Neue Innovationen sollen die Mobilität im Landkreis Rosenheim sicherstellen

„Die Digitalisierung ist nicht unsere Zukunft. Sie ist unsere Gegenwart.“ So fasste Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner einen Themenabend zur Mobilität im Chiemgau zusammen.
Seit 1991 der erste Nachtbus im Landkreis durch die heutige bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner initiiert wurde, hat sich das Nachtliniennetz um Rosenheim immer weiter ausgebreitet. Nachdem die Chiemgaulinie des Nachtexpresses Rosenheim Ende vergangen Jahres aufgrund der zurückgegangenen Beförderungszahlen eingestellt werden musste, suchen die Verantwortlichen Politiker und Bürger nach geeigneten Alternativen. Auf Einladung der Priener Jugendreferentin Annette Resch und des Jugendratsvorsitzenden Leon Duvinage kam es Ende Januar zu einem Gedankenaustausch zwischen den Jugendlichen vor Ort und dem Priener Jugendrat im Rathaus.
Die Idee die Nachtlinie wieder aufzunehmen kam bei den Jugendlichen sehr gut an. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Rosenheimer Nachtexpreß e.V., Matthias Viehweger wurden viele Vorschläge gesammelt und im Anschluss durch Jugendreferentin Resch und den Jugendrat an den Geschäftsführer der Rosenheimer Verkehrsgesellschaften Hans Zagler übergeben.

Da die Linie aufgrund zu geringer Beförderungszahlen eingestellt werden musste, beschloss der Jugendrat auch alternative Projekte in Erwägung zu ziehen. Unterstützung bekamen die Jugendlichen hierbei von Landtagsabgeordnetem Klaus Stöttner. Stöttner, selber Vater von zwei Kindern und Vorstandsmitglied im Rosenheimer Nachtexpreß e.V., hatte für diesen Abend mehrere Experten eingeladen, die ihre Ideen den Vereinsmitgliedern und Jugendräten präsentierten.

Besonderen Anklang fand bei den Teilnehmern das Konzept der Firma „ISTmobil“: Das österreichische Start-Up-Unternehmen möchte öffentlichen Nahverkehr einfacher und attraktiver machen. Das Mobilitätssystem ISTmobil vernetzt hierfür lokale Taxi- und Mietwagenunternehmen sowie bestehende Angebote aus dem Mobilitätsbereich und schafft damit eine flexibel nutzbare öffentliche Nahverkehrslösung. Statt auf eine einzelne Buslinie zu setzen, könne man die Region mit Rufsammeltaxen ausstatten. An dicht verteilten Haltestellen könnten Fahrten gebündelt, und somit kostengünstig und flexibel durchgeführt werden.
In Österreich ist das Konzept bereits seit mehreren Jahren erfolgreich und fungiert dort als Zubringer zum ÖPNV.
Die Finanzierung erfolgt dort durch Fahrgastbeiträge, Unternehmen die Haltepunkte kaufen und die Gemeinden bzw. den Landkreis.

Auf das Thema der Finanzierung einer Nachtlinie im Allgemeinen ging Prof. Dr. Thomas Peisl von der Hochschule München in seinem Vortrag ein. Er schlug vor, durch Crowdfunding Geld für eine Anschubfinanzierung zu sammeln. Wenn diese aufgebraucht ist und das Konzept sich bewährt hat könnten die Kommunen und der Landkreis übernehmen.

Der Jugendrat und der Nachtexpress Verein prüfen jetzt, ob und wie eine Ausstattung der Region mit Sammeltaxen aussehen könnte.

Auch Stöttner möchte sich weiter für das innovative Verkehrskonzept einsetzten: „Es war ein äußerst erfolgreicher Abend, und es war schön zu sehen wie begeistert gerade die Jugendlichen waren. Ich freue mich auf die weiteren Planungen“

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg