Jahresversammlung der ÜWG in Prien – Neuer Vorschlag für Bahnhofsgestaltung

„Bodenständig und einheimisch“ – nach diesem Motto möchte die Überparteiliche Wählergemeinschaft Prien a. Chiemsee e.V. auch zukünftig an der Gestaltung der Kommunalpolitik in der Marktgemeinde Prien aktiv bleiben. Seit 1959, als damals die Überparteiliche Wählergemeinschaft der Berufstätigen gegründet wurde, sorgen sich Frauen und Männer um das Wohl der Bürgerinnen und Bürger. 1960 schaffte die damalige ÜWB den Einzug in den Gemeinderat auf Anhieb mit vier Sitzen, derzeit ist die ÜWG mit drei Gemeinderäten im Gemeinderat vertreten. Diese gaben einen Bericht über ihre Tätigkeiten bei der Jahreshauptversammlung im Hotel Bayerischer Hof. 68 Mitglieder zählt die ÜWG derzeit, als deren Vorsitzender berichtete Peter Fischer nach den Willkommensgrüßen von aktuellen Themen. In seinem Rückblick fasste er die Entscheidung zur Ablehnung des Naturparks knapp zusammen als er sagte: „Mehr Kosten als Nutzen!“. Weitere Themen des Vorsitzenden waren die Veränderungen am Sportpark nach Auflösung der Stockschützen-Bahnen zugunsten eines zeitgemäßen Skaterplatzes. „Demnächst werden weitere Baumaßnahmen an der Höhenbergstraße erfolgen, unter anderem soll der Gehsteig bei der Marienapotheke verbreitert werden“, so ein Thema zum Priener Verkehr. Den vorübergehenden Ausstieg aus dem „Runden Tisch Verkehr“ zusammen mit den CSU-Gemeinderäten begründete die ÜWG damit, weil es ein halbes Jahr nur um 30-er-Zonen und nicht um grundsätzliche Weichenstellungen ging. Etwas überraschend machte Fischer noch einen Vorschlag zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, dessen Realisierung aufgrund vieler Beteiligter nicht ganz einfach ist. „In Prien werden viele Wohnungen gebaut, da wäre es nur folgerichtig auch etwas für Arbeitsplätze und Gewerbeansiedlungen zu machen. Aus diesem Grunde schlage ich vor, am Bahnhof anstatt einer ebenerdigen Parkgarage Grund für kleinere Firmen anzubieten. Verkaufserlöse sollten in eine Tiefgarage investiert werden, denn ebenerdig abgestellte Autos kommen uns zu teuer. Außerdem haben wir mit der Ansiedlung von Gewerbebetrieben beim Logistik- und Kompetenz-Zentrum beste Erfahrungen gemacht“ – so Peter Fischer mit seinen grundsätzlichen und langfristigen Überlegungen. Gemeinderat Hans Herzinger widmete sich in seinen Ausführungen vor allem dem Thema Tourismus und den im vergangenen Jahr erfolgten PTG-Umstrukturierungen. Als gute Ergebnisse bezeichnete er die Sanierung des Kneipp-Beckens auch zur Nutzung von Personen mit Behinderungen, die Christkindlmärkte in Prien und auf der Fraueninsel (zuletzt ohne Verluste) sowie neue Ideen beim Prienavera wie zum Beispiel die Mobile Sauna mit direktem Seezugang. Als dritter Gemeinderat informierte Michael Schlosser über energetische Maßnahmen beim Prienavera nachdem Messungsergebnisse Erneuerungen beim Blockheizkraftwerk und bei der Wasseraufbereitung erforderlich machten. Zwei Drittel der Straßenbeleuchtungen in Prien sind bereits auf LED-Lampen umgestellt, die gesamte Umstellung soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Bei seinem Bericht aus dem Bauausschuss ergaben sich kurze Diskussionsbeiträge zum Lechnerhaus und zur Jugendherberge. „Auch ich habe für das seit 15 Jahr leer stehende Lechnerhaus als zukünftiges Haus für Asylsuchende gestimmt, weil wir in Prien keine anderen Möglichkeiten haben und weil auch die leere Jugendherberge nicht zur Verfügung steht“, sagte Michael Schlosser.

Zufriedenstellend waren die Berichte von Schriftführerin Marianne Fischer, sie erinnerte an neun Sitzungen der Vorstandschaft in Grabelmühle, an das Stadelfest in Ernsdorf sowie an die gemeinsameTeilnahme an weiteren Veranstaltungen. Organisationsleiterin Karina Dingler überreichte den drei Gemeinderäten Gesundheits-Pakete, damit sie auch fortan fit sind in ihren Aufgabenfeldern. Einen guten Kassenstand vermeldete Sepp Bauer, größter Ausgabeposten war die Anschaffung eines Beamers zur besseren Beratung von Sitzungs-Unterlagen. Sepp Ritzinger schlug bereits zum 38. Male als Kassenprüfer die Entlastung der Vorstandschaft vor und bat um Ablösung von dieser Aufgabe. Diesem Wunsch wurde entsprochen, so dass nach erfolgter Wahl zukünftig der bisher schon tätige Prüfer Ernst Thöndel noch von Ernst Bodler unterstützt wird. Bei den Ehrungen gab es eine Urkunde und einen Getränke-Korb für Lenz Hamberger für insgesamt 50 Jahre Zugehörigkeit zur Wähler-Gemeinschaft. Seit 20 Jahren gehören Karina Dingler und Michael Schlosser junior der ÜWG an, auch sie bekamen kleine Präsente. In der freien Aussprache wurden unter anderem der Breitband-Ausbau bis Ende 2016 durch die Telekom, die Kreiselgestaltungen an der Seestraße und das freie WLAN an touristischen Plätzen diskutiert.

Fotos:  Hötzelsperger – Eindrücke von der ÜWG-Versammlung – Ehrungen von links: 1. Vorsitzender Peter Fischer, Michael Schlosser (20 Jahre), Lenz Hamberger (50 Jahre), Karina Dingler (20 Jahre) und 2. Vorsitzender Hans Herzinger

Nähere Informationen: www.uewg-prien.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg