Joseph aus Nigeria bekommt Krippe aus Togo als Weihnachtsgeschenk von Helga Schömmer aus Prien

Joseph aus Nigeria hat vor ein paar Jahren als Schwarzafrikaner im Landkreis Rosenheim eine neue Heimat gefunden. Kurz vor dem heurigen Weihnachtsfest wurde der bekennende Christ noch zusätzlich beschenkt, in dem er eine im afrikanischen Togo handwerklich hergestellte Krippe mit 25 cm großen Figuren aus Ebenholz bekam. Das Geschenk machte ihm Helga Schömmer aus Prien, die sich ihrerseits nunmehr freut, dass die Krippe wieder eine neue Obhut gefunden hat.

Die Geschichte der Krippe begann schon vor vielen Jahren, als Helga Schömmer in Diensten des damaligen Priener Goethe-Instituts begann, Krippen aus aller Herren Länder zu sammeln. Als die Krippen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und mit verschiedenen Materialien immer mehr wurden, fehlte eigentlich nur noch eine Krippe aus Afrika. Da half der damalige Leiter des Goethe-Instituts in Togo, der wiederum einen christlichen Schnitzer kannte und dieser erstellte in mehrjähriger Arbeit einen kompletten Krippensatz. Mit ihren vielen Krippen begann Helga Schömmer in Abstimmung mit der Priener Geschäftswelt die Aktion „Kripperlschauen“ mit Führungen ihrerseits. Im Vorjahr beendete Helga Schömmer diese zeitaufwendige Arbeit und sie übergab den Geschäftsleuten ihre Krippen als Dauerleihgaben mit der Bitte, dass die Krippen auch weiterhin in den Schaufenstern sichtbar bleiben mögen. „Diese Bitte wurde heuer bereits zu hundert Prozent erfüllt“ – stellte Helga Schömmer bei einem ersten Advent-Rundgang durch Prien fest. Nur eine Krippe behielt sie zurück, dies war die Krippe aus Afrika. Diese Krippe war ihr besonders ans Herz gewachsen. Nun machte sie sich auf die Suche nach einem in der Region wohnenden Afrikaner oder an eine afrikanische Familie. Mit Unterstützung von Priens Evangelischer Pfarrerin Christine Wackerbarth bekam sie Kontakt mit der Versöhnungskirche in Rosenheim. Diese wussten von einem Joseph aus Nigeria, der vor drei Jahren unter argen Umständen seine Heimat und Familie verlassen musste. Nach seinem Aufenthalt im Erst-Aufnahme-Lage in München (dort lernte er erstmals den Schnee kennen, auf den er sich auch heuer so sehr freut) und nach einem Zwischen-Aufenthalt in Kolbermoor kam es zu Familien-Anschlüssen. Derzeit hat er bei einer Familie in Rosenheim Unterkunft und neue Freunde. Mit Christoph, einem fast gleichaltrigen Bayern, hat er richtig Freundschaft geschlossen. Gemeinsam verbringen sie die Freizeit und stimmen weitere Schritte für einen Berufs-Einstieg an. Derzeit ist Joseph in der Berufsschule Wasserburg und bei einem Praktikum in Raubling (Mercedes-Vertretung), sein Ziel ist eine Ausbildungsstelle als Mechatroniker. Viel Zeit verwendet er für die Sprach-Integration und für die Ausübung seines christlichen Glaubens. Mit Stolz ist er in der Kirchengemeinschaft und mit Freude hat er vor kurzem erstmals einen Bibelkreis geleitet. In der Schule spielt er gerne Fußball, der ihn auch sonst sehr interessiert.

Die nunmehr erhaltene Krippe bekommt in der Wohnung von Joseph einen Ehrenplatz – das hat er bei der Übergabe im Hause von Helga Schömmer versprochen. Und nun wartet er nicht nur auf den ersten Schnee, sondern auch auf das Christkind – dies ist ihm fern seiner Heimat und seiner Familie Trost und Hoffnung zugleich.

Fotos: Hötzelsperger – Jospeh aus Nigeria freut sich auf die Krippe aus Togo, die ihm von Helga Schömmer aus Prien geschenkt wurde. Mit ihm freut sich sein Freund Christoph aus Rosenheim.

Weitere Informationen: Helga Schömmer in Prien, Telefon 08051-5130.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg