Kammermusiktage Inntal: Sonntag 31. Juli, 19 Uhr – Nußdorf

Andrea Aschauer —  10. Juli 2016

KammermusikLiebe Musikfreunde, wie jedes Jahr sind die Mitglieder des Münchener Diogenes Quartetts als eines der besten deutschen Kammermusik-Ensembles der jüngeren Generation bei den KAMMERMUSIKTAGEN INNTAL in Nußdorf zu Gast – am Sonntag, 31. Juli um 19 Uhr in der Kirche von Nussdorf am Inn.

Das Konzert steht am Beginn des 1wöchigen internationalen Streichquartettworkshops für Kammermusikliebhaber mit 32 Kursteilnehmern aus verschiedenen Ländern, der unter der Ägide der Mitglieder des Diogenes Quartetts als Dozenten und Leiter des Kurses jedes Jahr in den Räumen der Grundschule Nußdorf stattfindet und der Interessierte zum Zuhören einlädt. Dieses Jahr kehrt das Eröffnungskonzert der Dozenten wieder zum Ausgangsort seiner Entstehung zurück. So wird das Diogenes Quartett im neunten Jahr des Bestehens der KAMMERMUSIKTAGE erneut im wunderbaren Ambiente der barocken Kirche St. Leonhard für „Gänsehautfeeling“ sorgen und die Zuhörer begeistern. Nach wie vor stellt das Eröffnungskonzert auch wegen seines Charmes und seines eigenen Flairs ein besonderes kammermusikalisches Highlight über die Grenzen des Landkreises hinaus dar.

Unter dem Motto „faszination klassik“ wird das Diogenes Quartett wiederum mit einem klassischen Streichquartettprogramm für ein außergewöhnliches Musikerlebnis sorgen. Zu hören ist Mozarts Streichquartett D-Dur KV 575, das erste der sogenannten drei „Preußischen Quartette“. Den Beinamen verdanken die Werke dem Umstand, dass hierin jeweils das Cello – als Instrument des preußischen Königs – gleichberechtigt der ersten Geige gegenüber tritt.

Wer unter den Zuhörer des letztjährigen Konzerts war (der „Kleinen Schubertiade“ in der Flintsbacher Kirche St. Martin), wird sich freuen, ein weiteres Quartettwerk von Franz Schubert zu hören, eines seiner bekanntesten Jugendquartette Es-Dur, op. 125/1. Dieses noch frühe Werk ragt bereits wegen seiner Reife und Vollkommenheit aus den vorhergehenden Quartetten heraus, weshalb es fälschlicher Weise bis zur Wiederentdeckung des Autographs im 20. Jahrhundert als ein Spätwerk betrachtet wurde. Für seine letztes Jahr bei dem Label „Brilliant Classics“ fertig gestellte Gesamteinspielung sämtlicher Streichquartette von Schubert erhielt das Diogenes Quartett in der Fachpresse höchstes Lob.

Als weiteres Werk ist das Streichquartett Nr.1 c-Moll, op. 25 von Friedrich Gernsheim zu hören, der in diesem Jahr seinen hundertsten Todestag hat. Der zu unrecht in Vergessenheit geratene deutsche Komponist der Spätromantik, Pianist, Dirigent und Musikpädagoge, war nicht nur ein Freund von Johannes Brahms, sondern hinterließ auch in seinen zahlreichen Werken hörbare Spuren seines berühmten Freundes.

Allgemein fasziniert die innige und schwerelose Spielweise des Diogenes Quartetts. In der Zeitschrift „Ensemble – Magazin für Kammermusik“ hieß es in der Ausgabe Februar/ März 2013 hierzu: „… während jüngere Streichquartette heutzutage versuchen, alles mit harter Agogik, fast brutaler Phrasierung und einer kaum erklärbaren dynamischen Akzentuierung zu spielen, findet man im Diogenes Quartett einen Vertreter der ruhigen, in sich gekehrten Spielweise.“

Vielleicht haben Sie Zeit und Lust, nach Nußdorf zu kommen. Wir würden uns freuen.

Weitere Informationen unter www.kammermusiktage-inntal.de

Kartenvorverkauf:Verkehrsamt Nußdorf a. Inn –  08034 907920, sowie Abendkasse

Andrea Aschauer

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