Weihe-Jubiläum der Äbtissin vom Benediktiner-Kloster Frauenchiemsee

Ihren 10. Jahrestag der Weihe als Äbtissin in der Benediktiner-Abtei von Frauenchiemsee konnte am Festtag der Heimsuchung der Gottesmutter Johanna Mayer feiern. Den feierlichen Gottesdienst in der neu erstellten Chor-Kapelle feierte der Konvent zusammen mit einem Kreis von Benediktiner-Oblatinnen (das sind Christen, die nach der Regel des Heiligen Benedikt von Nursia und in Verbindung zu einem bestimmten Benediktinerkloster leben ohne Mitglied eines Konvents zu werden). Zelebrant war der emeritierte Erzbischof von München-Freising Kardinal Friedrich Wetter in Gemeinschaft mit Insel-Kurat Konrad Kronast. Zu Beginn sagte der rüstige, 88jährige Kardinal, dass der Gottesdienst guter Grund ist, Gott Dank zu sagen für seinen Segen in den zehn Jahren der Äbtissinen-Zeit von Johanna Mayer. „Möge Gott auch die Güte haben, auch in Zukunft dem Konvent und seiner Leitung seinen Segen zu geben“, so der Kardinal, der in seiner Predigt die Gott-Suche als das Markenzeichen der benediktinischen Klöster bezeichnete. „Alle Menschen suchen Glück und Gott, Viele allerdings am falschen Platz, denn Macht und Prestigesucht führen in Irrwege. Gott suchen ist eine Lebensaufgabe, ihn finden ist die Erfüllung des Lebens in der Ewigkeit“, sagte der Kardinal und er fügte hinzu, dass auch Gott den Menschen sucht. „Wenn wir Gott suchen, dann sollten wir bedenken, dass er sich nicht im Luxus und Lärm der Welt finden lässt, nur in der Stille ist seine Stimme zu hören“. Schließlich – so der Prediger weiter – ist das Kloster ein Ort der Stille, an dem die Liebe des dreifaltigen Gottes Teil des eigenen Lebens wird. Damit sprach Kardinal Friedrich Wetter, der vor zehn Jahren auch die Weihe von Johanna Mayer zur neuen Äbtissin vornahm, deren Wahlspruch an, der lautet: „Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm“. Zum Abschluss seiner Predigt erinnerte Kardinal Wetter an die erste Äbtissin, die Selige Irmengard von Frauenchiemsee, deren Botschaft von Christus aus der Abtei hinaus in den Chiemgau dadurch gekrönt war, dass zu ihrer Zeit (Irmengard verstarb am 16. Juli 866, also vor genau 1.150 Jahren) im Chiemgau Niemand Not leiden musste. „Möge es auch von der nunmehr 56. Äbtissin von Frauenchiemsee einmal heißen, dass es zu ihrer Zeit allen Menschen möglich war, Gott zu suchen und ihn in der Liebe zu finden“, so Kardinal Wetter.

Ihr Jubiläum feierte die Äbtissin zusammen mit ihrem Konvent in Freude und Stille hinter den Klostermauern. Gefragt nach ihrem Wunsch für die Zukunft sagte sie einfach: „Viel Kraft von oben!“. Johanna Mayer wurde 1953 in Linz an der Donau geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Linz und dem Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität Salzburg war sie 10 Jahre als Lehrerin an der Höheren Internatsschule des Bundes Schloss Traunsee in Gmunden tätig. 1991 trat sie in die Abtei Frauenwörth ein und wurde am 20. Mai 2006 vom Konvent zur 56. Äbtissin der Benediktinerinnen-Gemeinschaft gewählt. Die Weihe durch Kardinal Friedrich Wetter, dem damaligen Erzbischof der Diözese München Freising erfolgte dann am 2. Juli 2006.

Zum Fest der Seligen Irmengard, der Patronin des Chiemgaus und zu ihrem 1.150. Todestag (16.7.866 – 16.7.2016) wird am Sonntag, 17. Juli auf der Fraueninsel ein feierlicher Gottesdienst gefeiert. Beginn ist um 10 Uhr mit der Prozession vom Klosterhof zum Kloster, Zelebrant ist H. H. Abt em. Christian Haidinger OSB vom Stift Altenburg. Musik-Ausführende mit der Missa Sancti Nicolai von Joseph Haydn ist die Chorgemeinschaft der Pfarrei Mariä Himmelfahrt unter der Leitung von Rainer Schütz.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom 10. Jahrestag der Weihe von Äbtissin Johanna Mayer

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg