MundART WERTvoll – Dialektpflege in der Schule

Projekt des Wertebündnis Bayern feiert seinen Erfolg bei der Abschlussveranstaltung im Maximilianeum

Zusammen mit dem Bayernbund und mehreren anderen Projektpartnern hat die Bayerische Trachtenjugend das Projekt MundART WERTvoll innerhalb des Wertebündnis Bayern auf den Weg gebracht. An insgesamt 12 Schulen in ganz Bayern wurden verschiedene Projekte zur Thematik Dialekt und Mundart auf den Weg gebracht. Und das über Schulart- und Altersgrenzen hinweg. Es beteiligten sich Grundschulen, Gymnasien, Mittelschulen und Realschulen. Durch diese Vielfalt an Schularten war natürlich das Spektrum der gezeigten Projekte enorm groß.

Schuihofgschroa und Dialektgrenzen

Während sich in der Grundschule Grabenstätt alle Kinder, Lehrkräfte und Eltern sowie der ortsansässige Trachtenverein an die Übersetzung eines Musicals vom Hochdeutschen in die Mundart und dessen Aufführung machten, haben sich die Gymnasiasten des Carl-von-Closen-Gymnasiums in Eggenfelden in einer Kooperation mit dem Ortenburg-Gymnasium Oberviechtach die Dialektgrenzen in Bayern und die konkreten Unterschiede in der Mundart in Niederbayern und der Oberpfalz vorgenommen.

Alle Aspekte Bayerischen Lebens

Bei MundART WERTvoll ging es vor allem darum die Mundart mit den verschiedenen Lebensbereiche zu verbinden. So war es von Anfang an klar, dass sich zum Beispiel örtliche Trachtenvereine gut in die Projekte einbringen konnten und für die Schulen eine große Unterstützung darstellten. Wie etwa an der Grundschule Füssen-Schwangau, bei der sich die ganze Schulgemeinschaft mit der Geschichte und dem Brauchtum des Ortes auseinandersetzte. Die Ergebnisse dieses Jahresprojekts wurden bei einem beeindruckenden Sommerfest der interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Dass Brauchtum auch einen integrativen Charakter haben kann, wurde sehr gut ersichtlich als ein Großteil der Schüler gemeinsam einen Bandltanz aufführte, der in den Sportstunden eingeübt wurde. Da tanzten Kinder aus der Türkei neben Kindern aus dem Allgäu oder aus Indien. So bot sich ein farbenfrohes Bildwelches zeigt, dass Integration schon bei den Kleinsten gelingen kann.

In Neunburg vorm Wald erstellten die Kinder ein Sachgruppen- Wörterbuch in ihrer Mundart und untersuchten alte Haus- und Flurnamen. Die Religion, genauer gesagt der Marienlobpreis, war das Hauptthema des Gymnasiums in Neutraubling. So wurden bei MundART WERTvoll Themen aus allen Lebensbereichen, wie Geschichte, Religion oder Brauchtum auf unterschiedlichste Art bearbeitet.

Soziale Netzwerke auf Bayerisch

Die Mediale Begleitung des Projekts erfolgte vor allem über die sozialen Netzwerke. Auch um den Kindern und Jugendlichen zu zeigen, wie modern sich Dialekt und Mundart präsentieren können. Die Facebook-Seite von #MundART WERTvoll bietet den mittlerweile knapp zweieinhalb tausend Followern täglich spannende Artikel, Bilder, Videos und lustige Quizfragen rund um das Thema Dialekt. Zusätzlich informiert sie über den Fortschritt und Erfolg der bisherigen MundART-Projekte. Die durchweg positive Resonanz der Nutzer spiegelt sich in den zahlreichen Kommentaren und Besucherbeiträgen wieder. Auch auf der Bildplattform Instagram bringen über 500 Beiträge von #MundART WERTvoll ihren 1.500 Abonnenten die bairische Mundart und Kultur nahe.

Abschlusspräsentation auf Spitzenniveau

Mit dem Ende des Schuljahres 2015/2016 fand auch das Projekt MundART WERTvoll seinen Abschluss. Der Evaluationbericht, den Prof. Dr. Klaus Wolf von der Universität Augsburg verfasste, bescheinigte allen Projekten eine sehr gute, kreative und beeindruckende Arbeit. Damit ist eines der wesentlichen Ziele von MundART WERTvoll erreicht worden. Eine nachhaltige Beschäftigung mit der Mundart und der bayerischen Lebensweise in den verschiedenen Regionen Bayerns. Den passenden Rahmen für die Abschlussveranstaltung bot der Senatssaal des Bayerischen Landtags in München. Alle beteiligten Schulen konnten in kurzen Beiträgen ihre Projekte vorstellen und so bot sich den zahlreichen Ehrengästen ein buntes Programm mit Musik, Tanz, Wortbeiträgen und Theater. Beim anschließenden Empfang fanden zahlreiche interessante Gespräche statt, die hoffen lassen, dass das Thema Mundart und Dialektpflege auch in Zukunft in den Schulen entsprechend behandelt wird. Die Bayerische Trachtenjugend und der Bayerische Trachtenverband werden das ihrige weiterhin dazu beitragen und freuen sich auf weitere Kooperationen mit den Partnern des Wertebündnis Bayern und interessierten Schulen.

Andreas Oberprieler, Geschäftsführer bayrische Trachtenjugend

Fotos: Rainer Nitzsche

Rainer Nitzsche

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