Herbstkonzert des Chiemgau-Orchesters in Prien

Andrea Aschauer —  25. Oktober 2015

k3-Solistin HerbstkonzertDas Chiemgau-Orchester veranstaltet unter der Leitung seines Dirigenten Matthias Linke am Samstag, den 21. November um 19.30 Uhr im Großem Kursaal von Prien sein diesjähriges „Romantisches Herbstkonzert“. Dem Konzertbesucher wird wieder ein anspruchsvolles und interessantes Programm dargeboten, wobei sich das Orchester ganz der romatischen Stilrichtung widmet. Franz Schubert (1797 – 1828) gilt als Begründer der Romatik, wogegen Edward Elgar (1857 – 1937) als Spätromantiker zu den letzten dieser Stilrichtung zählt. Von Franz Schubert werden 4 Instrumentalsätze aus der Bühnenmusik “Rosamunde, Fürstin von Zypern” vorgestellt. Die gesamte Schauspielmusik besteht aus einer Ouvertüre und zehn Musiknummern, darunter Chöre und Soloarien. Zu Lebzeiten Schuberts kam das Schauspiel nur 1823 in Wien und 1824 in München zur Aufführung. Der Lebenstraum Schuberts, mit einer vollständigen Oper die Bühne zu erobern, erfüllte sich nicht. Dieser Misserfolg beruhte jedoch nicht auf mangelnder musikalischer Qualität; die Ursache liegt vielmehr an den katastrophalen Textvorlagen, mit denen sich Schubert begnügen mußte. Die Ouvertüre, Balletsätze und Zwischenaktmusiken gehören bis heute dagegen zu seinen beliebtesten Orchesterstücken. Anschließend erklingt aus den Enigma Variationen von Edvard Elgar die Variation Nr. 9 „Nimrod“. Der Brite Edward Elgar beschreibt bei diesen 14 Variationen musikalisch sein menschliches Umfeld. Mit Nimrod ehrt der Komponist August Jaeger, einen seiner engsten Freunde und Förderer seiner Musik. Die 9. Variation mit seiner Ohrwurmmelodik wurde zu vielen offiziellen Anlässen, u. a. zur Eröffnung der Olympischen Spiele 2012 gespielt und fand Verwendung bei einigen Filmproduktionen. Als Hauptwerk des Konzertabends erkingt nach der Pause das Cellokonzert von Elgar. Es ist sein letztes größeres symphonisches Werk und hat einen dramatischen, manchmal auch düsteren Charakter. Die ersten Aufführungen und frühen Tonaufnahmen hatten wenig Resonanz, vermutlich auch durch technische Unzulänglichheiten. Erst in den 60-ger Jahren verschaffte die charismatische englische Cellistin Jacqueline du Pré mit ihrer hochdramatischen Spielweise dem Werk seinen Durcbruch. Jacqueline du Pré wurde damit über Nacht zum – leider viel zu früh verstorbenen – Weltstar. Elgars Cellokonzert gehört heute zum Repertoire jedes Cellovirtuosen. Nach dem großen Erfolg der jungen Geigerin Christina Koch beim letzten Sommerkonzert – sie ist die Tochter unserer langjährigen Cellistin Patricia Koch – wird den Solopart des Cellokonzerts die 17-jährige Enkelin unseres Bratschers Johannes Schubert übernehmen.

Adriana Schubert, geb. 1998 in Heilbronn erhielt den ersten Cellounterricht im Alter von sechs Jahren. Seit 2012 ist sie Schülerin von Lisa Neßling an der Stuttgarter Musikschule. Im Sommer 2013 wurde sie in die dortige studienvorbereitende Klasse aufgenommen, die ihr zahlreiche Konzertauftritte ermöglichte, unter anderem im Herbst 2014 eine Konzertreise nach Osaka,Japan. Adriana ist mehrfache erste Bundespreisträgerin beim Wettbewerb Jugend musiziert. Zuletzt erhielt sie im Mai 2015 in Hamburg einen ersten Preis zusammen mit ihrem Klavierpartner Dino Janssen. Beide wurden außerdem mit dem Sparkassen Förderpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. In diesem Jahr erhielt sie zum vierten Mal den Förderpreis für Musik der Otto-Rombach-Stiftung Heilbronn, zudem wurde ihr 2013 der Förderpreis für neue Musik verliehen. 2014 spielte Adriana Schubert im Rahmen des Patenschafts-Konzertes des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn und des Jungen Kammerorchesters der Stuttgarter Musikschule unter Leitung von Ruben Gazarian das C-Dur Cellokonzert von Joseph Haydn. Im April 2015 ist sie auch mit dem Heilbronner Sinfonie-Orchester als Solistin aufgetreten. Nach ihrem Abitur im nächsten Jahr strebt sie eine musikalische Laufbahn an. Der Kartenvorverkauf erfolgt beim Ticketbüro im Haus des Gastes: Tel. 08051- 965660, sowie an der Abendkasse. Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.chiemgau-orchester.de

Andrea Aschauer

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