Lacherfolg beim Priener Bauerntheater mit „Brautschau im Irrenhaus“

Seit 1919 gibt es in Prien a. Chiemsee ein Bauerntheater. In die lange Tradition anspruchsvoller und unterhaltsamer Theateraufführungen reiht sich das heurige Weihnachtsstück „Brautschau im Irrenhaus“, ein Bauernschwank in drei Aktiven von Manfred Bogner aus dem Wilhelm-Köhler-Verlag in bester Weise ein. Gut zwei kurzweilige Stunden belohnen die Besucher mit viel Grund zum Lachen.Bereits zwei Stunden vor der Premiere im Haus des Gastes waren die Schauspieler hinter der Theaterkulisse im Chiemsee-Saal versammelt. Dabei wird nochmals alles geprüft und besprochen. Spielleiter Josef Furtner, dessen Onkel Hans Furtner vor Jahrzehnten bereits in Prien Theatergeschichte geschrieben hatte, hat selbst schon vielfache Erfahrungen auf den Brettern, die die Welt bedeuten, gemacht; als Regisseur ist er vor Spielbeginn vielfacher Ansprechpartner. Schließlich gilt es nicht nur auf der Bühne alles im Kasten zu haben, sondern auch vor und hinter der Spielstätte. Saal-Einlass und Kassendienste, wofür heuer wieder Gretl Fischer und Gabi Seifert zuständig sind, sollen genauso passen wie Licht, Technik und Akustik, wofür Andreas Titze verantwortlich zeichnet. Bis es los geht, haben Irmi Furtner und Gabi Pfliegl alle Hände voll zu tun, dass jeder Mitwirkende gut geschminkt ist und bestens im Scheinwerferlicht zur Geltung kommt. Doch dann gilt es: der Vorhang geht auf, die Trautersdorfer Musikanten spielen zur Einstimmung, Spielleiter Sepp Furtner heißt die Priener, Ehren- und Stammgäste sowie die Weihnachts-Urlauber willkommen. Und dann kann das Theaterspiel in der guten, von Rudi Eichwaldt und Peter Thaurer liebevoll gestalteten Bauernstube beginnen. Die nächsten Stunden wird diese Stube auf dem Hof des Huberbauern zu einem Ort komischer Szenen werden. Gerade dann als in das eingefahrene Leben des Huberbauern und seiner Bäuerin mit ihrem Taugenichts-Sohn Schwung kommt. Grund für diese Belebung ist, dass der Huberbauer (Franz Fritz) und sein schlitzohriger Knecht Hans (Klaus Kollmannsberger) für den Sohn Xaver (Hansi Wallner) eine Heiratsanzeige aufgeben, damit dessen liederliches Wirtshausleben mit seinem Freund Josef (Benedikt Fischer) ein Ende finden möge. Die Bäuerin (Brigitte Sperger) und ihre beste Freundin Betty (Sabine Löhmann) wissen nichts von dieser Anzeige und als die ersten Heiratswilligen auf dem Hof eintreffen, nimmt das heitere Verwirrspiel seinen Lauf. Erste heiratsbereite Frauen, die sich auf dem Hof vorstellen, sind die g´schnappige und sehr bestimmende Elvira (Madgalena Paar), die überaus ruhige Christl (Kathi Fischer) und die brave Lene (Katrin Strell). Aufgrund der komplizierten Situationen tut es gut, dass das ungleiche Polizisten-Paar Hildegard (Anna-Maria Paar) und Bertl (Sebastian Bauer) für Ent- bzw. zusätzliche Verwirrung sorgen. Wie sich die Schicksale schließlich fügen, das können Liebhaber von echtem Bauerntheater noch am Donnerstag, 29. Dezember, am Freitag, 30. Dezember und am Mittwoch, 4. Januar jeweils ab 20 Uhr im Chiemsee-Saal im Haus des Gastes sowie zusätzlich noch am Heilig-Drei-König-Tag, Freitag, 6. Januar bei einer Nachmittags-Vorstellung ab 16 Uhr feststellen. Karten für alle Aufführungen gibt es im Ticketbüro im Haus des Gastes, Telefon 08051-965660 sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abend- bzw. Tageskasse. Wie schon vor dem Theaterbeginn unterhalten die Trautersdorfer Musikanten auch während der Pause mit Bewirtung. Spielleiter Sepp Furtner war nach der Premiere höchst zufrieden, die Zuschauer hatten viel zum Lachen, seine Schwester Irmi Furtner als Souffleuse brauchte nicht einschreiten und hernach ging es mit der ganzen Theater-Mannschaft zum Wieninger-Keller, den Sepp Furtner  in das Drehbuch eingearbeitet hatte.

Foto: Hötzelsperger – Spielleiter Sepp Furtner in der Stube beim Huberbauern

Nähere Informationen: www.prien.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg