Pfingst-Theater in Prien – Intrigen und Ratschereien zum Lachen

Getratscht wird immer und überall – das kennt wohl jeder. Beim Theaterverein Prien ist das ebenso. Am Pfingstmontag feierte das Ensemble im Kleinen Kursaal im Haus des Gastes Premiere mit der Boulevard-Komödie „Tratsch im Treppenhaus“ von Jens Exler, das 1960 als „Sluderkraam in’t Treppenhus“ in Flensburg uraufgeführt wurde.Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt, heißt es schon bei Schiller. – Und besonders die Bewohner des Mietshauses, die das zweifelhafte Vergnügen haben, in direkter Nähe zu Frau Kreszenz Zangerl (hervorragend gespielt von Johanna Winzek)zu wohnen, können den Wahrheitsgehalt dieses Satzes bestätigen. Zum Leidwesen der übrigen Bewohner werden von ihr Tatsachen verdreht oder Informationen weitergetragen, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Wenn sie dann auch noch absichtlich Gerüchte anheizt, kann es schon mal zu einem turbulenten Zusammenleben und Missverständnissen kommen. Denn Frau Zangerl „wacht“ gewissermaßen über das Treppenhaus; sie meint es besonders gut mit ihren Mitbewohnern und lässt sich deshalb nichts entgehen. So bleibt ihr auch nicht lange verborgen, dass Josefa Zeisig (Gabi Pfündl), die verwitwete Nachbarin in der zweiten Etage, ein Zimmer an die charmante Leni Sommer (Victoria Braun) untervermietet hat, was laut Mietvertrag strengstens verboten ist. Da muss man doch schleunigst den Hauswirt Xaver Dirrmaier (Franz Fritz) benachrichtigen. Dies könnte auch den anderen Nachbarn, den sehr korrekten Steuerinspektor a. D. Ewald Brummer (Afred Schelhas) interessieren, dem die laute Musik, die aus dem Zimmer der Untermieterin tönt, im wohlverdienten Ruhestand stört. Kreszenz Zangerl erreicht zwar zunächst, dass Hauswirt und Nachbar sich empören und Frau Zeisig in ihre Schranken weisen wollen, doch die junge Untermieterin verdreht den älteren Herren gewaltig den Kopf und nimmt Ihnen so allen Wind aus den Segeln. Ihr allerdings verdreht der junge Toni Brummer (Alexander Weikert) den Kopf, der vor seinen Eltern zu seinem Onkel geflüchtet ist und der – auch gegen das strenge Verbot – im leeren Zimmer beim Herrn Steuerinspektor eingezogen ist. Die folgenden amourösen Verstrickungen sind Wasser auf die Mühlen der bösen alten „Ratschen“ Zangerl. Womöglich schlafen die jungen Leute „Wand an Wand“, Sodom und Gomorrha. Als dann auch noch Lenis Vater (Rainer Winzek) auftaucht, um seine Tochter zurück nach Hause zu holen, ist das Chaos perfekt. Frau Zangerl kommt aus dem Spionieren und Intrigieren nicht mehr heraus und sorgt somit für viel Unfrieden zwischen den Nachbarn. Es bedarf einiger Anstrengungen, um alle Missverständnisse auszuräumen.

Das Publikum war begeistert von den schauspielerischen Leistungen der sieben Darsteller, wofür sie mit viel Applaus belohnt wurden. Der Dank galt aber auch Spielleiter Rainer Winzek, Souffleuse Wilma Walter und der Mithilfe einiger Leute hinter und vor der Bühne.

Karten für die drei weiteren Aufführungen am kommenden Wochenende gibt es im Ticketbüro Prien, Tel. 08051 965660 sowie jeweils 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse. Beginn ist am Freitag, 29. Mai, und Samstag, 30. Mai jeweils um 20 Uhr. Am Sonntag, den 31. Mai, gibt es eine Seniorenvorstellung, die bereits um 16 Uhr beginnt.

Text und Bilder: Georg Leidel

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg