Munich Brass Connection begeistert auf dem Hitzelsberg – mit Kunstausstellung

Das Ensemble „Munich Brass Connection“ bildete mit enthusiastisch dargebotener Bläsermusik den Auftakt der diesjährigen Reihe „Konzerte an besonderen Orten“ vor vollem Haus. Der große Raum auf dem Gut Hitzelsberg glich hierbei eher einer Kunstgalerie als einem Konzertsaal.

Christian Hügel, langjähriger Kulturreferent der Gemeinde und Mitinitiator der Konzertreihe, begrüßte die Anwesenden und stellte den Marketingleiter der Bernauer Touristinfo, Christoph Osterhammer, als diesjährigen Organisator und das heurige Programm vor. Bürgermeister Philipp Bernhofer war sichtlich erfreut, dass der Konzertreihenauftakt mit einer Kunstausstellung des KunstKreises Bernau kombiniert worden war.

Das hervorragend intonierende Bläserquintett beeindruckte anschließend mit seinem aktuellen Programm „verrückt – verdreht – verschoben“, das mit einem Mix aus Renaissanceklängen von Michael Prätorius und einem Geniestreich des alpenländischen Jazz-Exoten Werner Pirchner startete. Es folgte eine Beethovensche Ländleridylle im bajuwarischen Gewand vom Niederländer Jan Koetsier mit dem Titel „Fünf Unterkagner Ländler“.

Die Gründung der Formation erfolgte bereits im Jahr 1998 an der Grassauer Musikschule, wo die Gruppe als „Brassecco“ startete. Bereits ein Jahr später gewann das Quintett den 1. Bundespreis beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ und legte somit den Grundstein für ein Kammermusikensemble mit hohen musikalischen Ansprüchen und Zielen. Im Frühjahr 2010 erschien das Debütalbum der mittlerweile umbenannten und zum Teil umbesetzten fünf ausgezeichneten Bläsern rund um den Frasdorfer Sebastian Sager, Solo-Posaunist bei der Niederbayerischen Philharmonie. Sagers Mitstreiter Konrad Müller, Hannes Oblasser (beide Trompete), Matthias Krön (Horn) und Fabian Heichele (Tuba) sind an der Grassauer Musikschule oder als Instrumentalisten für das Staatstheater am Gärtnerplatz, die Münchner Symphoniker oder die Augsburger Philharmoniker tätig.

Die Bernauer Veranstaltungsreihe „Konzerte an besonderen Orten“ wurde dieses Jahr erstmalig von bildender Kunst begleitet, wovon sich die Zuhörer vor dem Konzert und in der Pause überzeugen konnten. Auf Einladung der Bernauer Touristinfo gestaltete der KunstKreis Bernau zusammen mit dem Quintett ein Gesamtkunstwerk auf Gut Hitzelsberg. Beim Hören der Musik von „Munich Brass Connection“ hatten die KünstlerInnen eine 7,50 Meter lange Leinwand gemeinsam mit viel Farbe und „ganzem Körpereinsatz“ gestaltet, das als Blickfang hinter den Musikern hing. „Der KunstKreis untermalt damit die Musik“, wie es Ansager Fabian Heichele launisch kommentierte. Corinna Brandl, Mitglied des KunstKreises, erläuterte die Herstellung des Bildes und berichtete, wie viel Spaß alle dabei hatten. Daneben waren noch weitere großformatige Arbeiten der einzelnen KünstlerInnen in dem großzügigen Ambiente des oberen Saales auf Gut Hitzelsberg, u.a. auf Staffeleien angeordnet, zu sehen.

Der zweite Teil des Konzerts begann mit den Variationen über „La Folia“, einem Satzmodell aus der Barockzeit, dessen Thema Komponisten aus verschiedenen Zeitepochen aufgriffen. Ein Tango des Spaniers Juan Carlaos Cobián, ein Solostück für zwei Alphörner in zwei unterschiedlichen Stimmungen von Leonhard Paul, ruhige Jazz-Musik von Richard Carmichael und zwei Werke von Hans Kröll waren dann zum Abschluss des Abends zu hören und begeisterten die Anwesenden. Hierbei tauchte die tief stehende Abendsonne die Bühne in ein goldenes Licht und schuf eine ganz eigene Kulisse. Über 300 begeisterte Zuhörer spendeten langanhaltenden Beifall und wurden dafür mit zwei Zugaben belohnt. Unter anderem schlüpfte der Tubist in die Rolle eines Louis Armstrong und sang, begleitet von seinen Kollegen, mit voller Inbrunst das Lied „What a wonderful world“. Beschwingt und begeistert wurden die Konzertbesucher danach in die einbrechende Nacht entlassen.

Organisator Christoph Osterhammer zog sehr zufrieden Bilanz: „Dass die Konzertreihe heuer mit einer solchen Resonanz startet, ist ein wunderbarer Erfolg.“

Fortgesetzt werden die „Konzerte an besonderen Orten“ mit dem Konzert „Schlagwerk im Torfwerk“ mit dem Münchner Schlagzeug-Duo MuniCussion am Sonntag, 18. Juni, um 20.00 Uhr im Rottauer Torfbahnhof.

Bericht und Bilder: Georg Leidel


 

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg