Priener Kirchenmusiktage 2016 beginnen am Sonntag, 6. November

Am Sonntag, den 6. November, dem Ehrentag des Heiligen Leonhards, beginnenn in der Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ in Prien die heurigen Kirchenmusiktage.

Das Programm:
10 Uhr Eröffnungsgottesdienst in der kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Prien Unter der Leitung von Rainer Schütz singt die Chorgemeinschaft Franz Liszts „Missa choralis“ für Chor und Orgel, die Orgel spielt der ehemalige Freisinger Domorganist Hubert Huber. Liszt verbindet in der „Missa choralis“ Anklänge an den gregorianischen Choral des 10. Jahrhunderts und den Stilmitteln der Renaissance mit seinen „modernen“ hochromantischen Ausdrucksmitteln zu einer ganz eigenen, sehr reizvollen, Messvertonung.

18 Uhr Eröffnungskonzert, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Prien
Ein festliches Konzert der Capella Vocale, geleitet von Rainer Schütz, mit den thematischen Schwerpunkten Johann Sebastian Bach und Max Reger. Reger war ein schon zu Lebzeiten weltberühmter Komponist, Pianist, Organist, Dirigent und Lehrer, hochsensibel und zugleich originelles bayerisches Urviech, von dem unzählige Anekdoten überliefert sind. Zu seinem 100. Todestag singt die Capella Vocale drei Motetten aus dem berühmten opus 138, den „ 8 Geistlichen Gesängen“, an deren Korrektur Reger noch am Tag vor seinem Tod arbeitete. Der Zyklus entstand im September 1914 nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Nicht alle Menschen beherrschte damals die heute so unverständliche, propagandistisch aufgebauschte und hysterische Kriegseuphorie. Auch Reger betete noch am 3. August, dem Tag der Kriegserklärung an Frankreich, „zu Gott, daß diese entsetzliche Kriegsgeschichte baldigst vorbei ist“. So, als Memento mori, sind auch die Motetten zu verstehen. Sieben Jahre vorher, 1907, war Reger mit seiner Frau im Sommerurlaub in Prien. Da Reger immer arbeitete, sogar in der Eisenbahn, komponierte er auch in Prien – unter anderem die kleine Choralkantate „Meinen Jesum lass ich nicht“ für die originelle Besetzung Sopran-Solo, Chor, Streicher, Orgel und Gemeindegesang. Sie wurde bisher noch nie in Prien aufgeführt. Der Text entstand unter dem Eindruck des 30jährigen Krieges und vermittelt Halt und Hoffnung in Chaos, Krieg und Zerstörung. Reger verdichtet und steigert die sechs Strophen, bis in der letzten Strophe schließlich die Gemeinde mit einstimmt. Das Sopran-Solo singt die junge, international renommierte kanandische Sopranistin Jenavieve Moore, die Orgel wird von Johanna Soller gespielt. Johanna Soller ist seit kurzem Organistin in St. Peter in München und vielfach preisgekrönte Konzertorganistin und Chorleiterin. Zusammen bringen sie einige geistliche Lieder für Sopran und Orgel von Max Reger zu Gehör. Johanna Soller spielt von Reger ein „Benedictus“ und eine Canzone und Werke von Johann Sebastian Bach, Regers erklärtermaßen größtem Vorbild, von dem er sagte, Bach sei Anfang und Ende aller Musik.
Von Regers Zeitgenossen Johannes Brahms singt die Capella Vocale die Motette „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen“, in der sich wiederum Brahms mit J. S. Bach auseinandersetzt.
Zum Abschluß singt die Capella Vocale die Motette „Lobet den Herrn, alle Heiden“, eine der sechs großen, berühmten Motetten von J. S. Bach – sehr virtuos, und kompositorisch wie klanglich vollkommen.

Karten für das Konzert sind im Ticketbüro Prien, Tel. 08051 – 965660 (Ermäßigung bei Abo) und an der Abendkasse im Pfarrheim erhältlich.

Foto: Capella Vocale Prien und Konzertorganistin Johanna Soller

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg