Neues Bernauer Rathaus wird Galerie auf Zeit – Vernissage

Wer am vergangenen Freitag das sonst eher schlichte und einfarbige Rathausfoyer betrat, staunte nicht schlecht, als ihn ein farbenfroher röhrender Hirsch, eine im Fallen befindliche aber dennoch einladende Mantel-Skulptur oder ein gutmütig dreinschauender Rehbock sofort ins Gesicht sprang.Der „KunstKreis Bernau“ hatte zu seiner ersten Vernissage mit dem treffenden Titel „Vorstellungsrunde“ eingeladen. Bürgermeister Philipp Bernhofer schilderte in seiner Eröffnungsansprache, wie überwältigt er war, als er von einer Bürgermeisterfortbildung kommend, das erste Mal mit den unterschiedlichen Gemälden, Installationen und Skulpturen in Kontakt kam. Während seiner Abwesenheit hatte das moderne Rathaus „Kunst eingeatmet, dessen Odem mir als Betrachter entgegen strömte!“ Das Rathaus habe somit eine zweite Bestimmung als Künstlergalerie bekommen. Er gratulierte den Künstlerinnen und dem Künstler für ihre Idee zur Ausstellung, die Bernau bereichere.
Marah Strohmeyer-Haider, die Initiatorin des KunstKreises Bernaus, schilderte kurz die Entstehungsgeschichte der Vereinigung und stellte anschließend die 15 anwesenden Künstler kurz vor, mit denen die Besucher den Abend über ins Gespräch kamen. Im Juli diesen Jahres trafen sich nach einem Aufruf im Dorfblatt Künstlerinnen und Künstler aus Bernau und Umgebung, um sich kennen zu lernen. Als Überraschungsgast nahm dabei Bürgermeister Philipp Bernhofer teil und begrüßte bereits damals die Initiative der Gruppe. Es war der Wunsch aller, sich wieder zu sehen und auszuloten, wie und ob eine Zusammenarbeit gestaltet werden könne. Mittlerweile haben sich 15 Künstlerinnen und Künstler im „KunstKreis Bernau“ gefunden. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, in Freiheit und Offenheit zusammen zu wirken und sich gegenseitig zu unterstützen.
Diesen Punkt griff auch Michaela Leidel, die Kulturreferentin der Marktgemeinde, auf. Ihr sei beim Aufbau der Ausstellung aufgefallen, mit welchem Respekt und Wertschätzung die Künstler sich begegnen. Nach wenigen Monaten könne man bereits Künstlerfreundschaften feststellen, die Freude auf mehr machen. Interessant wäre in Zukunft eine Zusammenarbeit zwischen den ortsansässigen bildenden Künstlern, Musikern und Literaten. „Ich bin gespannt, was Bernau noch alles zu sehen bekommt!“
Umrahmt wurde die Vernissage von der 16-jährigen Waldorfschülerin Nora Nettekoven, die mit warmen Harfenklang die Zuschauer verzauberte.
Mit der Ausstellung „Vorstellungsrunde“ präsentiert die Gruppe den Bernauer Bürgerinnen und Bürgern sich und Ihre Werke. Jede bzw. jeder hatte dafür Arbeiten ausgewählt, die als „typisch“ empfunden werden. Moderne Holz-Skulpturen findet man neben bayerischen Szenenbildern. Ein Triptychon mit „Augenblicken“ hängt im Großen Sitzungssaal, in der Galerie darüber findet man eine Installation aus Weck-Gläsern, bei der man hofft, dass die darin befindlichen Seelen mutig den Weg nach draußen finden. Des Weiteren findet man Gemälde in Acryl und Öl oder farblich bearbeitete Fotografien. Die Besucher der Vernissage wanderten staunend durch die Gänge und an allen Ecken und Enden konnte man Bewunderung für die geglückte Ausstellung und den dazu passenden Ort hören.
Die Verkaufsausstellung ist noch bis zum 12. Januar während der normalen Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigen. Am Sonntag, den 29. November, besteht während des Adventmarktes zwischen 15 und 21 Uhr noch einmal die Möglichkeit mit den Künstlern selbst ins Gespräch zu kommen.

Foto:  Die „Vorstellungsrunde“: Dorothea Hornemann, Carina Morbioli, Monika Entzminger-Dickmann, Stefanie Dirscherl, Christine Wittmann Hans Schöllhammer, Dorothee Tielemann, Dr. Corinna Brandl, Heidi Minwegen, J. Marah Strohmeyer-Haider, , Michaela Schratzenstaller, und Kulturreferentin Michaela Leidel ; nicht im Bild: Olga Brückmann, Edith Heilmeier, Waltraud Münzer, Monika Stein

Berichte und Bilder: Georg Leidel

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg