Mitgliederversammlung der Viehzuchtgenossenschaft Rosenheim-Ost

Einer hohen Wertschätzung dürfen sich die rund 170 Mitgliedsbetriebe der Viehzuchtgenossenschaft Rosenheim-Ost erfreuen. Sowohl Hubert Hartl als Vorsitzender vom Rinderzuchtverband Traunstein als auch Rosenheims Landrat Wolfgang Berthaler lobten das Engagement und die Leistungen der VZG Rosenheim-Ost mit ihrem Vorsitzenden Johann Mayer aus Zacking (Gemeinde Rimsting) bei der gut besuchten Jahresversammlung im Trachtenheim von Hittenkirchen.

Bereits bei der Begrüßung von Vorsitzendem Mayer wurde deutlich, wie stark die bäuerlichen Zuchtbetriebe innerhalb der Landwirtschaft und Gesellschaft vernetzt und verankert sind. Zur Versammlung kamen neben Landrat Berthaler noch die stellvertretenden Bürgermeister Gerhard Jell aus Bernau und Peter Freund aus Frasdorf, Kreisbäuerin Rosalinde Riepertinger sowie Verantwortliche und Repräsentanten der Zuchtverbände Traunstein und Miesbach, der Erzeugergemeinschaft Schlachtvieh, des Milcherzeuger-Ring, der Molkerei Bergader, der Besamungsstation CRV, des Staatlichen Veterinäramtes Rosenheim mit seinem neuen Leiter  Dr. Michael Helbing, des Tiergesundheitsdienstes, der Milch-Erzeuger-Gemeinschaft Rosenheim-Bad Aibling, des Maschinenrings Rosenheim, des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern sowie der Besamungsstation Bayern Genetik. Ein ganz besonderer Willkommensgruß galt Ehrenvorsitzendem Christian Kaufmann, dem langjährigen Vorsitzenden Johann Heubl sowie Dr. Ursula Zobelt von der VR-Bank Rosenheim-Chiemsee (unterstützte die Bäuerinnen-Versammlung)  und Franz Oberbauer von der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling (spendierte Verzehrgutscheine für die Versammlung).

Eingangs seines Grußwortes berichtete Landrat Berthaler von den aktuellen Wasserschäden im Amt für Landwirtschaft in großem sechsstelligem Euro-Bereich. „Wir stehen zu unserer Schule genauso wie zur Landwirtschaft generell“ – so der Landrat, der sich bei der VZG ebenso wie beim Veterinäramt für die Erfüllung vieler Aufgaben und für die gute Zusammenarbeit bedankte und abschließend sagte: „Wir unterstützen Euch gerne weil Ihr wichtige Arbeit leistet, mögen Eure Familien und Ställe im neuen Jahr von Unfall und Krankheit verschont bleiben“. Ausführlich berichteten Schriftführer Andreas Rummelsberger und Kassier Herbert Rothmayer von den VZG-Jahres-Aktivitäten wie Lehrfahrten, Fortbildungsveranstaltungen, Zucht-Erfolgen, Vermarktungs-Situationen und einer Bäuerinnen-Versammlung mit Chefarzt Richard Schmidmaier vom Inn-Salzach-Klinikum zum Thema „Früherkennung und Gegensteuerung bei Burnout“.  Eindrucksvolle Zahlen zur Kälber-Belieferung nach Traunstein konnte Vorsitzender Johann Mayer vorstellen. „Im vergangenen Jahr haben wir 2.341 Kälber an den Zuchtverband Traunstein zur Vermarktung geliefert, das sind 200 Stück mehr als im Vorjahr und 300 mehr als im Jahr 2013“.  Eine eigene Veranstaltung in Hittenkirchen bei Zweitem VZG-Vorstand Christoph Kaufmann war ein zahlreich angenommener Kurs für das Kälber-Enthornen. Ein weiterer Dank galt der Gemeinschaft der Jungzüchter, die heuer in Traunstein am 11. November eine Tierschau plant, an der sich auch die Jungzüchter der VZG wieder beteiligen wollen. 2018 feiert die VZG Rosenheim-Ost ihr 40jähriges Bestehen. Deshalb plant die VZG wie schon zur Gründung in Aschau, vor 20 Jahren in Prien-Stetten und vor zehn Jahren in Lienzing-Gstadt wieder eine Jubiläumsveranstaltung.

Hubert Hartl als Vorsitzender vom Rinderzuchtverband Traunstein informierte über die erfolgreichen Jubiläumsfeierlichkeiten zum 120jährigen Bestehen, vom Zentralen Landwirtschaftsfest, von der Euro-Tierschau in Hannover und von einem insgesamt schwierigen Jahr aufgrund der ungerechten Milchpreise für die Milchviehbetriebe und aufgrund des Strukturwandels in Gesellschaft und Landwirtschaft.  Weitere Themen von Hartl waren der Rückgang von Anlieferungen in den Monaten Mai bis Juli („Auch in diesen Zeiten mit höheren Erträgen sollten die Bauern zu ihrer Organisation stehen“) und vom Wunsch nach einem zahlmäßig stärkeren Auftrieb bei Großvieh. Die Leistungen des Zuchtverbandes mit Abhol-, Betreuungs- und Markt-Service soll weiter vergrößert werden, für Umbaumaßnahmen der Versteigerungshalle mit zukünftig strickloser Vermarktungsmöglichkeiten werden derzeit noch Meinungen eingeholt.

Nach den Ehrungen (wir berichten gesondert) gab es noch aktuelle Informationen vom Zuchtverband und vom Veterinäramt.  Dr. Rudolf Maierhofer brachte neueste Informationen aus dem Zuchtgeschehen und gab einen Rückblick über den Einsatz der Genomischen Jungvererber in den letzten fünf Jahren. Dabei sei vor allem wichtig nicht nur einzelne Vererber gehäuft zu verwenden, sondern den Einsatz dieser Bullen möglichst breit zu streuen. Ein großes Risiko birgt der Einsatz von Bullen, bei denen der Vater noch keine Leistungs- und Exterieurdaten aufweist. Um gegen die Blauzungenkrankeit gewappnet zu sein und die Vermarktung nicht zu gefährden, empfahl er den Betrieben sich gegen diese Krankheit mit Impfung zu schützen.  Fachberater Uli Stöhr gab Empfehlungen zum Bulleneinsatz und stellte die Stiere der Besamungstationen  CRV Deutschland und BayernGenetik vor. Vor allem die Stiere, die Hornlosigkeit vererben, werden von den Betrieben immer stärker nachgefragt. In den Laufställen ist bei hornlosen Tieren die Verletzungsgefahr bei Mensch und Tier viel geringer. Verbandsverwalter Gebhard Enzinger informierte über die Großvieh- und die Kälbervermarktung. Er appellierte an die Marktbeschicker die Kälber vor allem in den Wintermonaten nicht unter 70 kg anzuliefern. Die höchsten Preise erzielten bei den letzten Märkten Kälber, die enthornt waren und ein Gewicht von ca. die 90kg hatten. Im Exportbereich besteht aktuell eine große Nachfrage nach Jungrindern zwischen 6 bis 12 Monaten und bietet sehr gute Vermarktungsmöglichkeiten.

Dr. Michael Helbing vom Veterinäramt Rosenheim gab einen Überblick über aktuellen Themen aus seinem Bereich. Die Vogelgrippe macht zur Zeit viele Kleingefglügelhalter  durch die Stallpflicht Probleme. Dies sei aber die einzige Möglichkeit, um eine Verbreiterung dieser hochansteckenden Krankheit durch Wildvögel zu vermeiden. Bei den BVD Untersuchungen im Rinderbereich ist der Anteil positiv getesteter Kälber deutlich zurückgegangen. Das in einigen Betrieben durchgeführte TBC-Monitoring brachte keine Auffälligkeiten.

Johann Grabner, der neue Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft  Schlachtvieh Traunstein überraschte die Mitglieder mit der positiven Nachricht, dass es endlich gelungen sei über die regionale Vermarktungsschiene höhere Schlachtvieherlöse zu erzielen. Es werden aktuell 19 Cent pro kg mehr gezahlt und die Nachfrage ist sehr hoch. Voraussetzung ist, dass die Betriebe GVO-frei füttern und sich zertifizieren lassen.  Peter Gasteiger vom Milcherzeugerring Miesbach gab zum Abschluss einen Überblick über den derzeitigen Stand der Mitglieder- und Leistungszahlen und berichtete über die neuen personellen Veränderungen.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Mitgliederversammlung der VZG Rosenheim-Ost im Trachtenheim von Hittenkirchen.

 

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg