Krönungsball in Aschau i. Chiemgau

Aschau gilt im Chiemgau als eine der Hochburgen für die Zeit des Faschings – das wird es auch in dieser Saison sein – darauf lässt der Erfolg des Krönungsballes schließen.

Für ein dickes Bussi, einen großen Orden und einen Walzer mit der Prinzessin übergab Bürgermeister Peter Solnar beim 43. Inthronisationsball der Aschauer Faschingsgilde in der Festhalle Hohenaschau den neu gefertigten, überdimensionalen goldenen Schlüssel des Aschauer Rathauses an das neue Prinzenpaar seine Tollität Prinz Martin II. – Engagierter Herrscher über Blitz und Feuer und ihre Lieblichkeit Prinzessin Theresa I. – Redegewandte Regentin in der dritten Ledererdynastie zu Haindorf. Den Worten seiner Rustikalität Hof-, Feld-, Wald und Wiesenmarschall Sebastian Bichler bei seinem 16. Auftritt als Meister aller Improvisationstalente ohne Konzept und Zettelwirtschaft folgend, sei das Prinzenpaar in den kommenden Wochen dazu berufen, den Bürgermeister überall würdig zu vertreten und das verbliebene Geld in der Aschauer Rathauskasse mit vollen Händen auszugeben.
Prinz Martin II. und Prinzessin Theresa I. übernahmen von ihren Vorgängern Prinz Johannes I. und Prinzessin Veronika II die Insignien der Macht und werden in den vielen Wochen des diesjährigen Faschings über den närrischen Mittelpunkt Aschau und das weite Umland bis hinein nach Sachrang und hinaus nach Frasdorf und Wildenwart regieren. „Der Faschingsgilde geht es seit 45 Jahren gut in Aschau, wir sind wie bisher überall jederzeit herzlich willkommen“, bedankte sich die Präsidentin der Aschauer Faschingsgilde Niki Hirner mit ihren beiden Vertretern Lorenz Hofmann und Andreas Angermaier.
Der neue Prinz – bürgerlich Martin Zettl – stammt aus dem Priener Teil von Wildenwart aus Prutdorf. Nach fünf Jahren Erfahrung als Elferrat ist er gespannt, was auf ihn als den Herrscher des Aschauer Faschings zusätzlich zukommen wird. Im ganz normalen Leben ist er Elektriker und sorgt für die richtige Spannung und die richtigen Verbindungen. In Wildenwart ist er voll in das dörfliche Vereinsgeschehen eingebunden, als zweiter Kommandant der Feuerwehr und zweiter Vorplattler beim Trachtenverein hat er Sommer wie Winter ein volles Programm; in seiner kargen Freizeit spielt der 24-jährige noch Fußball bei den Gaishackern mit.
Auch Ihre Lieblichkeit Prinzessin Theresa I. kennt den Aschauer Fasching bereits aus der Perspektive einer Gardistin, sie muss daher alles rund um den Fasching im Chiemgau, das Lächeln, das Winken, die Auftritte und das Repräsentieren nur noch fleißig üben, im langen Fasching bleibt ihr dazu genügend Zeit. Theresa Schmid (21) ist in Aschau-Haindorf daheim und arbeitet als Sozialversicherungsfachangestellte bei der AOK. Sie ist im Trachtenverein Edelweiß Niederaschau als zweite Schriftführerin tätig und war als aktives Dirndl lange Jahre bei allen Veranstaltungen der Trachtler mit dabei.
Das Paar ist auch privat miteinander verbandelt, das erleichtert in den kommenden Wochen vieles: das gemeinsame Training, das gemeinsame Fortgehen und die gemeinsamen Strapazen. Die Ballbesucher konnten diese Gemeinsamkeiten vor allem beim traumhaften Prinzenwalzer der beiden erkennen. Schon seit August sind sie bei der Tanzschule Ziegler in Prien im Training und arbeiten eifrig am Prinzenwalzer und am Showtanz.
Die Aschauer Festhalle war nach dem Motto „Ein Hit – Ein Wunder, Aschau tanzt sich durch die Charts“ phantasievoll dekoriert und beim 43. Inthronisationsball der Aschauer Faschingsgilde gut besucht. Die Faschingsgilden von Prien und Prutting gaben ihnen die Ehre. Alle Ballbesucher erlebten auf der Bühne ein optisch perfekt aufeinander abgestimmtes Prinzenpaar – die Prinzessin in einem sonnenblumengelben Prinzesskleid-Traum – geschneidert von Elisabeth Schelzke – und der Prinz dazu abgestimmt mit einer goldenen Barock-Samtlivree mit breiter Husarenverschnürung, dazu trug er eine lange helle Hose mit breiten Biesen und Paspelierung. Sie zeigten gemeinsam einen wunderschönen, gefühlvollen Prinzenwalzer nach Motiven von Strauss und später einen temperamentvollen Showtanz.
Vor dem Prinzenwalzer exerzierte die Aschauer Prinzengarde den „Gardemarsch 2017“, kommandiert von Major Christine Hamberger und einstudiert von Sabine Stoib, Alexandra Schmid und Theresa Schmid. Alle Gardistinnen zeigten sich in der neuen weinroten Uniform mit goldenen Auszierungen, nach Maß gefertigt ebenfalls von Elisabeth Schelzke. Schon monatelang übten die 14 Gardistinnen unter dem Kommando des bewährten Gardemajors Christine Hamberger auf ihren großen Auftritt zum Faschingsbeginn hin. Mit Tatjana Heinrichsberger, Katharina Scheck, Franziska Max, Elisabeth Stein, Marina Heinrich, Jenny Pelzl, Magdalena Schausbreitner, Sandra Noichl, Sophia Winkler, Maria Voggenauer, Marina Krumrey, Magdalena Löhmann und Verena Hefter gelang es der Aschauer Faschingsgilde auch in diesem Jahr über ein Dutzend höchst ansehnliche Gardemädchen zu finden.
„Zwoa moi zwoa“ spielten den Aschauern nach der Inthronisation und den obligatorischen Ordensverleihungen in der Festhalle noch zum Tanz auf. Zahlreiche Termine stehen für das Prinzenpaar und die Garde in diesem Fasching bereits fest: nach dem Inthronisationsball kommen am Samstag, 25. Februar die Faschingsgesellschaften aus dem ganzen Landkreis zum Gildeball nach Aschau. Dazwischen liegen die Auftritte der Aschauer Faschingsgilde in Aschau und der Region, vom Kinderfasching bis zum Seniorenball.

Bericht und Bilder: Heinrich Rehberg

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg