Neue Ausstellung in der Städtischen Galerie in Rosenheim

Die Städtische Galerie Rosenheim zeigt ab dem 9. Oktober bis 15. November 2015 Arbeiten der Bildhauerin Christina von Bitter und des Malers Ernst Heckelmann. „da droben“ ist die Ausstellung betitelt, auf von Bitters oftmals im Raum schwebende Objekte und Heckelmanns Motive aus der heimischen Bergwelt anspielend.Fragil erscheinen Christina von Bitters Rauminstallationen und plastische Arbeiten, dabei sind sie doch erstaunlich robust. Geweißtes Papier umwindet ein Skelett aus Draht, die monochrome Farbgebung verleiht den Objekten zusätzlich geheimnisvolle Leichtigkeit. Die ehemalige Meisterschülerin von Lothar Fischer, die auch mit Niki de Saint Phalle arbeitete, verfremdet in ihren Arbeiten Dinge der Alltagswelt.

Ihre mehrdeutigen Gebilde eröffnen der Fantasie neue Räume, spielen mit Labilität und Stabilität. Raumgreifend schwebt da ein „Himmelszelt“ oder ein „Zeppelin“. „Hermelin“ und „Spinning Jenny“ sind in ihrer Formgebung Kleidungsstücken entlehnt und bedeuten doch so vieles mehr. Außen- und Innenraum durchdringen in den durchlässigen, offenen Arbeiten einander. Objektkästen präsentieren kleine, zarte Schwebeobjekte vor Zeitungsauschnitten; Zeichnungen und Radierungen entführen in eine andere, poetische Welt.

Der Maler Ernst Heckelmann hat sich mit seinen Bildmotiven meist den Bergen verschrieben. Nicht beliebige Berge sind das, sondern die der hiesigen Gebirgswelt. Erlebtes, Träume und Erinnerungen spiegeln sich in seinen Arbeiten.

Beeindruckende Panoramen mit majestätischen, meist verschneiten Gipfeln lassen die unerbittlichen Naturgewalten erahnen, die in den unwirtlichen, und doch so faszinierenden, einsamen Höhen herrschen. “Schwarze Piste“ und „Ab auf die Piste“ verraten schon im Titel den leidenschaftlichen Schifahrer. Hintergründig erweisen sich eruptiv auf das Papier gebrachte Arbeiten wie „Blöder Hund“ oder „Thonet malen“. Der physische Einsatz des Malers im Entstehungsprozess der Bilder ist am breit dahingewischten, expressiven Pinselduktus der oft lavierend aufgetragenen Farbe zu spüren, der Bildgrund aus Papier unterstreicht die bewußt gewollte Flüchtigkeit und Leichtigkeit.

Keramikarbeiten beider Künstler, entstanden in einer gemeinsamen Werkstatt in Albisola/Italien, ergänzen die Schau.

Kunstpädagogik
In einer altersgerechten Führung durch die Ausstellung (ca. 45. Minuten) werden die Künstler und ihre Arbeiten vorgestellt. Anschließend folgt ein praktischer Teil (ca. 60 Minuten). Termine nur nach vorheriger Anmeldung unter Tel. 08031/3651447.

Führungen mit Elisabeth Rechenauer M.A.
Sonntag, 25. Oktober 2015, 14 Uhr
Sonntag, 15. November 2015, 14 Uhr

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg