Landwirtschaftsminister von Bayern und Schleswig-Holstein im Dialog

Bayerns  Agrarminister Helmut Brunner und sein Amtskollege aus Schleswig-Holstein, Robert Habeck, setzen sich für eine nachhaltige und ressourcenschonende Landbewirtschaftung ein.Gemeinsam fordern sie, die bäuerlichen Strukturen zu erhalten.  „Für die Zukunft der Landwirtschaft ist es entscheidend, dass sie als Teil der Gesellschaft von dieser auch Akzeptanz erfährt, im Einklang mit der Natur wirtschaftet und Ressourcen schont. Wir sollten dabei die Agrarpolitik als Gesellschaftspolitik begreifen: Landwirte sind ein stabilisierender Teil des sozialen Gefüges. Die bäuerlichen Strukturen prägen den ländlichen Raum. Die Agrarpolitik muss darauf zielen, diese Strukturen zu erhalten. Dafür ist es wichtig, dass nicht Masse, sondern die Qualität im Vordergrund steht, damit die Landwirte eine wirtschaftliche Perspektive haben“, sagten die beiden Minister im Rahmen eines Informationsbesuchs Habecks in Bayern, bei dem die Besichtigung einer Molkerei und eines Milchviehbetriebs auf dem Programm standen. Nach Aussage Brunners darf man dabei die Betriebe auch nicht durch zu viel Bürokratie überfordern. Vor dem Hintergrund der Milchkrise sprachen sich die Minister für eine Reduktion der Milchmenge aus. „Wir haben dies lange gefordert. Insofern ist  es ein richtiges Signal, wenn jetzt erstmals EU-Mittel dafür eingesetzt werden. Die 150 Millionen sind aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Brunner und Habeck.

In Bayern und Schleswig-Holstein spielt die Milchwirtschaft eine große Rolle. Die Betriebe in Schleswig-Holstein sind dabei im Schnitt mehr als doppelt so groß wie die bayerischen. „Trotz der unterschiedlichen Strukturen sind die Probleme ähnlich gelagert. Für die Milchviehbetriebe in Nord und Süd ist die Krise stark spürbar, der Druck ist enorm. Für die Betriebe ist es wichtig, jenseits des „Wachsen oder Weichen“ Alternativen zu finden“, sagte Habeck. Minister Brunner: „Gerade für die kleiner strukturierten Betriebe in Bayern hat es sich als richtig erwiesen, mehrere Standbeine für ihr Einkommen zu haben – vom Urlaub auf dem Bauernhof über Energieerzeugung bis hin zu Direktvermarktung.“

Foto Nicolas Armer/StMELF

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg