Priener Gebirgsschützen pflegen Brückenheiligen Johann Nepomuk

Heimatliches Kirchen- und Kulturgut zu bewahren, es zu hegen und zu pflegen – das hat sich die Gebirgsschützenkompanie von Prien auf ihre Fahne geschrieben. Seit dem Ende der 70er Jahre besteht in diesem Sinne eine Patenschaft der Kompanie mit dem „Heiligen Nepomuk“, der vor gut 70 Jahren in Prien auf dem Platz zwischen der Pension Lindenhof und dem vor einigen Jahren entstandenen Brucker Kreisel eine Bleibe gefunden hat.

Entstehungs-Ursprung für die Heiligen-Figur und Verehrung an diesem Platz war im Jahr 1943 als die damals 18jährige Tochter des Lindenwirts schwer erkrankte und die Aussichten auf Genesung nur sehr gering waren. In dieser Zeit legte der Vater ein Gelübde ab, das er 1946 auch einlöste. Seitdem befinden sich der gemauerte Unterstand und der Heilige Nepomuk an diesem immer gleich gebliebenen Platz. Ende der 50er Jahre hat der Kunstmaler Franz Feistl aus Aschau i. Chiemgau die durch die Witterung sehr in Mitleidenschaft geratene Figur restauriert und mit neuen Beinen versehen. Etwa zwanzig Jahre später hat sich die Gebirgsschützenkompanie Prien unter der damaligen Führung von Hauptmann Hermann Hartinger  entschlossen, für den Heiligen an der Prien-Brücke die Patenschaft auf unbestimmte Zeit zu übernehmen. Ein Jahr nachdem die Patenschaft beschlossen wurde, restaurierte der heutige Ehren-Oberleutnant Paul Panzer in ehrenamtlicher rund 100stündiger Arbeit den Heiligen von Grund auf. Weitere notwendige Renovierungen der verschiedensten Art erfolgten nach 1980 noch in den Jahren 1993, 2005 und zuletzt 2010 aufgrund der Witterungseinflüsse, der hohen Auto-Schadstoffbelastung und des Kreisverkehr-Neubaus. Nicht nur der Heilige selbst, sondern auch sein ganzes Zuhause inklusive schmiedeeisernen Ziergitter wurden und werden gepflegt. Als im Jahr 2011 die Kompanie ihr 50jähriges Wiedergründungfest feierte, wurde von der GSK Prien am Platz vor dem Heiligen Nepomuk eine Linde gepflanzt, die auch von den Gebirgsschützen gestiftet worden war. Dies war aus Anlass des Festes ein Geschenk an die Marktgemeinde Prien sowie ihrer Bürgerinnen und Bürger. In nächster Zeit steht wieder die Reinigung des Heiligen und des ihn umgebenden Bauwerkes an. Zu Vorbereitungs-Abstimmungen trafen sich in diesen Tagen Ehren-Oberleutnant Paul Panzer (li.) und Kompanieschreiber Walter Vogl  beim Priener Brückenheiligen Johann Nepomuk, dessen Figur den Überlieferungen zufolge um das Jahr 1732 von Jacob Diebler angefertigt wurde. Nach alten Unterlagen stand die Figur nahe dem Gasthof Lindenhof in der Höhlung einer alten Linde, die 1942 nach einem Sturm und aus Altersgründen umfiel – dies war dann zugleich der Beginn einer neuen Bleibe für den Heiligen, der sich seit nunmehr fast 40 Jahren einer guten Obhut und stets ehrenamtlichen Pflege durch die Gebirgsschützenkompanie Prien erfreuen kann.

Fotos: Hötzelsperger  – Ehren-Oberleutnant Paul Panzer (li.) und Kompanieschreiber Walter Vogl von den Priener Gebirgsschützen beim Brückenheiligen Johann Nepomuk zwischen Priener Kreisel und Pension Lindenhof.  

Nähere Informationen:  Paul Panzer, Telefon 08051-5363

Informations-Tafel zum Brücken-Heiligen

                                                                                                                                         Der Heilige „Johann Nepomuk“

 Der Brückenheilige,“ (Patron der Reisenden und der Menschen die in  Wassergefahr sind). Flößer, Schiffsleute, und Priester verehrten ihn sehr und sie verdrängten damit an verschiedenen Plätzen den bisherigen Patron, den Heiligen Nikolaus von den Brücken.

Johann Nepomuk war Generalvikar des Prager Erzbischofs und  Beicht-vater von König Wenzel IV. und dessen Gattin Königin Johanna. Weil er die Beichtinhalte der Königin auf Verlangen des Königs nicht preisgab, lies ihn dieser am 20. März 1393 von der Prager Karlsbrücke in die Moldau versenken.

Der Märtyrer wird seither als „Brückenheiliger“ vornehmlich in Böhmen, Österreich und Bayern verehrt. Er wurde 1729 von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen.

 

Die lebensgroße Heiligenfigur Johann Nepomuk wurde um 1732 von Jacob Diebeller angefertigt. Nach Überlieferung und Bildbeweis stand die Figur in der Höhlung einer alten Linde, nahe dem Gasthof Lindenhof. Im Jahr 1942 fiel die alte Linde während eines Sturms aus Altersgründen um.

1943 erkrankte im Alter von 18 Jahren die Tochter (Maral) des Gastwirts vom Lindenhof schwer und die Aussicht auf Genesung war äußerst gering. Der Vater legte ein Gelübde ab, sollte seine Tochter wieder gesund werden, errichtet er einen neuen Unterstand für die Heiligenfigur. 1946 löste der Vater sein Versprechen ein. Die Tochter des Gastwirts Lorenz Heinrich lebt heute noch. Der gemauerte Unterstand und der Heilige Nepomuk befindet sich seitdem am gleichen Platz.

 

Ende der 60er Jahre hat Franz Feistl die durch die Witterung sehr in Mitleidenschaft geratene Figur restauriert und mit neuen Beinen versehen.

Ende der 70er Jahre hat sich die Gebirgsschützenkompanie Prien entschlossen auf unbestimmte Zeit die Patenschaft für den Brücken-heiligen an der Prienbrücke zu übernehmen. Renovierungen unter-schiedlicher Art waren in den Jahren 1980, 1993, 2005 und 2010 auf Grund der hohen Schadstoffbelastung und des Kreisverkehr – Neubaus notwendig. Nicht nur der lebensgroße Nepomuk selbst, sondern auch sein gemauerter Unterstand hat jeweils einen neuen Anstrich erhalten. Ein Schutzglas wurde auf der Innenseite des schmiedeeisernen Ziergitters angebracht und das Dach mit neuen Schindeln gedeckt.

 

Zum Abschluss der Baumaßnahmen am neuen Kreisverkehr und zum Anlass des 50. Wiedergründungsfestes der Gebirgsschützenkompanie Prien im Jahr 2011 hat die Kompanie als Geschenk an die Marktge-meinde die nebenstehende  Linde Ende Oktober 2010 gepflanzt.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg