosten für den Christus und für dessen ebenfalls neu renovierten Raum haben sich sowohl die Gemeinde Prien und auch das Katholische Pfarramt beteiligt. Geplant ist, dass der „neue“ Christus am Palmsamstag, 8. April vormittags ab 9.30 Uhr bei der Kapelle in der Fußgängerzone in seiner frisch renovierten Ölberg-Grotte wieder seinen angestammten Platz bekommt.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Restaurierung des Ölberg-Christus bei Paul Panzer

Nähere Informationen: Paul Panzer, Telefon 08051-5363

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg