Langersehntes Hospiz für die Region wird in Bernau entstehen

Nachdem Stefan Scheck, Vereinsvorsitzender der Hospizgruppe Prien, auf der letztjährigen Jahreshauptversammlung den Anwesenden Hoffnung auf ein stationäres Hospiz gemacht hatte, stand dieser Punkt auch heuer wieder auf der Tagesordnung.

„Weshalb wohl heute sehr viele Mitglieder gekommen sind“, stellte Scheck gleich zu Anfang im Pfarrsaal der Katholischen Kirche fest. Um es vorwegzunehmen: Er hatte Gutes zu verkünden. Seit 2013 habe es immer wieder Gespräche mit Politikern und weiteren Hospiz-Vereinen gegeben, nachdem eine Analyse gezeigt habe, dass der Bedarf seit Jahren zunehme. Prien als Wunschstandort der drei Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land habe man mangels eines passenden Grundstücks aufgegeben müssen. Auch das Kloster Reisach musste verworfen werden, da die Lage ungünstig sei. Ende 2015 sei jetzt endlich der Durchbruch gelungen, sagte Stefan Scheck. Dank der guten Kontakte des ehemaligen Landtagspräsidenten Alois Glück, der sich als Vorsitzender des Netzwerks Hospiz Südostbayern engagiere, kam ein Kontakt zur Justizvollzugsanstalt Bernau zustande. In deren Eigentum befänden sich etliche Gebäude, die als Wohnungen für Bedienstete genutzt würden. Eines davon stehe seit Jahren aufgrund eines Wasserschadens leer. Man habe im Dezember das über 2000 Quadratmeter große Grundstück besichtigt und es als ideal erachtet. Neben den Landräten sei auch ein Vertreter der AOK anwesend gewesen. Geplant sei, das Hospiz unter dem Dach einer kommunalen Trägergesellschaft der drei Landkreisen zu führen. Sie würde die Investitionen sowie die später zu erwartenden Defizite tragen; die Gelder der Hospizvereine könnten so für die Ausstattung eingesetzt werden.  Einziger Wermutstropfen: Da die Gelder für den diesjährigen Haushalt bereits eingestellt seien, müsse man bis 2017 warten. In der Zwischenzeit wolle man aber die Rahmenbedingungen klären, einen Versorgungvertrag beantragen sowie mit Architekten sprechen, so dass nächstes Jahr mit dem Bau begonnen werden könne. „So könnten vielleicht Mitte bis Ende nächsten Jahres schon die ersten Patienten einziehen“, beantwortete Scheck die Frage aus dem Publikum mit einer vagen Hoffnung.

Tätigkeitsbericht:

2015 hat der Hospiz-Verein Prien insgesamt 67 Begleitungen durchgeführt; 45 in Seniorenheimen und 22 in privaten Haushalten. 25 Begleiter leisteten dies in 2.097 Stunden, was deutlich mehr als im Vorjahr mit 1.526 Stunden war. Die Wegstrecke sei ungefähr die gleiche geblieben. Knapp 1.000 Verwaltungsstunden wurden eingesetzt, ein Großteil im Ehrenamt. Schatzmeister Walter Richter legte die Finanzen auf: Die Einnahmen summierten sich auf 43.009,93 Euro; sie setzen sich vorwiegend aus Spenden (30.000 Euro), Förder- und Mitgliedsbeiträgen (7.750 Euro) und Kursgebühren (3.300 Euro) zusammen. Dem stünden Ausgaben in Höhe von 29.136,80 Euro gegenüber, so dass ein Überschuss von 13.873,13 erzielt worden sei, der den Bestand zum 31.12.2015 auf 365.888,61 Euro erhöhe. Die Kassenprüfer bestätigten die Sorgfalt der Buch- und Kassenführung. Der Vorstand wurde anschließend einstimmig entlastet.

Bericht: Petra Wagner

Andrea Aschauer

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