Lama-Tag beim Rosenheimer Lokschuppen

Das war sozusagen Liebe auf den ersten Blick: Ciccio schmiegt sein Gesicht an Anna-Lena und lässt sich sogar auf Kunststücke mit dem Mädchen ein: Slalom gehen und über Stöckchen spazieren. Selbst der Marsch durch die Rosenheimer Innenstadt ist für beide kein Problem.

Ciccio ist ein Lama, und es war mit seinen Artgenossen Ciarau, Tamino, Tessoro und Cazu zum ersten Lamatag am Ausstellungszentrum Lokschuppen gekommen. Einen Tag lang gab es die Tiere zum Anfassen, Streicheln oder Putzen, zum Führen und zum Hindernislauf. Jedes Kind durfte sich als Lamabändiger versuchen. Elisabeth Garnreiter von „el Carino“ Lamas in Brannenburg gehören die Tiere, und sie passte auf, dass alles klappte. „Ganz ruhig bleiben, und ganz einfach die Befehle geben, links, rechts, spring!“ So lauteten ihre Anweisungen. Zu den glücklichsten Besuchern gehörten neben Anna-Lena noch Julius, Ludwig und Bettina. Sie durften die Karawane durch die Rosenheimer Innenstadt führen. Vom Lokschuppen zog die Karawane durch den Salingarten, die Fußgängerzone, über den Max-Josefs- und Ludwigsplatz wieder zurück zum Lokschuppen. Die Lamas erregten natürlich großes Aufsehen in der Innenstadt. Viele Autofahrer hupten, die Gäste in den Cafés und Restaurants zückten sofort den Fotoapparat und knipsten Erinnerungsbilder. „Was sind das für großartige Tiere!“ sagte eine Besucherin. „So eine schöne Wolle!“ Der Spaziergang durch Rosenheim war für die Lamas kein Stress. „Wir üben das fast täglich, die Tiere sind an die Autos gewohnt“, sagte Elisabeth Garnreiter. „Aufpassen muss man nur, dass sie unterwegs nichts von Sträuchern oder Bäumen essen. Da könnte etwas dabei sein, das ihnen nicht gut bekommt.“
Die Kinder waren nach dem einstündigen Spaziergang und dem Training mit den Tieren auf dem Lamaparcours vor dem Lokschuppen überglücklich. „Mein Lama Cazu war brav und hat nur einmal gespuckt“, erzählte Bettina. „Eine Betreuerin wollte die Decke auf dem Rücken gerade richten, und da hat Cazu wohl gemeint, das passt mir jetzt gar nicht. Also hat er gespuckt.“ Anna-Lena wollte ihr Lama fast gar nicht mehr hergeben. „Ciccio war so ruhig, und hat alles mit sich machen lassen. Nur vor den Wasserlachen hat er Angst gehabt, da ist er weggesprungen.“ Ludwig dagegen hatte hin und wieder leichte Probleme mit Tamino. „Manchmal wollte der einfach nicht und war etwas störrisch. Aber es hat einen Riesen Spaß gemacht. Ich hab zum ersten Mal ein Lama gesehen.“
In den Pavillons vor dem Lokschuppen drehte sich alles um Lamas und Alpakas. In offenen Workshops für Kinder und Erwachsene entstanden aus Wolle und Pappe originelle Lamakarawanen im Mini-Format. Nebenan informierten Elisabeth Mauermayer und Natallia Pointner über die Alpaka-Wolle. Hier durfte jeder nach Lust und Laune Spinnen. Natallia Pointner zeigte den Besuchern, wie am Spinnrad die Wolle für die kostbaren Alapka-Pullis entsteht, und manch einer probierte das Spinnen dann selbst aus. Außerdem konnten sich Liebhaber selbst gestrickter Pullover, Schals oder Socken mit der Wolle eindecken. Der Tipp von Elisabeth Mauermayer: „Kaufen Sie immer genügend Wolle – lieber geben Sie danach nicht benötigte Knäuel zurück.“ Der Grund: Nachkaufen geht so gut wie gar nicht. Denn jedes Tier hat seine eigene Farbe, und ist die Wolle eines Tieres ausverkauft, gibt es den gleichen Farbton nicht mehr. Das ADAC Reisebüro Rosenheim präsentierte an seinem Stand seine Reise zur Ausstellung „INKA- Könige der Anden“, nebenan informierte die Südsalz GmbH über Ausflugsmöglichkeiten ins Salzbergwerk Berchtesgaden und in die Alte Saline Bad Reichenhall. Wem es bei strahlend blauem Himmel zu heiß wurde, konnte sich im Lokschuppen abkühlen und alles Interessante über die Inka und die Lamas erfahren: in der Ausstellung „INKA – Könige der Anden“ herrschen immer angenehme 20 Grad.

Fotos: Auswahl Lamatag mit Kindern und Karawane durch die Stadt.

INKA –KÖNIGE DER ANDEN
Diese völkerkundliche Sonderausstellung ist ein Kooperationsprojekt der
VERANSTALTUNGS+KONGRESS GmbH Rosenheim mit dem Linden-Museum Stuttgart .
Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim
Rathausstraße 24, 83022 Rosenheim
Öffnungszeiten: 11. April bis 23. November 2014
Mo – Fr von 09:00 – 18:00 Uhr I Sa, So u. Feiertag von 10:00 – 18:00 Uhr
Presse
Telefon: +49 (0) 80 31 / 3 65 90 29 I E-mail: presse.lokschuppen@rosenheim.de

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg