NEU: „Service-Wohnen“ für Senioren auf dem Bauernhof – Seminar in Rohrdorf

Zu einem ganz besonderen Seminar lud die Agrarsoziale Gesellschaft mit Sitz in Göttingen nach Rohrdorf im Landkreis Rosenheim ein. 44 Teilnehmer aus ganz Bayern (Bürgermeister, Gemeinderäte, Seniorenbeauftragte, Landwirte) informierten sich an einem Tag zum speziellen Betriebszweig „Service Wohnen“ für Senioren auf dem Bauernhof.

Zur Einführung informierten Claudia Opperer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Rosenheim sowie Michael Busch als Geschäftsführer der Agrarsozialen Gesellschaft über die neuen Möglichkeiten, Wohnformen, Dienstleistungen und Betreuungsangebote für Senioren in ländlichen Räumen anzubieten sowie Möglichkeiten der Unterbringung und Betreuung auf landwirtschaftlichen Betrieben zu thematisieren. Als Referenten informierten zudem Annegret Schefold von der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung in München und Petra Schindele vom Waldangerhof in Haldenwang von ihren praktischen Erfahrungen sowie Peter Neuner, der als Unternehmensberater auf die rechtlichen, baurechtlichen und finanziellen Fragen bei Unterbringung pflegebedürftiger Senioren auf landwirtschaftlichen Betrieben einging. Den Referaten war zu entnehmen, dass die demografische Entwicklung dazu führen wird, dass neue Wohn- und Betreuungsformen für Senioren und Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen immer stärker gesucht werden. Die Vorzüge, die ein landwirtschaftlicher Betrieb bieten kann, sind die Lage und die Möglichkeit, in und mit der Natur sowie mit Tieren zu leben. Für die Betriebe bedeutet ein Einstieg in diese Einkommensalternative andererseits, dass große Investitionen zu stemmen sind, dass rechtliche Aspekte beachtet werden müssen und dass die ganze Familie hinter dem Angebot stehen muss. Nicht zuletzt gilt grundsätzlich, dass die betreuten Personen in ihrer individuellen Persönlichkeit geachtet und respektiert werden müssen. Zwei Angebotsformen sind für landwirtschaftliche Betriebe möglich: „Betreutes Wohnen“, das ein besonderes Mietverhältnis darstellt und das „ambulant betreute Wohnen“, das die Vermietung von besonders ausgestattetem Wohnraum darstellt und dem Bewohner den Zukauf weiterer ambulanter Dienste ermöglicht und erleichtert. Das Seminar und der neue Betriebszweig „Service-Wohnen“ für Senioren auf dem Bauernhof wurden und werden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert.

Foto: Hötzelsperger
Claudia Opperer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Rosenheim, und Michael Busch von der Agrarsozialen Gesellschaft, Göttingen, bei ihrem Seminartag im Gasthof zur Post in Rohrdorf.

Weitere Informationen: Claudia Opperer, Amt für Landwirtschaft Rosenheim, Telefon 08031-3004-321 sowie Agrarsoziale Gesellschaft, Michael Busch, Telefon 0551-49709-35

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg