Jagdversammlung in Wildenwart

„Wir sind von unseren Waldbauern für die Verbissschäden fast nicht geschimpft worden, das ist eigentlich ein hohes Lob für uns Jäger. Wir reden miteinander und arbeiten gut zusammen, wir vertragen auch Kritik, solange sie sachlich bleibt“. Jagdpächter Fritz Fuihl bedankte sich bei der mäßig besuchten Jahreshauptversammlung der Wildenwarter Jagdgenossenschaft in der Schlosswirtschaft bei den Waldbauern für die allgemein gute Zusammenarbeit zwischen den Jagdpächtern und den Waldbauern.

Er erklärte, dass die Jäger wüssten, dass an einigen Stellen im Revier die Verbissschäden hoch seien, doch gebe es dafür eigentlich keine logische Erklärung. Der Bestand an Rehen habe sich in den letzten Jahren nirgends überproportional erhöht, die Wildenwarter Jäger hätten den vorgesehenen Abschussplan auch in diesem Jagdjahr bereits erfüllt. Von den 44 im Plan vorgesehenen Rehen konnten 37 geschossen werden, sieben fielen dem Straßenverkehr zum Opfer. „Die neugebaute Staatsstraße S2093 hat den Verkehr sehr viel schneller gemacht, wo früher auf die Stoßdämpfer der Autos gesehen wurde, wird heute Gas gegeben. Alleine im Bereich von Hendenham mussten wir vier überfahrene Rehe von der Straße holen, diese konnten nicht mehr verwertet werden. Aber wir haben einen recht guten Bestand, der sich immer wieder verjüngt und eine intensive Bejagung zulässt“. Der Absatz des Wildbrets sei kein Problem gewesen, Qualitätsware erziele überall gute Preise. Fuihl dankte den Waldbauern für die gute Zusammenarbeit und das Verständnis für die Sorgen der einheimischen Jäger; das sei beileibe nicht in allen Jagdrevieren der Region selbstverständlich.
In den vergangenen Monaten wurden an verschiedenen Stellen im Revier immer wieder einmal Wildschweine gesehen, bisher hätten sie aber noch keine Schäden verursacht. Fuihl erklärte, dass es im Wildenwarter Revier keine übergroßen Maisbestände oder Kartoffeläcker für einen Daueraufenthalt und Verbleib von Wildschweinen gebe, der Durchzug von Wildschweinrotten werde sich wohl auf Dauer nicht verhindern lassen. Er hoffe, dass die angerichteten Schäden möglichst gering ausfallen mögen. Auch der Biber sei im Bereich entlang der Prien und der Nebenbäche mehrfach anzutreffen, die Spuren seiner Holzfällarbeiten könnten überall wahrgenommen werden. Im Bereich der Deutenau habe der große Nager an einem Zufluss zur Prien mittlerweile eine größere Burg gebaut und einen See geflutet, hier werde er wohl auf Dauer bleiben. Viele der Bäche zur Prien führten allerdings während der Sommermonate nur wenig Wasser oder trockneten vollständig aus, dort sei mit einem dauernden Verbleib nicht zu rechnen.
Der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Vorstand Hans Bauer berichtete vom guten Zusammenwirken der Waldbauern und der Jäger im Revier. Aus dem Jagdschilling wird im kommenden Jahr in Wildenwart wieder ein Zuschuss von 150 Euro zum Ausflug der Bäuerinnen gewährt, 50 Euro spendiert die Jagdgenossenschaft dem BRK Aschau für die Beschaffung des neuen Aschauer Rettungsfahrzeugs.

Schriftführer Josef Held und Kassenfrau Irmgard Aicher zeigten in ihren ausführlichen Rechenschaftsberichten auf, dass die Tätigkeiten des Vereins musterhaft geführt werden. Die beiden Kassenprüfer Thomas Stangl und Ulrich Fischer empfahlen der Versammlung die Entlastung der gesamten Vorstandschaft.
Vorstand Hans Bauer wies darauf hin, dass die gemeinsamen Maschinen der Jagdgenossenschaft an den bekannten Verleihstationen durch alle Mitglieder gegen Entgelt in Anspruch genommen werden können. Er bat die Versammlung die ausgeliehenen Maschinen und Geräte unmittelbar nach der Benutzung gereinigt und funktionsfähig zurückzustellen. Die beiden Wildenwarter Jagdpächter Fritz Fuihl und Georg Schweiger luden abschließend alle zum Jagdessen ein. Christoph Gelder servierte den Jagdgenossen und den Altenteilern das traditionelle Rehragout in der Wildenwarter Schlosswirtschaft.

Text: Heinrich Rehberg – Foto: Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg