Premieren-Erfolg mit „Franziskus, der Narr Gottes“ in Bad Endorf

Seit 1790, also seit über 225 Jahren gibt es in Bad Endorf ein Volkstheater. Seither wurde bereits viermal von den Chiemgauer Heiligenspielen die Lebensgeschichte des Heiligen Franziskus auf die Bühne gebracht. Bislang immer in der Fassung des Bad Endorfer Haus-Autoren Christian Mayrl. Für 2016 wurde vorgeschlagen, das Stück „Franziskus, der Narr Gottes“ aus der Feder von Felix Mitterer aus Tirol aufzugreifen. Nach vielen Diskussionen, Proben, Bühnen-Anpassungen und vielem mehr war es nunmehr am Pfingstmontag so weit, dass die Premiere mit dem neuen Stück stattfinden konnte. Die erste Freude für die Verantwortlichen des Volkstheaters war, dass die Theaterränge mit vielen Gästen aus nah und fern voll besetzt waren. Unter den Ehrengästen befanden sich Pfarrer Klaus Hofstetter mit seinem Seelsorgeteam des Pfarrverbandes Prien-Bad Endorf (Gemeindereferent Werner Hofmann wirkte selbst als Gaukler und Bruder Leo mit), Landrat Wolfgang Berthaler vom Landkreis Rosenheim, Bayernbund-Landesvorsitzender Adolf Dinglreiter, Horst Rankl als Präsident der Bayerischen Amateurtheater, Bad Endorfs Bürgermeisterin Doris Laban sowie der örtliche Kulturreferent Sepp Aß und Kreisheimatpfleger Karl J. Aß aus Prien.  Die zweite Freude war das Gelingen der Aufführung mit der Vermittlung der wechselhaften Geschichte des Heiligen Franziskus, der 1182 als Sohn des reichen Tuchhändlers Pietro Bernardone (gespielt von Markus Mädler) in Assisi zur Welt kam und im Krieg gegen die Nachbarstadt Perugia in Gefangenschaft kam. Mit der Freilassung aus der Gefangenschaft beginnt die Zeit der Bekehrung und der Umkehr, so dass aus dem vormaligen, jugendlichen und fröhlichen „Tu-Nicht-Gut“ und aus dem geläuterten Soldaten letztlich ein Heiliger wurde. Das Leben, Predigen und Wirken von Francesco, der eindrucksvoll von Konrad Schlaipfer dargestellt wurde, spielte sich auf dem Marktplatz von Assisi, in der Kerkerzelle von Perugia, in San Damiano, auf dem Weg nach Rom, im Amtssitz des Papstes, in Portiunkula sowie vor dem Zelt des Sultans ab. Ein Kernstück der Handlung war die Nähe von Francesco zu Clara Favarone (gespielt von Emilia Gianetta), der Gründerin des Ordens der Heiligen Klara. Spielleiter Josef Kößlinger und Vorstand Markus Mädler bedankten sich nach dem Schlussbild bei einem kleinen Empfang hinter der Bühne bei den vielen Mitwirkenden auf, vor und hinter der Bühne. Zugleich luden sie zu den weiteren Aufführungen ein, die immer sonntags nachmittags ab 14 Uhr sind am 22. Mai, 29. Mai, 5. Juni, 12. Juni und am 19. Juni. Abendvorstellungen sind freitags ab 20 Uhr am 27. Mai, 3. Juni, 10. Juni und am 17. Juni. In der Pause und nach der Vorstellung wurde ein von der Bäckerei Miedl zur Verfügung gestelltes Weizenbrot (mit Hartweizengrieß, Margarine, Hefe und Meersalz unbehandelt) angeboten, der erzielte Erlös kommt zu gleichen Teilen Obdachlosen und einem Tierheim in Rosenheim zugute.

Karten für die weiteren Aufführungen gibt es an der Theaterkasse im Theaterhaus, Telefon 08053-3743 (montags, mittwochs und freitags von 9 Uhr bis 13 Uhr) sowie im Internet unter www.theater-endorf.de.

Fotos:  Hötzelsperger – Eindrücke von der Premiere des Chiemgauer Heiligenspiels „Franziskus, der Narr Gottes“ im Bad Endorfer Volkstheater

Nähere Informationen: www.theater-endorf.de

 

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg