Musiksommer am 11. Juni in Ising

Ein festliches Barockprogramm erwartet die Besucher beim Konzert des neu gegründeten Barockensembles Concerto München im Rahmen des Musiksommers zwischen Inn und Salzach am 11. Juni um 20 Uhr in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Ising.

Das international besetzte Ensemble um den Rosenheimer Johannes Berger musiziert auf Originalklang-Instrumenten, was dem Klangbild seine eigene Homogenität verleiht. Johannes Berger ist eines der hoffnungsvollsten Talente der jungen, deutschen Orgelszene. Das Konzert beginnt mit einem virtuosen Concerto in C-Dur von Antonio Vivaldi für Solovioline, konzertierende Orgel und Streicher. Im darauffolgenden Trompetenkonzert von Georg Philipp Telemann ist der in London geborene Matthew Sadler an der Barocktrompete zu hören. Im Unterschied zur modernen Trompete hat die Barocktrompete keine Ventile. Neben einem weiteren Instrumentalwerk von Giuseppe Torelli stehen zwei Vokalwerke mit der international gefragten Konzertsängerin Marie-Sophie Pollak auf dem Programm. „What Passion Cannot Music Raise And Quell“ aus der Cäcilienode von Georg Friedrich Händel versinnbildlicht in der Mitte des Konzerts in meditativer Anbetung die Freude an der Musik. Händel komponierte es 1739 in seiner Zeit in England, weshalb es der englischen Sprache unterliegt.

Den Abschluss des Konzerts bildet Vivaldis Motette „In Furore Iustissimae Irae“. Dieses koloraturreiche Werk stellt ein Beispiel für den Stilwandel der Motette dar. Bis Ende des 17. Jahrhunderts war es die strengste Gattung der geistlichen Musik gewesen und hatte in den Motetten von Palestrina seinen unübertroffenen Höhepunkt gefunden. Im 17. Jahrhundert geriet die Kirchenmusik ganz in den Bann der Oper, wodurch sich der spirituell kontemplative Charakter der Motette ins Affektgeladene und Affekterzeugende wandelte. Am Beginn steht textbedingt eine typische „Rachearie“, wie sie zur damaligen Zeit jede Oper und jedes Oratorium als Publikumsmagnet beinhalten musste. Nach einem kurzen begleiteten Rezitativ schließt sich eine Arie im langsamen Tempo an, welcher dann ein rasches Halleluja als Abschluss folgt. Mit der Tempofolge schnell – langsam – schnell samt den hoch virtuosen Gesangslinien in den schnellen Arien gelingt Vivaldi hier die packende Fusion der Gattung Motette mit der Struktur des damals modernen Solokonzerts. Karten gibt es bei Inn-Salzach-Ticket unter der Telefonnummer 01805/723636.

Nähere Informationen:  www.musiksommer.info

Andrea Aschauer

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