Landrat informierte bei Kreisversammlung der Gastronomen im Landkreis Rosenheim

„Wirtschaft, Mittelstand und Tourismus sind im Landkreis Rosenheim eng miteinander verbunden, aus diesem Grunde ist auch ein starkes Miteinander von Leistungsträgern und Verbandsverantwortlichen von zentraler Bedeutung“ – mit diesen Worten begann Landrat Wolfgang Berthaler seine Grußbotschaft an die zahlreich anwesenden Wirtinnen und Wirte aus dem Landkreis Rosenheim, die sich zu ihrer Kreisversammlung im Gasthof Happinger Hof in Rosenheim-Happing eingefunden hatten. Wie der Landrat weiter informierte wurden vom Landkreis in den letzten Jahren ca. 70 Millionen Euro für Berufsschul-Verbesserungen ausgegeben, die auch der gastronomischen Ausbildung zu Gute kommen. Zur schon seit längerer Zeit geplanten Fusion der Tourismus-Landkreise Traunstein und Rosenheim erläuterte der Landrat, dass derzeit auf gleicher Augenhöhe vielfältige Abstimmungen erfolgen und gemeinsame Konzepte gesucht werden. „Wir wollen keine Fusion um jeden Preis, aber wir hoffen, dass der Zusammenschluss zum 1. Januar 2016 Wirklichkeit wird und dass ab dann der Chiemsee nicht mehr Trennungslinie, sondern gemeinsames Werbeziel wird“ – so der Landrat. Weitere Themen des Landrats waren die B 15 neu, die laut seiner Auskunft im Landkreis Rosenheim nicht kommen wird, sowie die enormen Herausforderungen durch Asylbewerber, deren Zahl für heuer bereits auf 1.000 gestiegen ist und deren menschenwürdige Unterkunft nur durch den Bau von vier Containerdörfern mit je 100 Personen gewährleistet werden kann. Gute Erfahrungen – so der Landrat – konnten inzwischen mit gemeinsamen Schulungen von einheimischen und asylsuchenden Jugendlichen gemacht.

Von einer guten Entwicklung innerhalb des Tourismusverbandes Chiemsee-Alpenland (CAT) informierte bei der Wirteversammlung Christina Pfaffinger. Die CAT-Gechäftsführerin berichtete von steigenden Nachfragen nach barrierefreien Angeboten, von neuen Zertifizierungen von behindertengerechten Betrieben sowie von einem Übernachtungs-Plus von 2,3 Prozent und einem Gäste-Plus von 2,2 Prozent. Positiv ausgewirkt hat sich die Mehrwertsteuerreduzierung, so konnten mehr Investitionen für Modernisierungen und Renovierungen getätigt werden, in Wasserburg wurde zudem ein Hotel neu eröffnet. Pfaffinger appellierte an die Wirte und Hoteliers auf die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von ca. drei Übernachtungen mit neuen Angeboten und Ideen zu reagieren („Nur auf Gäste ab einer Woche Aufenthalt zu warten und zu hoffen, das reicht nicht mehr!“). In Planung beim Tourismusverband Chiemsee-Alpenland sind gemeinsame Postkarten-Aktionen, Marketing-Maßnahmen mit einem BMW-Elektroauto, neue Radtouren mit Gepäcktransport, eine Kindergästekarte und für das nächste Jahr Feierlichkeiten zum Reinheitsgebot-Jubiläum.

Ausführliche Stellungnahmen zu gastronomischen Themen gab es von Kreisvorsitzenden Franz Bergmüller, unter anderen zum Brandschutz („Bitte nachbessern und bei Bedarf die Fristen verlängern!“), zur Lebensmittelkontrolle („Bitte auf einheitlichen Stand bringen!“), zur Schwarzgastronomie („Dort fehlen Allergenkennzeichnung und Arbeitsstundenaufzeichnung“) sowie zum vielfältigen Angebot an Informationenveranstaltungen, die von den Mitgliedern noch mehr als bisher genutzt werden sollen. Weitere Berichte kamen von der Lehrlingsbeauftragten Theresa Albrecht, von Kassier Hansi Bäuerle und von der stellvertretenden Bezirksgeschäftsführerin Katharina Freund zu den Themen Mindestlohn und Arbeitszeitgesetz.

Nähere Informationen: Kreisvorsitzender Franz Bergmüller, Telefon 08063-295

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg